Regio-S-Bahn

26. April 2017 16:51; Akt: 26.04.2017 16:59 Print

Basler «Herzstück» wird völlig neu aufgegleist

Die Baudirektoren beider Basel haben am Mittwoch ein neues, überraschendes «Herzstück»-Projekt für die Basler Regio-S-Bahn vorgestellt.

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Das künftige so genannte «Herzstück» der trinationalen Regio-S-Bahn Basel wird weitgehend neu aufgegleist. Am Mittwoch haben die Baudirektoren der beiden Basel den Medien eine neue «Bestvariante» namens «HOCH Y» vorgestellt, die stark von der seit 2010 favorisierten Variante «Mitte» abweicht. So soll der geplante Tunnel zwischen Basel SBB und Badischer Bahnhof unter der Stadt samt Haltestellen anders verlaufen. Vorgesehen sind zudem der Einbezug des Fernverkehrs und der Verzicht auf einen teuren Tiefbahnhof.

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Das Grossprojekt ist Voraussetzung für weitere Taktverdichtungen und direktere und damit schnellere Linien. Vor allem vernetzt es die Regio-S-Bahn mit der Innenstadt und entlastet damit den Tramverkehr. Das Milliardenprojekt sieht unterirdische Haltestellen beim Marktplatz und Klybeck vor. Eine dritte beim Schützenmattpark ist vorerst nur als Option im Projekt enthalten. «Die Altstadt-Verbindung hat ein enormes Potential», sagt der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels. Mit geschätzten 80’000 Passagieren täglich wäre die Haltestelle beim Marktplatz unter den Top 20 landesweit.

In der Region kommt der neue Wurf des Herzstück-Konsortiums, das am Mittwoch von Wessels und seiner Baselbieter Amtskollegin Sabine Pegoraro präsentiert wurde, gut an. Der Gewerbeverband ist für einmal voll des Lobes für den Baudirektor. «Vom Herzstück und einer leistungsfähigen S-Bahn werden alle profitieren: Unternehmen, Arbeitnehmer, Konsumenten und Touristen», lässt sich Gewerbeverbandsdirektor Gabriel Barell zitieren.

Milliarden aus der Bundeskasse

Ein Abzweiger vom Marktplatz via Bahnhof St. Johann zum Flughafen ist als zweite Etappe angedacht. Die Gesamtkosten der neuen Herzstück-Variante belaufen sich auf rund 2,8 Milliarden Franken. Das ist wesentlich günstiger als die bisher Variante, der Tiefbahnhöfe beinhaltete. Diese hätte mit knapp 5 Milliarden Franken zu Buche geschlagen. Mitsamt aller Ausbaumassnahmen für die Regio-S-Bahn im Raum Basel summiert sich der Investitionsbedarf aber auch bei der neuen Variante auf total 4,25 Milliarden Franken.

Der Bund soll sich dabei mit 3,3 Milliarden im Rahmen des Finanzierungsprogramms STEP2030/35 beteiligen.Die Herzstück-Pläne seien dem Bund übergeben worden. Der Frühestmögliche Baubeginn des Herzstücks ist 2025, die früheste Inbetriebnahme 2030.

Die nun vorgestellte neue Bestvariante erfüllt laut Communiqué «einen wesentlichen ersten Teil des Auftrags» der Parlamentsvorlagen von 2014 zum Vorprojekt. Dessen Ausarbeitung trieben die Kantone nun in enger Zusammenarbeit mit Bund, SBB und DB voran. Das neue Herzstück ist auch ein taktisches Manöver: Mit dem Miteinbezug des Fernverkehrs in die Pläne, wird dem Bund das Projekt zusätzlich schmackhaft gemacht. Eine optionale Verbindung aus dem Tunnel nach Norden würde nämlich erlauben den Nord-Süd-Fernverkehr am Badischen Bahnhof zu schleusen und den zeitraubenden Kopfhalt am Bahnhof SBB obsolet machen.

Ersatz für zu enge Margarethenbrücke

Überdies ist ein Ersatz der alten engen Margarethenbrücke durch eine Art Platz mit Gleiszugängen vorgesehen. Dies soll die seit längerem überquellende Passerelle zu den Perrons im Bahnhof entlasten. Und es bietet auch eine grosszügigere Verbindung für den Langsamverkehr vom Gundeldingerquartier in die Basler Innerstadt.

