Gesetzes-Revision

12. Oktober 2016 17:31; Akt: 12.10.2016 19:00 Print

Basler Airbnb-Anbieter werden zur Kasse gebeten

Airbnb-Anbieter sollen in Basel künftig eine Gasttaxe bezahlen müssen. Die entsprechende Gesetzesrevision soll 2018 in Kraft treten.

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Wer in Basel-Stadt via Airbnb seine Wohnung untervermieten will, wird in Zukunft eine Gasttaxe bezahlen müssen. (Bild: 20 Minuten/las)

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Der Community-Marktplatz Airbnb, der in über 191 Ländern Wohnungen, Häuser und sogar Schlösser untervermietet, ist auch in Basel sehr beliebt. «Derzeit sind über 3100 aktive Unterkünfte verfügbar», weiss Account Manager David Solbach. 31 Prozent der verfügbaren Gästebetten sind Airbnb-Angebote. Innerhalb kurzer Zeit hat sich das Unternehmen stark ausgebreitet – sehr zum Leidwesen der lokalen Hotellerie. Im Gegensatz zu den Hotels müssen Airbnb-Anbieter keine Gasttaxe verlangen, berichtet die «Basler Zeitung» am Mittwoch.

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Laut Samuel Hess vom Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) soll sich dies jedoch ändern. Das veraltete Gasttaxengesetz, das aus dem Jahr 1942 stammt, soll revidiert werden und voraussichtlich 2018 in Kraft treten. Zusammen mit Basel Tourismus hat das Amt entschieden, dass auch Airbnb-Anbieter eine Gasttaxe bei ihren Gästen einziehen müssen. Diese beläuft sich momentan auf 3.50 Franken pro Nacht und könnte nach der Gesetzesrevision leicht steigen, so Hess. Die Taxen-Einnahmen würden wie bisher mehrheitlich Basel Tourismus zugute kommen. «Wir begrüssen die Airbnb-Angebote, diese generieren zusätzliche Unterkünfte», so Basel Tourismus-Direktor Daniel Egloff. Dennoch müsse das Gasttaxen-Gesetz klarer formuliert werden. «Es gelten für alle die gleichen Regeln.»

Baselbiet macht es vor

Airbnb-Anbieterin Marta* (26) findet die Einführung der Gasttaxe völlig gerechtfertigt. «Basel ist sehr spät dran, andere Länder haben die Taxen bereits eingeführt», sagt sie. Wie die neue Regelung umgesetzt werden soll, ist jedoch noch unklar. Zudem ist sie noch nicht definitiv beschlossen. Erst wenn sie dem Regierungsrat übergeben ist, kann mit der Umsetzung begonnen werden.

Im Gegensatz zum Stadtkanton ist das Baselbiet hier schon einen Schritt weiter. «Seit Anfang 2014 sind Airbnb-Anbieter per Gesetz dazu verpflichtet, eine Gasttaxe von 3.50 Franken zu bezahlen», so Samantha Freivogel von Baselland Tourismus gegenüber der BaZ.

Wer im Baselbiet seine Wohnung untervermieten will, muss dies zunächst bei Baselland Tourismus melden. Halten sich die Anbieter nicht an diese Vereinbarung, müssen sie mit einer Busse rechnen. Über zwei Jahre habe man nach dieser geeigneten Lösung gesucht, so Freivogel: «Wir hoffen, dass wir Airbnb so aus der gesetzlichen Grauzone befreien können», sagt sie.

Anders als auf dem Land habe die Einführung der Gasttaxe nichts mit der gesetzlichen Grauzone zu tun, erklärt Luzia Wigger-Stein vom Bau- und Gastgewerbeinspektorat (BGI). Die gewerbliche Zweckentfremdung sei weiterhin illegal. Die Gasttaxe ändere daran nichts, so Wigger weiter.


* Name geändert

(fh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Um. Denker am 12.10.2016 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Maßlos

    "Die Taxe macht es die Untervermietung nicht legal", so heißt es. Doch der Kanton treibt das Geld trotzdem ein und unterstützt somit diese "illegale" tat, wie sie es nennen. Also macht sich der Kanton der Mittäterschaft schuldig und somit strafbar! Die Gier ist größer als die Treue zum Gesetz. Ein Hohn...

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  • tomex am 12.10.2016 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichbehandlung der Unterkünfte

    Es geht nicht darum, Bürger auszunehmen. Es geht v.a. darum eine Rechtsgleichheit zu schaffen. Jeder Ferienwohnungsgast und jeder Hotelgast bezahlt eine Kurtaxe oder Gasttaxe. Weshalb soll dies nun bei Airbnb-Anbietern anders sein? Die Gäste in den Unterkünften müsse einen angemessenen Beitrag an die Öffentlichkeit leisten, damit die kostenlose Infrastruktur wie beispielsweise Wanderwege - finanziert werden kann. Diese Einnahmen kommen i.d.R. den Gemeinden zu Gute und werden von allen Gästen gleichermassen bezahlt und künftig hoffentlich auch von Airbnb-Gästen.

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  • Switzerlanded am 12.10.2016 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke wo man nur hinsieht

    Die Schweiz versucht aber auch alles um auch das letzte aus Ihren Bürgern rauszupressen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bimbo77 am 12.10.2016 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tztztz

    Wenns um Kohle geht ist ein Gesetzt ruck zuck umgeschrieben! Wenn nur ALLES so hohe Priorität hätte.

  • Tina am 12.10.2016 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unfairer Kanton

    Immer wieder geht es nur um Geldeinnahmen. Voll fantasielos. Und wenn ich meine Privatwohnung so besteuern lassen muss, will ich auch die Steuervorteile wie ein Hotel geniessen können.

  • TAYFUN_2107 am 12.10.2016 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück ist die Luft gratis

    Muss der Staat eigentlich überall seine Nase drin haben und auch mitverdienen? Für jeden Gaggs den man macht, will die Steuerbehörde auch mitabsahnen. Langsam komme ich mir eingeengt und bevormundet vor. Da hat einmal jemand eine gutet Idee, schon ist Vater Staat da und streckt die Hand hin. Und es ist schon nicht das selbe wie in enem Hotel. Allerdings sind die etwas über CHF 3.--ja nicht viel.

  • Best am 12.10.2016 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurtaxe

    Man zahlt überall "Kurtaxen" so ist es natürlich dass man auch da zahlt!

  • Mimi am 12.10.2016 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Austrocknung des Wohnungsmarkts

    An alle, die Airbnb so toll finden: Dann einfach nicht jammern, wenn viele Wohnungen für Normalos nicht mehr zur Verfügung stehen - da sog. Mieter (Geschäftsmodell) diese gewerblich untervermieten - und Sie auch jeden Tag Nachbarn haben, die sich wohl im schlechten Fall wohl kaum um die Hausordnung scheren. Alles möglichst noch ohne Deklaration in der Steuererklärung. Der Eigentümer seinerseits wird aber sehr wohl zur Kasse gebeten. D hat sich schon längst dieses schrägen Geschäftsmodells angenommen. Es gibt Gesetze, ansonsten happige Bussen bis Euro 100'000. Ohne Wenn und Aber.

    • Beat F am 12.10.2016 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mimi

      Bin ganz deiner Meinung!! Aber plötzlich ist ein EU Land Vorbild ich finde das immer wieder lustig.

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