Virtuelles Screening

09. März 2020 11:37; Akt: 09.03.2020 13:41 Print

Basler liefern Grundlage für Corona-Impfstoff

Weltweit suchen Forscher nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Ein wichtiger Beitrag dazu kommt von der Uni Basel.

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Eine Forschungsgruppe um Markus Lill von der Universität Basel hat sich mit computergestützten Methoden auf die Suche nach Wirkstoffkandidaten gemacht. Die Forscher haben am Computer mehr als 680 Millionen Substanzen an einem wichtigen Protein des Virus, der zentralen Protease, virtuell getestet. Regierungsrätin Natalie Rickli informiert am Montag bezüglich des Coronavirus im Kanton Zürich. Im Kanton Zürich sind zurzeit 37 Personen mit dem Coronavirus infiziert (Stand 8. März 2020) Mittlerweile gibt es 281 bestätigte Fälle in der Schweiz. (Stand 8. März 2020) Der Thurgau meldet am 6. März seinen ersten Coronavirus-Fall. Am Donnerstag, , meldeten die Waadtländer Behörden den ersten Corona-Todesfall der Schweiz. Eine 74-jährige Patientin mit einer chronischen Vorerkrankung starb an den Folgen des Virus. Das Coronavirus ist auch im Kanton Luzern angekommen. Eine Schülerin der Kanti Alpenquai hat sich infiziert, die betroffenen Mitschüler und Lehrpersonen wurden unter Quarantäne gestellt. Bundesrat Alain Berset hat sich am Mittwochnachmittag mit den Gesundheitsdirektoren der Kantone getroffen. Eine neue Verhaltensregel wurde dann am Abend an einer Pressekonferenz präsentiert. Auch die Fluggesellschaft Swiss reduziert ihre Flugaktivitäten wegen des Coronavirus weiter. Die Streckenanpassungen betreffe ab Zürich und Genf das gesamte Kurz- und Mittelstreckennetz sowie auf der Langstrecke die Ziele Tokio, Osaka und Singapur. Es stünden aber mit einer Ausnahme keine Flugzeuge am Boden, sagte die Sprecherin. Die Flugzeuge würden dynamisch eingesetzt. Damit seien die Abständen zwischen den Flügen grösser, hiess es bei der Swiss weiter. Lediglich eine Boeing 777 sei nicht im Dienst. (04. März 2020) In der Seeklinik Brunnen SZ wurde am Dienstagabend ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. (3. März 2020) Ein Armeeangehöriger, der am zum WK in das Militärpolizeibataillon 3 eingerückt war, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Der Mann befand sich auf dem Waffenplatz Wangen an der Aare BE. Frauen am Virus erkrankt sind. Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher ist zum Start der Frühlingssession mit einer Schutzmaske im Bundeshaus erschienen. Ratspräsidentin Isabelle Moret passte dies nicht. Sie verbot der SVP-Frau, die Maske zu tragen. Daraufhin stürmte Martullo-Blocher aus dem Saal. Am 2. März 2020 wurde ein erster Coronavirus-Fall an der Universität Zürich bekannt. Am Institut für Mathematik soll ein 27-jähriger Doktorand positiv getestet worden sein. (Archivbild) Am wurde im Kanton Tessin ein zweiter Fall von Coronavirus bestätigt. Die Person befindet sich in einer Privatklinik in Lugano. (Symbolbild) Das Bundesamt für Gesundheit BAG verschärft seine Kampagne gegen das Coronavirus. Neu gilt Stufe Rot mit drei neuen Verhaltensregeln. (2. März 2020) Am wurden im Kanton Graubünden vier weitere Verdachtsfälle definitiv bestätigt. Insgesamt sind im Kanton nun sechs Personen positiv, 27 sind noch in Abklärung. Am teilte Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten, im Bundesamt für Gesundheit BAG, mit, dass es in der Schweiz 13 bestätigte Fälle gäbe. Fall 9: Der Kanton meldet einen ersten Coronavirus-Patienten hat. Dabei handelt es sich um einen 49-jährigen Mann. Fall 8: In steckte sich die Betreuerin einer Kindertagesstätte mutmasslich in Mailand an. Kinder, die mit ihr Kontakt hatten, müssen 14 Tage in Quarantäne. Zusätzlich zu diesem Fall meldete einen Verdachtsfall. Für einen jungen Mann mit Wohnsitz ausserhalb des Kantons fiel der Test im Universitätsspital positiv aus. Sechster Fall: In war eine 30-jährige Frau infiziert, die bis vor einer Woche in Mailand war. Sie wird im Triemlispital behandelt. Fall 5: Ein 26-jähriger Mann im wurde mit dem Coronavirus infiziert. Der Patient kam von einer Geschäftsreise nach Verona zurück. Auch im Kanton am Virus angesteckt. Die infizierten Kinder waren mit ihren Familien aus Italien im Oberengadin in den Ferien. Der zweite Fall einer Erkrankung mit dem Coronavirus betrifft einen 28-jähriger Informatiker, der aus Mailand zurückkam. Er wurde am 27. Februar in positiv auf das Virus getestet. Der erste Fall von Coronavirus in der Schweiz: Am 26. Februar war im ein 70-jähriger Mann positiv auf das Virus getestet worden. Der Erkrankte hatte an einer Versammlung in Mailand teilgenommen. Richard Neher ist Professor am Biozentrum der Universität Basel und Experte für die Verbreitung von Viren. Für ihn ist klar, dass sich die aktuelle Epidemie nicht mehr aufhalten lässt. In den nächsten Tagen rechnet er mit einer schnellen Zunahme der Erkrankungen. 