Spital und Privathaushalte betroffen

26. Februar 2020 15:21; Akt: 26.02.2020 16:37 Print

Bakterien-Wasser aus Leitungen macht krank

Nachdem 17 Personen in Basel an Legionellen erkrankt waren, wurde das Wasser in deren Umfeld getestet. Das Ergebnis: Die Bakterien wurden auch im Hahnenwasser nachgewiesen.

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Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die fast immer im Wasser vorhanden sind. Zu viele davon können aber die Gesundheit gefährden und die Legionärskrankheit, also eine Lungenentzündung auslösen. Legionellen sind zwar in der Badewanne oder ... ... im Meer fast immer vorhanden, aber gefährlich werden sie erst, wenn sie in hoher Konzentration in die Lunge gelangen. So werden dem Bundesamt für Gesundheit jährlich rund 400 Fälle gemeldet. Die ersten Symptome einer Legionellose zeigen sich zwei bis 10 Tage nach der Ansteckung, und zwar mit Fieber, ... ... Muskel- und Kopfschmerzen, Reizhusten sowie Appetitverlust. Je nachdem kann die Krankheit als leichte bis schwere Lungenentzündung verlaufen. Im schlimmsten Fall endet sie tödlich. Die beste Massnahme, um eine Vermehrung der Legionellen zu verhindern, besteht darin, eine Heisswassertemperatur von 60 °C am Boilerausgang bzw. 55 °C im Leitungssystem sicherzustellen. Wird ein Wasserhahn längere Zeit nicht benutzt, kann man das Risiko senken, indem man erst mal ein paar Liter Wasser ablaufen lässt. Mischdüsen von Wasserhähnen sowie Duschköpfe sollten immer mal wieder entkalkt werden. Der Kalk führt nämlich dazu, dass beim Wasserdurchfluss feinere Tröpfchen entstehen. Das erhöht die Gefahr, dass Wasserdampf und damit Legionellen eingeatmet werden können. Wurde die Dusche mehrere Tage nicht benutzt, sollte man auch sie vor der Nutzung erst mal laufen lassen. Wichtig ist, dass man den Raum verlässt und das Fenster öffnet, damit man die möglicherweise im ersten Wasserdampf enthaltenen Legionellen nicht einatmet.

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Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat im Auftrag des Basler Kantonsarztes bei der Abklärung von 17 Legionellose-Erkrankungsfällen bei Einwohnern aus dem Kanton Basel-Stadt 165 Wasserproben auf Legionellen untersucht.

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Legionellen sind Bakterien, die ihren Lebensraum im Wasser haben und weit verbreitet vorkommen. Bei Temperaturen ab 50°C vermehren sie sich kaum noch, bei Temperaturen über 60°C werden die Bakterien abgetötet. Ideale Bedingungen für eine Vermehrung von Legionellen geben mit Wasser benetzte Oberflächen, zum Beispiel Rohre und Armaturen.

Kontaminiertes Wasser einatmen ist gefährlich

Eine Gesundheitsgefährdung besteht dann, wenn legionellenhaltiges Wasser in Form feinster Wassertröpfchen mit der Luft eingeatmet wird und somit die Bakterien in die Atemwege gelangen und die Lunge infizieren. Die Erkrankten leiden an einer schwerwiegenden Lungenentzündung mit bis zu 40°C Fieber. Typisch für eine schwere Verlaufsform sind auch Übelkeit und Durchfall. Einige betroffene Personen entwickeln eine Gehirnentzündung. Es sterben trotz Antibiotika-Behandlung rund 5 bis 10 Prozent der Erkrankten.

37 Proben, die im Umfeld von 9 Erkrankten untersucht wurden, waren positiv. «Dies deutet darauf hin, dass das private Umfeld eine wichtige Infektionsquelle bei Legionellosen darstellt», wie das Kantonale Laboratorium in einer Mitteilung schreibt.

Betroffene Institutionen müssen sanieren

Im Wasserleitungssystem von je zwei Alters- und Pflegeheimen konnten die gefährlichen Bakterien nachgewiesen werden. Ebenso zwar das Wasserleitungsnetz in einem Spital kontaminiert, wie der Mitteilung zu entnehmen ist. In den Wohnungen von vier erkrankten Personen konnte der Krankheitserreger aus dem Wasser der Dusche beziehungsweise der Wasserhähnen und an Waschbecken isoliert werden. Im häuslichen Umfeld einer weiteren erkrankten Person wurden Legionellen im Wasserleitungssystem nachgewiesen.

Die entsprechenden Betriebe und Liegenschaftsverwaltungen wurden daraufhin vom Kantonsärztlichen Dienst aufgefordert, Sanierungsmassnahmen zu treffen.


(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rennat am 26.02.2020 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grün

    Man darf nicht sparen am falschen Ort! Boiler auf 60 Grad stellen.

    einklappen einklappen
  • Rroku am 26.02.2020 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wasserversorger

    Boiler auf 60 Grad einstellen. Alle Armaturen und Leitungen regelmässig spülen auch bis heisses Wasser kommt. So hat man eine gute Prävention. Ja nie den Boiler über Ferien abstellen. Solche Energiespartipps sind gefährlich

    einklappen einklappen
  • Der erfahrene Sanitär am 26.02.2020 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch Boiler mit 50 Grad Celsuis

    dümmer gats nümmer! Man weiss schon seid etwa 20 Jahren das Boiler mit Temperaturen unter 60 Grad Legionellen veruhrsachen. Aber das BUWAL schreibt seid etwa zwei Jahren bei der Warmwasseraufbereitung Temperaturen unter 60 Grad Celsius vor" zum Energie Sparen" aber leider auch zum Krankheitskeime schüren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Redface am 26.02.2020 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    2020 das Jahr der Toten! Alle Bosheiten der Vergangenheit werden jetzt auf einmal eliminiert. Cool das sich die Natur anfängt zu wehren und uns für unser Versagen bestraft!

  • Fritz am 26.02.2020 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umuntu

    Googeln, kaufen, einbauen = Problem gelöst!

  • Sandro Lutz am 26.02.2020 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luftbefeuchtung

    Beim Luftbefeuchter wirds erst gefährlich. Falls man Kontaminiertes wasser in einen ultraschallvernebler füllt kann es schlimme folgen haben. Ansonsten nicht so ein riesen problem, der körper kommt beim duschen oder ein paar schlücken zurecht.

  • Jörg Klontz am 26.02.2020 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Riesiger Schattenbereich

    Einmal pro Woche auf mindestens 65° aufheizen. Trinkwasser zuerst etwas laufen lassen damit das lauwarme Schlauchwasser in dem sich alle Baktierien wohl fühlen weg ist. Das gilt insbesondere auch in der Dusche. Die Zahl der Leute mit Symptomen wegen Legionellen ist riesig. Nicht Alle sind Spitalreif, sondern haben einfach chronische Symptome.

  • Laterne am 26.02.2020 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorgfaltspflicht

    ich verstehe das nicht. Ein jeder Vermieter unterliegt doch der Sorgfaltspflicht. Werden die Vermieter nun gebüsst, das sie der Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen sind, und wenn ja, wie hoch fällt die Busse aus? hoffe so hoch, dass es sich nicht lohnt die Sorgfaltspflicht zu verletzen!