Für städtebauliche Fragen ist am Projekt auch das Büro Herzog und de Meuron beteiligt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom S. am 26.04.2017 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Niiice!

    «Basel Mitte» hört sich grad etwas übertrieben grossstädtisch an. Aber irgendwie auch cool. Und ein tolles Projekt! Da wird man als Zürcher ja fast etwas neidisch ;-)

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  • Sandra am 26.04.2017 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Flughafen

    Anbindung an den Flughafen wäre schon seit Jahren sinnvoll, statt Bus.

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  • Penumbra Noctis am 26.04.2017 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Alle dafuer?

    Schoen. Was ich mich grad frag: Waren die Basler auch gegen dieses Projekt und wollen jetzt so lange abstimmen, bis in ihrem Sinne entschieden wird? Ich meine nur, weil ein paar limmattaler Trotzkoepfe das bei der Limmattalbahn versuchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fritz am 28.04.2017 04:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tram abschaffen

    Das ist doch nur Geldverschwendung.Bessr man würde die doofen Tram abschaffen,und dafür Elektro Busse machen,die sind billiger und machen nicht so furchtbaren lärm.

  • üeli am 27.04.2017 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Richtung

    liebe Basler Regierung braucht doch bitte unsere Steuergelder für was Sinnvolles . Hätte eine Idee ! Verzichtet auf eure überissen und nicht gerechtfertigten löhne und Schwupps hatt man mehr Geld für noch gescheiteres.

  • Felix Bopp am 27.04.2017 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    nicht zukunftstauglich

    mit Ideen aus dem 19. Jahrhundert ins 21. - nicht sehr originell ...

  • Chrigeli am 27.04.2017 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Viele negative punkte

    Die Erdbeben-gefährdete Stadt lässt grüssen. Zudem hat man als älteres Semester weiblicher Natur Angst und läuft stets die Tasche fest unter den Arm geklemmt hastig. Jetzt solls noch unterirdisch möglich sein, arglose Menschen zu überfallen? Kriminalität lässt sich nicht mehr verschweigen und das Ladensterben auch nicht..... Frage mich bloss, wie die das betr. der überdeckten Birs an der Hauptpost verwirklichen wollen? Sehr viel Geld, da könnte man besseres schaffen... Dann wollen sie noch den Veloring, denk, die haben zuviel Geld.

    • J.M. am 27.04.2017 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chrigeli

      Ja in Basel werden die Alleinstehenden/Rentner massiv mit Steuern belastet. Da kann man ja es mit vollen Händen wieder ausgeben.

    • Binggis am 27.04.2017 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chrigeli

      Birsig. Die Birs ist das Teil zwischen Basel und Birsfelden.

    • webarch am 28.04.2017 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @J.M.

      es ist schon erstaunlich, wie manche immer gegen alles neues sind.

    • E.Cerf am 29.04.2017 01:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @webarch

      Gigantismus in jeder Form ist für das räumlich kleine BS schädlich.Zehn Jahre Baulärm, oben und unten, nein Danke!Wer glaubt, es kämen wegen der Herzstück-Metro weniger PW,LW,Busse und Motorräder nach Basel ist naiv.Das Gegenteil ist der Fall, weil noch mehr Grenzgänger kommen.Die MEI ist nur Schall und Rauch, wird nie umgesetzt.Die Planung ist nur kümmerlich, so geht's echt nicht.Ohne genaue Pläne und Kostenvoranschlag läuft beim Stimmvolk nichts.Der Zeithorizont 2030 ist zu optimistisch.2040 wohl eher, wenn überhaupt.

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  • ADI am 27.04.2017 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade für das Geld

    Basel hat den Grössenwahn.... Die Stadt ist ungepflegt.... Innenstadt immer mehr leerstehende Läden... In gewissen Quartieren nur noch deutlich sichtbar andere Kulturen.... Zu viel Multi Kulti ... Deshalb schade für das Geld der Steuerzahler die sich mit oder U-Bahn nicht mehr wohl fühlen in Basel.