Verkauf an Tamedia

18. April 2018 17:43; Akt: 18.04.2018 17:43 Print

«Das darf bei der BaZ nicht passieren»

Bürgerliche Politiker befürchten nach dem Verkauf der «Basler Zeitung» einen Linksrutsch des Blatts. Andere freuen sich über den Wechsel, sorgen sich aber auch um die Medienvielfalt.

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Die «Basler Zeitung» geht an Tamedia. Das sind die ersten Reaktionen. (Bild: Keystone)

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Nach dem Verkauf der «Basler Zeitung» an das Schweizer Medienunternehmen Tamedia gibt es unterschiedliche Meinungen zur Zukunft der Zeitung und der Basler Medienlandschaft. Die Basler SVP hat keine Freude daran, dass Christoph Blocher die BaZ abgibt: «Es ist schade, dass mit der Basler Zeitung ein unabhängiges Blatt verloren geht», sagt Grossrat Eduard Rutschmann. Die BaZ habe stets ausgewogen und unvoreingenommen berichtet. «Mit ihr geht eine weitere Zeitung nach Zürich.»

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Ähnliche Bedenken hat auch der Präsident der Basler FDP, Luca Urgese: «Wir wünschen uns, dass die BaZ auch weiterhin eine offene Forumszeitung bleibt, die alle Stimmen in der Politik berücksichtigt: von den bürgerlichen Parteien bis zur Linken.» Die Tamedia habe den Ruf, eine linksliberale Berichterstattung zu betreiben – «das darf bei der BaZ nicht passieren».

Nur noch Einheitsbrei?

Ebenfalls nicht erfreut zeigt sich BaZ-Redaktor Dominik Feusi. Er befürchtet einen medialen Einheitsbrei und sieht den Kauf als Diversitäts-Test für Tamedia.


«Blochers Kreuzzug in Basel ist gescheitert», sagt der Basler SP-Nationalrat Beat Jans. Er kritisierte die Zeitung unter dem Besitz Christoph Blochers immer wieder. «Für Basel ist der Besitzerwechsel eine positive Nachricht.» Jans attestiert der neuen Besitzerin Tamedia «guten, soliden Journalismus». Aber die Übernahme löst bei ihm auch Sorge aus: «Die Dominanz der Tamedia wächst weiter. Die Medienvielfalt in Basel schrumpft.»

«Gut für Stadt und Region»

So sehr die Basler Linke der BaZ-Deal politisch auch freut, sie hat noch andere Bedenken. SP-Präsident Pascal Pfister sorgt sich nach dem Besitzerwechsel in erster Linie um die Angestellten: «Es braucht einen Sozialplan für die Mitarbeiter, die möglicherweise entlassen werden.» Und er widerspricht SVP-Rutschmann in einer Sache: «Die BaZ gehörte vorher auch schon Zürich», sagt Pfister mit einem Schmunzeln.

Auch Matthias Zehnder, ehemaliger Chefredaktor der «Basellandschaftlichen Zeitung», glaubt, dass die BaZ anders werden wird: «Die BaZ wird sich von einem politischen Projekt wieder in ein kommerzielles Projekt verwandeln», schreibt er in seinem Blog. Die Veränderung der Besitzverhältnisse sieht er positiv: Es werde in Basel weiterhin zwei Zeitungen geben (die BaZ und die «bz Basel») und ihre Verlage (Tamedia und AZ/NZZ-Gruppe) würden sich, wie in Zürich, damit konkurrenzieren. «Das ist für die Stadt und Region Basel gut», so Zehnder.

(daf/las)