Clubsterben

15. Februar 2015 12:28; Akt: 15.02.2015 12:28 Print

Basels angesagteste Clubs müssen schliessen

Die beiden grossen Basler Nachtclubs Nordstern und Hinterhof schliessen in einem Jahr. Ihre Mietverträge laufen aus und werden nicht verlängert.

storybild

Ausgefeiert - der Nordstern schliesst Ende Jahr. Der Hinterhof verschwindet einen Monat später. (Bild: Nordstern)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am 31. Dezember 2015 löschen die Lichter im Nordstern am Voltaplatz für immer. Nach 15 Jahren Bestehen muss sich der Nordstern eine neue Bleibe suchen. Ende Januar 2016 muss auch der Hinterhof beim Dreispitz schliessen. Es drohen zwei der meistbesuchtesten Clubs in Basel, wo DJs von Weltruf auflegen, zu verschwinden. Die Szene ist geschockt.

Umfrage
Ist Basel für Nachtschwärmer noch attraktiv?
11 %
33 %
36 %
20 %
Insgesamt 4429 Teilnehmer

In einem Bericht der «BZ Basel» bestätigt Nordstern-Geschäftsführer und Programmleiter Agron Isaku, dass der Mietvertrag mit der Eigentümerin IWB nicht verlängert werden konnte. Der Nordstern wurde jüngst mit dem Swiss Nightlife Award als bester Schweizer Club geadelt.

«Basel, schläfst du schon?»

Der Rockföderverein (RFV) und der Verein Kultur & Gastro zeigen sich bestürzt ob der Hiobsnachricht. In einer Mitteilung macht der RFV darauf aufmerksam, dass mit dem Z7 in Pratteln, dessen Betrieb durch einem geplanten Baumarkt in Frage gestellt wird, nun drei wichtige Lokale in der Region zu verschwinden drohen. Es könnten plötzlich 3500 Steh- und Tanzplätze in der Basler Clubkultur fehlen. «Basel, schläfst du schon?», fragt der RFV.

Der Nordstern hat sich in den vergangenen 15 Jahren einen Ruf als international vernetzter Partytempel erarbeitet. Zweimal hat der Club in den letzten fünf Jahren den Schweizer Nightlife Award gewonnen. Über 52'000 Likes auf Facebook zeugen von einer Strahlkraft weit über die Kantonsgrenze hinaus.
Der Grund für die Schliessung liegt beim Anspruch auf den Eigenbedarf der IWB. Sie tätigt Renovierungs- und Umbauarbeiten im Nebengebäude und möchte einzelne Gebäudeteile zusammenfügen. Allerdings dürfen laut Isaku der Mieter in der oberen Etage sowie das Restaurant Volta Bräu in der unteren Etage im Haus bleiben.

Nordstern streckt Fühler nach Zürich aus

Unerfreulich ist auch die Tatsache, dass mit der Schliessung des Nordsterns 48 Stellen verloren gehen. Isaku sagt, es gäbe in Basel genügend geeignete Locations, um den Nordstern weiterführen zu können. «Niemand wolle jedoch einen Club – überall stosse man auf Granit.» Der 35-Jährige überlegt sich nun, den Club unter gleichem Namen in Zürich aufzuziehen.

Nur einen Monat nach dem Nordstern schliesst eine weitere bekannte Grösse im Basler Nachtleben – der Hinterhof. Die Vermieterin Immobilien Basel wird das Areal anderweitig vermieten. Es besteht keine Möglichkeit, den Vertrag zu verlängern, bestätigt Barbara Neidhart, Mediensprecherin von Immobilien Basel, in der BZ.

(mk)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • KS/BS am 15.02.2015 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Basel, quo vadis?

    Immer über die jungen Generationen meckern, weil sie draussen beispielsweise mehr 'lärm' machen ihnen aber gleichzeitig alle Ausgehmöglichkeiten nehmen. Basel ist ein vorzügliches Beispiel für den steigenden Verlust des Nachtlebens aufzuzeigen. Man denke auch ans NT Areal. Traurig, mit Kulturstadt hat dies nichts mehr zu tun, wohl aber mit überalterter Schlafstadt. Basel, quo vadis?

    einklappen einklappen
  • tschuggi am 15.02.2015 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kulturstadt Basel????

