Basel

06. Oktober 2019 13:13; Akt: 06.10.2019 13:13 Print

Bäckerei tauft Meitlibei wegen Sex-Sprüchen um

Der Basler Sutter Begg verkauft Meitlibei neu als Glücksbringer. Das Personal habe sich zu viele anzügliche Sprüche anhören müssen, begründet die Grossbäckerei den Namenswechsel.

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Meitlibei werden in den 26 Verkaufsstellen der Bäckerei Sutter Begg in der Region Basel seit wenigen Tagen unter dem neuen Namen «Glücksbringer» verkauft. Den Namenswechsel begründete das Basler Traditionsunternehmen mit anzüglichen Sprüchen, die sich das weibliche Verkaufspersonal wegen des Gebäcks habe anhören müssen. «Wir haben also aus Respekt unserem Personal gegenüber den Namen des Gebäcks gewechselt», erklärte Geschäftsführerin Katharina Barmettler gegenüber dem «Regionaljournal» von SRF.

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Sollen Maitlibei nur noch Glücksbringer heissen?

Die Reaktionen auf den Namenswechsel fielen deftig aus. «Das gefällt mir gar nicht!», kommentiert ein Facebook-User den SRF-Beitrag. Es wird wild über die Namensänderung diskutiert. Jemand spricht sogar von der «totalen Verblödung unserer Gesellschaft». Andere fragen sich, ob die Spitzbuben nun auch umbenannt würden.

Vereinzelt erfährt die Namensänderung auch Zuspruch. Der Name sei schon immer etwas morbid gewesen, meint eine Userin. Denn: «Sind wir doch mal ehrlich: Meitlibei ist ja auch sowas von doof! Glücksbringer ist doch härzig!»

Reaktionen unter der Gürtellinie

Geschäftsfüherin Katharina Barmettler-Sutter zeigte sich überrascht über die heftigen Reaktionen, die der Namenswechsel auslöste. Gegenüber SRF sprach sie sogar von einem «Shitstorm».

Reaktionen auf den Entscheid seien am Freitag teilweise unter der Gürtellinie gewesen, sagt sie. Es seien sogar Schimpfworte gefallen. Sie verstehe die ganzen Kritiker nicht, denn ihre Hauptmotivation für die Umbenennung des Gebäcks sei der Schutz des Personals gewesen.

Jetzt sind wir noch bekannter

Vor allem das weibliche Personal habe sich immer wieder Sprüche anhören müssen, wenn Kunden Meitlibei kauften «und die waren zum Teil richtig unter der Gürtellinie», so Barmettler. Die Sprüche seien so herablassend gewesen, dass sie diese nicht wiederholen will.

Trotz oder wegen der ganzen Aufruhr um das heiss diskutierte Gebäck, nehme sie das Ganze mit Humor: «Jetzt sind wir noch bekannter und unser Glücksbringer wird sicher noch zum Verkaufs-Hit.»

(mhu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Earl Harbinger am 06.10.2019 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am alle MeToo und Gutmenschen

    Nennt mich ewiggestrig, ist mir eigentlich sche....egal. Aber für mich werden es immer Meitlibei oder Mohrechöpf sein. Ich bin damit aufgewachsen. Die ganze Political Correctness nimmt immer wie groteskere Formen an.

    einklappen einklappen
  • Werner R. am 06.10.2019 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört doch endlich auf zu nörgeln

    Habe nur noch kopfschütteln für solche Namensänderungen übrig. Das wahnwitzige Getue punkto Sexismus, Rassismus u.s.w. Z.B. Mohrenkopf, was soll da bitteschön rassistisch sein und Meitschibein sexistisch? Haben diese Personen wirklich keine andere Probleme, als alle Traditionsnamen umzubenennen?

  • Peter Franz am 06.10.2019 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Dämlich

    Wir verdummen doch je länger je mehr, da lob ich mir den Dubler, der seiner Linie treu geblieben ist. Und einen Moorenkopf werd ich weiterhin kaufen, diese Glücksbringer nicht mehr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • René Keller am 06.10.2019 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Knackige Beine

    Die Menscheit wird immer komischer, Ausdrücke die traditionell und zum teil auch lustig sind. So wie das Wort ,,Meitlibei" - eben ein süsses und optisch eben wie zwei knackige Beine aussehen. Was ist daran diskriminierend oder Frauenfeindlich. Im Gegenteil, wenn die Damen die das finden auch wären, wäre das ja nur ein lobender Vergleich.

  • Beatrice Gwäggi am 06.10.2019 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traditionen pflegen

    Alle sprechen immer davon, dass man Traditionen pflegen soll. Da frage ich mich, warum ausgerechnet eine "Traditionsreiche-Bäckerei" eine Tradition bricht. E Maitlibai ist ein Traditions-Gebäck und soll es bleiben. Macht nicht alles kaputt. Vor allem nicht Traditionen.

  • Mia am 06.10.2019 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizerspezialität

    Lasst doch endlich das Gemotze über unsere typisch schweizerischen Spezialitätengebäcke. Noch nicht so lange her, machte man so ein Theater beim Mohrenkopf!

  • nuseli am 06.10.2019 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meitlibei

    tja aus nächschts chömä d spizbuäbä dra di dönä ja o sexsischtisch auso i blibä bir tradizion darum schribi o uf bärndütsch

  • Manu am 06.10.2019 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Entschuldigung, aber...

    Wäre die Geschlechterquote in den Bäckereien ein wenig ausgeglichener, dann würde sich die Kundschaft vermutlich auch nicht so einfach getrauen sexistische Sprüche zu machen. Bin gespannt auf die neuen Namen von Spitzbuebe, Schnägge und Berlinern. Wenn schon dann gleich richtig, oder will die Bäckerei etwa sagen, dass Männer weniger empfindlich sind als Frauen und dass Rassismus kein Problem ist?!