Ego-Shooter «DayZ»

09. Juli 2014 05:57; Akt: 09.07.2014 05:57 Print

Baselbiet wird zur Kampfzone für Gamer

von Samuel Hufschmid - Im populären Ego-Shooter «DayZ» werden mehrere Baselbieter Gemeinden zu Kriegsschauplätzen. Hinter der Entwicklung stecken mehrere Jahre Freiwilligenarbeit eines Baslers.

Die Gamer zeigen ihre Kämpfe auch auf Youtube, hier «Stress in Münchenstein». Video:youtube/HalftimeProvocation
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Zweieinhalb Jahre hat die Integration mehrerer Baselbieter Gemeinden in den Ego-Shooter «DayZ» gedauert, wie der Basler Entwickler Momo angibt. Wie alle Modifikationen des populären Online-Shooters leistete auch Momo nächtelang Freiwilligenarbeit. Dafür können sich nun Spieler rund um den Globus frei im Gebiet Münchenstein, Buckten, Sissach und Liestal bewegen, Häuser in die Luft sprengen, Militärautos und Panzer kapern und damit epische Kriegsschlachten führen.

In der Gamer-Gemeinde kommen die idyllischen Schweizer Dörfer gut an. «Super Umgebung», schreibt etwa Spieler Spoor im Gamer-Forum auf armaholic.com und Dimsa fügt an: «Die beste Karte aller Zeiten.» Für 20 Minuten waren weder diese Spieler noch der Karten-Entwickler Momo erreichbar. Dafür können ihre Schlachten auf Youtube in voller Länge verfolgt werden. Die Videos haben Titel wie «Stress in Münchenstein» oder «Geiselnahme in Liestal».

17 Stunden am Stück gearbeitet

Während Münchenstein & Co. im Game mit Wegweisern entlang der Strassen und Ortsschildern erscheinen, ist der Aufbau der Gemeinden wie auch ihre räumliche Anordnung gemäss Entwickler frei erfunden. Die 400 Quadratkilometer grosse, hügelige Fläche basiert auf dem Höhenprofil der Napf-Region, neben den Baselbieter Gemeinden erscheinen auch Städte wie Luzern oder Worb auf der Karte. Zudem grenzt das virtuelle Baselbiet an seiner südlichen Grenze an den Brienzersee. «Ich habe eine Fläche von 10'000 Quadratkilometern echtes Gelände so verdichtet, dass es auf die Karte passt», verrät der Entwickler auf einem Gamer-Forum.

Bereits im August 2011 hat Momo mit der Entwicklung der Karte begonnen. «Die Arbeit ist verrückt. Alleine am Dorf Chatzbach habe ich 17 Stunden am Stück gearbeitet», so der Gamer. Insgesamt enthält die Karte zwei grosse Städte, drei Flughäfen, mehrere Dutzend Dörfer sowie Infrastrukturanlagen wie Strassen, Stromleitungen und ein Staudamm.