«Extrabrief Teenager»

05. September 2014 22:02; Akt: 05.09.2014 22:02 Print

Basel hilft Eltern mit pubertierenden Kindern

Weil die Probleme mit pubertierenden Kindern in der Schule und im öffentlichen Raum zunehmen, lanciert der Kanton Basel-Stadt gemeinsam mit Pro Juventute den «Extrabrief Teenager».

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Der «Extrabrief Teenager» kostet 16 Franken oder wird durch die Wohngemeinde subventioniert kostenlos an erstmalige Eltern verschickt.

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Schüler, die ohne Frühstück oder im Winter nur ungenügend bekleidet in die Schule gehen, Jugendliche, die nicht betreut werden und deshalb die öffentlichen Bibliotheken oder die Playstation-Stände in den Läden belagern – mit solchen Problemen wird Marc Flückiger, Abteilungsleiter der Basler Jugend- und Familienförderung, immer häufiger konfrontiert. «Es zeigt sich, dass Kinder teilweise ungenügend begleitet sind von ihren Eltern», sagt er.

Gegen solche und ähnliche Missstände, aber auch zur grundsätzlichen Unterstützung von Eltern pubertierender Kinder, hat der Kanton Basel-Stadt am Freitag gemeinsam mit der Stiftung Pro Juventute den «Extrabrief Teenager» lanciert, der kostenlos an alle Eltern verschickt wird, deren erstes Kind das zwölfte Lebensjahr erreicht. 32'000 Franken hat sich der Kanton die Ausarbeitung des Extrabriefs kosten lassen, der auch von anderen Kantonen verteilt werden soll.

Information ohne erhobenen Zeigefinger

Ähnlich wie die bereits seit über 40 Jahren an Eltern verschickten «Elternbriefe» informiert auch der Teenager-Brief «ohne erhobenen Mahnfinger», wie der Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann betonte. «Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit Pro Juventute, denn alles, was via Schule verteilt oder vom Staat nach Hause geschickt wird, wäre ungeeignet.»

Inhaltlich deckt die gut 50-seitige Broschüre nebst den klassischen Teenager-Themen wie die Beziehung zu den Eltern, Ausgang und Sexualität auch aktuelle Gebiete wie «Geld und Konsum» und «Medien im Jugendalter» ab. «Diese beiden Themen sind einerseits sehr aktuell, andererseits für die meisten Eltern auch neu, weil sie sich in ihrer Teenager-Zeit nicht oder weniger intensiv mit Handys, Online-Chats und teuren Kleidern beschäftigt haben», sagt Urs Kiener, Leiter Produkte bei Pro Juventute Schweiz.

Der «Elternbrief Teenager» kann ab sofort für 16 Franken über den Web-Shop von Pro Juventute bezogen werden.

(huf)