36 Barttypen – doch welche davon sind mit Atemschutzmasken kompatibel? Die US-Gesundheitsbehörde CDC zeigt auf, welche Styles am sichersten sind. Um sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus zu schützen, setzen viele Menschen auf Masken, wobei man zwischen Hygiene- und Atemschutzmasken unterscheiden muss. Die einfachen (Bild) sind nach zwei bis drei Stunden durchgefeuchtet. Daher müssen sie dann spätestens ausgetauscht werden. Nur so können sie leisten, wofür sie gedacht sind: die Übertragung von Erregern durch Sekrettröpfchen zu verhindern. Schutz für den Träger bieten sie jedoch nicht. Anders : Je nach FFP-Schutzklasse schützen sie vor ungiftigen Stäuben (FFP1), vor giftigen Stäuben (FFP2) oder vor giftigen und gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosolen (FFP3). Um sich vor dem Virus Sars-Cov-2 zu schützen, wird zu FFP3 geraten. Momentan sind die Masken fast überall ausverkauft. Bei Sars-Cov-2 (Bild) handelt es sich um ein Virus, nicht um ein Bakterium. Der Unterschied? Während Bakterien Einzeller mit eigenem Stoffwechsel sind, die sich selbst reproduzieren können, bestehen Viren nur aus einer Eiweisshülle, in der sie ihre Erbsubstanz aufbewahren. Um sich zu vermehren, sind sie auf einen Wirt (Zellen) angewiesen. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Behandlung: Gegen Bakterien verwendet man Antibiotika, die die Zellwand zerstören oder die Vermehrung hemmen. Gegen Viren werden spezielle Medikamente, sogenannte Virostatika, eingesetzt, die das Eindringen des Virus in einen Wirt verhindern oder das Erbgut des Virus zerstören. (Im Bild:Sars-Cov-2-Partikel) Ersteres beschreibt den Moment der Ansteckung, in dem der Erreger in den Organismus eindringt und diesen im Folgenden stört. Das verrät auch der lateinische Ursprung. Das Wort «infectio» bedeutet so viel wie Vermischung, Verunreinigung, Vergiftung. Die Inkubation (von lateinisch «incubatio») beschreibt dagegen die Zeit, die zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht. Während dieser vermehren sich die Keime und die Erkrankung etabliert sich im Körper. Bei Covid-19 geht man von einer Inkubationzeit von bis zu 14 Tagen aus. In seltenen Fällen kann sie aber auch bis zu 24 Tage dauern. Der lateinische Ursprung ist auch die Erklärung dafür, warum es beispielsweise infizieren heisst und nicht infiszieren, wie häufig zu hören ist. Auch heisst es Desinfektion und nicht Desinfikation. Bei Ersterem handelt es sich um ein Anzeichen einer Krankheit. Das heisst um eine für eine bestimmte Krankheit charakteristische Erscheinung. Der Ausdruck stammt vom Griechischen «sýmptoma», was Zusammenfall, vorübergehende Eigentümlichkeit bedeutet. Auch der Begriff Syndrom stammt aus dem Griechischen. Konkret vom Ausdruck «syndromé», der «das Zusammenlaufen, Zusammenkommen» bedeutet. Und tatsächlich beschreibt ein Syndrom exakt das: ein Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammenkommen von verschiedenen Symptomen ergibt. Ersteres beschreibt eine zeitlich und örtlich in besonders starkem Masse auftretende und ansteckende Erkrankung. Darunter fällt etwa Bei einer Pandemie handelt es sich dagegen um eine Epidemie besonders grossen Ausmasses, die ganze Landstriche und Länder erfasst. Ihre Bezeichnung stammt aus dem Griechischen von «pan» für «alle, jeder» und «demos» für «Volk». (Im Bild: Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 grassierte) Heisst es nun ? Erlaubt ist beides: Ein Virus kann sowohl ein Neutrum als auch maskulin sein. Allerdings empfiehlt der Duden den sächlichen Artikel. Der Ausdruck Virus stammt aus dem Lateinischen, wo «virus» Schleim oder Gift heisst. Das lateinische Substantiv ist ein Neutrum, was den sächlichen Artikel im Deutschen erklärt. Beim kommt es auf die Kombination von Einseifen, Reiben, Abspülen und Trocknen an, sonst bringt es nichts. Das heisst: Die Hände nass machen, dann einseifen, am besten mit Flüssigseife. Die Hände reiben, bis es schäumt. Dabei Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingernägel und die Handgelenke nicht vergessen. Anschliessend gut abtrocknen. Es heisst und nicht Karantäne, wie manch einer schreibt. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort «quarantaine» ab, was eine Zeitspanne von 40 Tagen bezeichnet. So lange dauerte früher die Hafensperre für Schiffe mit seuchenverdächtigen Personen.