    Eigentlich traurig, vorallem weil sich Basel immer als Kulturstadt darstellt! Ein Voltabräu kann bleiben? Wir wissen ja alle wer dort Hauptkunde ist....schade das Kulturelle institutionen zerstört werden nur wei sie nicht mit den richtigen Grössen in Basel einher gehen...

  • w, 29, CH am 15.02.2015 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beerdigung

    Das ist wirklich blöd, aber Weltweit liegt es im Trent den Ausgang unattraktiver zu machen. Bin z.Z in Sydney da existiert seit kurzem eine Lockout Hour. Ab 1.30 kann man in keinen Club/Bar etc. hinein. Wenn man sogar nur kurz raus geht um eine zu rauchen, kommt man nicht mehr hinein. Reihenweise Clubs und Bars werden geschlossen. Kingscross ist selbst an einem Samstag Abend wie ausgestorben. Traurig aber wahr.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ezo am 16.02.2015 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ezo

    Die Geschichte wiederholt sich.....Mittlerweile bin ich 43 vor 25 Jahren versuchten wir schon Räume für Jugendliche zu finden zum feiern zum chillen...führten Gespräche mit der Stadtverwaltung ...vergebens. Wir wurden abgestempelt als "Stainekids". Wir trafen uns am Theater, kurz darauf wurde das Monsterkunstwerk aufgebaut und wir wurden vertrieben...

  • Xando am 16.02.2015 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe

    Echt schaad... ich liebe diese Clubs! Was ist nur los? Da lief gute Mucke und jeder hatte seinen eigenen Spass, wobei alle immer sehr herzlich waren. Gehst du ins A2, wirst du nach 5min. bereits angerämpelt! Obwohls eine gähnende leere dort drinn ist. SCHRECKLICH!!!

    • Immerkommer am 16.02.2015 16:14 Report Diesen Beitrag melden

      @Xando

      also wenn du das Anrempeln im A2 als einzigen Unterschied zwischen dem Nordstern bzw. Hinterhof und dem A2 siehst, hast du ja einen gewaltigen Musik und Kulturgeschmack..... Diese Clubs Unterscheiden sich so in ziemlich Allem und sind gar nicht erst vergleichbar...A2 kannst du von mir aus mit dem Fame vergleichen aber sicher nicht mit dem Nord/Hiho..

    • Xando am 16.02.2015 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sorry

      Leider ist siese Quaselbox ziemlich mikrig... da bereits sooo viele Leute über die Musikrichtung geschrieben haben, empfand ich es als wichtig, auch diesen Punkt anzusprechen. Ich liebe diese zwei Clubs aufgrund der Musik, kann das A2 nicht schmecken! Also beruhige dich, wir sind auf dem gleichen Level :-)

    einklappen einklappen
  • Roland am 16.02.2015 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundursache

    Es hat einen Grund zur Schliessung ? Heute ist man nicht sicher in diesen Lokale das man plötzlich K Tropen im Glas hat , auch nicht Drogen frei , ist am besten Zuhause bleiben ,

  • Steven Salamander am 16.02.2015 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Kultur statt Basel

    Basel ist ein Schandfleck diesbezüglich. Es scheint wie eine art Faschismus. Es fängt bei einem geeigneten "zahlbaren" Bandraum an und hört bspw. irgendwo bei der Dreispitz-Halle auf die nicht für Musikveranstaltungen genutzt werden darf. Aber man verpulvert an Wetten Dass??? abertausennde Franken um einen Tourismus-orientierten Kurzpropaganda Film für das kulturelle Basel im Trinationalen TV auszustrahlen. Seit über 15 jahren bin ich als freischaffender Künstler sehr bewandert im Basler Immobillienmarkt. Wir hätten weit über 30 Lokale die geeignet wären... man stösst wirklich nur auf Granit

  • Sascha Lang am 16.02.2015 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billiger als früher

    Vor 25 Jahren im Stratos und Happy Night... Bier CHF 7.50. VOR 25 JAHREN LEUTE. Heute kostet es 1.00 mehr. Was soll das gejammere? Weniger Handyspesen = mehr Sackgeld!