Bängg

15. März 2011 23:39; Akt: 15.03.2011 23:45 Print

Baselbieter kommen an die Kasse

von Jonas Hoskyn - Beim ersten Zyschtigsbryys wurde schnell klar: Dieses Jahr sind die Baselbieter die neuen Zürcher.

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Kaum ein Schnitzelbangg verkniff sich beim Zyschtigsbryys einen Seitenhieb auf die sparwütigen Baselbieter. Nach dem Motto: «Bei den Subventionen haben sie gespart, dafür kommen sie jetzt an die Kasse», wurde der Nachbarkanton nach allen Regeln der Schnitzelbangg-Kunst auf die Schippe genommen. So habe man in Buus die Kultur halt grad «vorem Huus», so Dr Spitzbueb: «Drum gönge miir all zwöi, drüü Joor, an Lottomatch vom Frauechoor.» Auch sehr gelungen waren die zwei neu getexteten Version des Baselbieterlieds: Sowohl Die Gsalzene wie auch D Striggede hatten je eine bitterböse Variante im Repertoire. Profitiert haben davon vor allem d Ziircher und d Schwoobe. Sie kamen dieses Jahr praktisch ungeschoren davon.

Über zu wenig Material konnten sich die Verseschmiede dieses Jahr wahrlich nicht beklagen: Ob «der sexuelle Hochdruck von Kachelmann» oder das «Makkaroni von Signore Berlusconi», Themen waren in Hülle und Fülle vorhanden. Und die Bänggler nutzten die Gunst der Stunde. Schon bald zeigte sich: 2011 ist ein gutes Jahr für Schnitzelbängg.
Und auch der neu lancierte Zyschtigsbryys im Atlantis vermochte vollends zu überzeugen und schloss nahtlos an den Schnaabelbryys an, der 2010 zum letzten Mal durchgeführt wurde. «Für uns war immer klar, dass wir am Dienstag weiterhin Schnitzelbängg wollen», so Gastgeber Jürg Wartmann. «Wir haben hier jeweils eine super Stimmung.» Einziger Unterschied: Es gibt keine Jury mehr, der Sieger wird allein per Publikums-Voting gekürt. Und diese Entscheidung, die heute Abend bekannt gegeben wird, dürfte angesichts des gestern Gebotenen ganz schön eng ausfallen.