Nach Angriff

13. Juli 2014 13:20; Akt: 13.07.2014 16:03 Print

Balicha wollte «fairen Zweikampf» mit Beqiri

Nach der Schlägerei in einem Kampfsportzentrum in Reinach und Auftritten von Shemsi Beqiri meldet sich nun auch Paulo Balicha zu Wort. Er sieht den Vorfall etwas anders.

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Paulo Balicha erklärte gegenüber der «Schweiz am Sonntag», dass er Shemsi Beqiri nicht umbringen wollte. (Bild: Keystone/Markus Stuecklin)

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Am 24. Februar tauchte der mehrmalige Thaibox-Weltmeister Paulo Balicha (37) unangemeldet im Reinacher Superpro-Sportcenter seines ehemaligen Schülers Shemsi Beqiri (28) in Reinach auf. Balicha platzte dabei mitten in ein Training, bei dem auch Jugendliche anwesend waren. Begleitet wurde er von einer Gruppe Maskierter – er selbst zeiget als einziger sein Gesicht. Daraufhin kam es zu einer wüsten Prügelei mit Verletzten: Die Polizei bilanzierte mehrere Knochenbrüche und meldet, dass Waffen in diesem Kampf ohne Schiedsrichter dabei waren.

Während Balicha in Untersuchungshaft sass, ging Beqiri mehrmals an die Öffentlichkeit und erzählte seine Sichtweise des Vorfalls vom Februar. Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» schildert Balicha nun erstmals seine Version. Grundsätzlich streitet er den Vorfall nicht ab, er widerspricht aber der Darstellung seines Kontrahenten und wirft Beqiri vor, bewusst «unwahre» Aussagen gemacht zu haben. «Shemsi Beqiri gefällt sich in der Rolle des Unschuldslammes.»

Das Verfahren ist sehr aufwändig

Balicha versucht im Artikel, sich selber in ein besseres Licht zu rücken. Der Thaiboxer beteuert, einen «fairen Zweikampf» mit Beqiri geführt haben zu wollen. Als Beleg führt er Videoaufnahmen an, die seine Mitstreiter machten und die auf dem Kampfplatz zurückblieben. Die «Basler Zeitung» schrieb damals, dass sich das Vorhaben, den vermeintlichen Triumph zu filmen, als Bumerang erwies. Laut Balicha belegt das Video aber, dass er Beqiri aufstehen liess, als dieser zu Boden ging. «Hätte ich eine Tötungsabsicht verfolgt, wäre ich nicht so vorgegangen», so Balicha gegenüber der «Schweiz am Sonntag».

Die Baselbieter Staatsanwaltschaft bestätigt dies indirekt. Sie ermittelt nicht wegen versuchter Tötung oder versuchten Mordes, sondern wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Angriffs, Freiheitsberaubung, Nötigung und Hausfriedensbruch. Wann die Anklageschrift dem Strafgericht überwiesen wird, kann die Staatsanwaltschaft nicht sagen.

(mj)