Scherz der BVB

29. März 2019 11:41; Akt: 29.03.2019 11:41 Print

«Ich will eine nach mir benannte Haltestelle»

Die BVB will mit einem ironischen Beschwerdeformular das Pendlerchaos wegen der Grossbaustelle am Centralbahnplatz auflockern.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Chaos am Centralbahnplatz: Seit Donnerstag herrscht für den öffentlichen Verkehr in Basel eine Ausnahmesituation. Wegen Erneuerungsarbeiten von Gleisen und Haltestellen der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) werden noch bis zum 12. Mai diverse Busse und Trams umgeleitet.

Umfrage
Wie finden Sie das Beschwerdeformular?

Doch die BVB nehmen die Situation mit Humor und griffen potenziellen Beschwerdeführern gleich selber unter die Arme. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten sie am Donnerstag nebst dem offiziellen Flyer zu den Umleitungen ein Beschwerdeformular mit dem Hinweis, nicht Zutreffendes durchzustreichen. «Guten Tag/Hallo!!!/ keine Anrede/Saulade!», so beginnt der Fragebogen, der Pendler um ein Feedback zum Bauchaos am Bahnhof SBB bittet.

«Die Haltestelle war katastrophal und überhaupt nicht markiert» oder «Ich habe kein Schöggeli erhalten», lauten zwei Feedbacks auf dem Formular. Und wer trägt Schuld daran? «Vorsteher des Basler Bau und Verkehrsdepartements Hans-Peter Wessels, der Klimawandel oder vielleicht die schlechte Stimmung bei der BVB?»

«Menschen auch nicht immer nur ernst»

Die Idee dahinter sei natürlich ironisch gemeint, erklärt Benjamin Schmid, Mediensprecher der BVB. Von Anfang an hätten die BVB gewusst, dass die Bauarbeiten am Centralbahnplatz gross werden und zumindest in den ersten Tagen für chaotische Zustände sorgen werden. «Deshalb sind wir auf die Idee mit dem Beschwerdeformular gekommen. Mit etwas Humor lassen sich solche Dinge oft einfacher nehmen.»

Für scherzhafte Facebook-Beiträge sind die BVB mittlerweile bekannt. Bewusst gestalten sie ihren Kanal schon seit drei Jahren abwechslungsreich. «Menschen sind auch nicht immer nur ernst, deshalb sind unsere Posts je nach Situation auch mal sarkastisch, nüchtern, selbstironisch oder nur rein informativ.»

«Will ein Schöggeli und eine Haltestelle»

Bei der Mehrheit der Facebook-Gemeinde traf der Scherz auf Geschmack. Über 50-al wurde der Post kommentiert: «Ich feier die BVB wieder einmal mehr», kommentiert eine Userin unter dem Post. «Wer hier beim Lesen nicht lachen muss, für den ist das letzte Tram wirklich abgefahren», findet ein User. «Ist mal was anderes als immer nur die 08/15-Statements, die ja letztlich auch nichts an der Situation ändern», lautet ein weiterer Kommentar.

«Ihr habt ja einen geilen Humor», so ein amüsierter User. Für eine weitere Userin steht schon jetzt fest, was sie als Entschädigung auf dem Formular ankreuzen wird: «Ich will ein Schöggeli und eine nach mir benannte Haltestelle.»

Wie kommt man trotz Monster-Baustelle ans Ziel?

Doch Spass beiseite. Wie kommt man als Fahrgast während der sechswöchigen Monster-Baustelle nun wirklich zum Ziel? Insgesamt müssen während der Bauphasen 1100 Meter Gleise, 17 Weichen und 9 Kreuzungen erneuert werden. Die BVB raten im Flyer deshalb allen Fahrgästen, «genügend Zeit» für ihre Reisen einzuplanen.

Die Linien 2, 8, 30 und 48 verkehren während der ersten Bauphase nicht über den Bahnhof SBB. Die betroffenen Haltestellen werden alle zur Haltestelle Markthalle verschoben. Weiterhin ab Bahnhof verkehren jedoch die Tramlinie 11 und die Buslinien 42 und 50.

Weitere Informationen zu allen Umleitungen finden Sie hier.

(mis)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Inna am 29.03.2019 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witzig

    Die Aktion ist einfach lustig. Hört doch auf mit dem Dauernörgeln. Das ist ja langsam zu einer Epidemie geworden...

    einklappen einklappen
  • Herr Max Bünzli zu und von am 29.03.2019 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    genua

    nennt doch alle Haltestellen Roger Federer

  • Theres am 30.03.2019 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spiegel vorgehalten, super

    In Basel wird ein super ÖV-Netz geboten. Lernt endlich einmal zu schätzen, was für einen Comfort wir hier haben. Das ironische Formular finde ich super ...., es wurde sicherlich genau aus diesem Grunde publiziert, um den Dauernörglern mal den Spiegel vor's Gesicht zu halten. Ich hoffe, dass wenigstens bei einem kleinen Prozentsatz der Dauernörgler der Groschen mal fallen möge.

Die neusten Leser-Kommentare

  • h.p.heusser am 01.04.2019 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielfalt

    Ich will endlich eine Wesselstrasse, warum nicht, wir werden jetzt doch diverser! Also ist das ein guter Anfang.

  • Baslerin am 31.03.2019 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Basel am Mym Rhy isch mal gsi

    Zu Basel kann man nichts mehr sagen, die Stadt besteht nur noch aus Gewalt, Raub, Schlägereien uvm, Schade um diese Stadt, aber wenn man halt so viele Menschen anlockt, ist es das logische Resultat.

  • coldasgold am 30.03.2019 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschmacklos

    Die Staatsbonzen klotzen, bauen unnötiges Zeug zum Leidwesen der Allgemeinheit und Kritiker werden verhöhnt. In Basel nichts neues...

  • Theres am 30.03.2019 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spiegel vorgehalten, super

    In Basel wird ein super ÖV-Netz geboten. Lernt endlich einmal zu schätzen, was für einen Comfort wir hier haben. Das ironische Formular finde ich super ...., es wurde sicherlich genau aus diesem Grunde publiziert, um den Dauernörglern mal den Spiegel vor's Gesicht zu halten. Ich hoffe, dass wenigstens bei einem kleinen Prozentsatz der Dauernörgler der Groschen mal fallen möge.

  • X.Y am 30.03.2019 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Insider

    Find es bedenkenswert das man die schlechte Stimmung in das Formular nimmt, da die Stimmung wirklich misserabel ist aber da sieht man wieder wie ernst bzw. nicht ernst man als normaler Arbeiter genommen wird.