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Fieberhaft suchen Forschungsgruppen weltweit nach Medikamenten gegen das neue Coronavirus. Basler Forscher liefern eine wichtige Grundlage: Mit computergestützten Methoden durchforsteten sie 678 Millionen Substanzen und identifizierten vielversprechende Kandidaten.

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Ein Impfstoff gegen das neue Coronavirus wird noch Zeit brauchen. Antivirale Medikamente könnten helfen, schwere Verläufe der Infektion zu verhindern, aber ein spezifisches Medikament gegen Sars-CoV-2 fehlt noch.

Eine Forschungsgruppe um Markus Lill von der Universität Basel hat sich mit computergestützten Methoden auf die Suche nach Wirkstoffkandidaten gemacht. Das Team durchforstete 678 Millionen Substanzen mit dem Ziel, Kandidaten zu finden, die an einem essenziellen Enzym des Virus angreifen – seiner Haupt-Protease, die es zum Bau neuer Viren braucht. Sie testeten die Substanzen dabei rein virtuell, wie die Uni Basel am Montag mitteilte.

Ein Dutzend Kandidaten

Die Forscher identifizierten laut Fachartikel ein Dutzend Kandidaten, die das Potenzial hätten, das essenzielle Enzym des Virus und damit seine Vermehrung zu blockieren. Normalerweise würden die Wissenschaftler diese aussichtsreichen Kandidaten in Zusammenarbeit mit anderen Forschungsgruppen experimentell testen, bevor die Ergebnisse patentiert und veröffentlicht würden, schrieb die Uni Basel.

Aufgrund der derzeitigen Notlage veröffentlichten Lill und sein Team ihre Ergebnisse jedoch bereits auf dem Preprint-Sever ChemRxiv, um sie anderen Forschenden zur Verfügung zu stellen. Ihre Studie durchlief demnach noch nicht den üblichen Begutachtungsprozess vor der Veröffentlichtung in einem Fachmagazin.

Die Basler Forscher hoffen darauf, dass andere Forschungsgruppen weltweit nun ohne Zeitverlust die Ergebnisse für weiterführende Studien nutzen können. Seit die Studie vor fast einer Woche auf dem Preprint-Server hochgeladen wurde, wurde sie bereits fast 4000-mal angeklickt und über 900-mal heruntergeladen.

Mehrere Medikamente nötig

Auch die Medikamentenentwicklung braucht indes Zeit. Dass die Ergebnisse noch im Zuge der derzeitigen Epidemie zu einem Wirkstoff führen, ist daher eher unwahrscheinlich, räumt Lill gemäss der Mitteilung ein. Dennoch sei es wichtig, Wirkstoffe für künftige Coronaviren zu entwickeln. «So können ähnliche Gesundheitsnotstände wie der momentane im Keim erstickt werden.»

Für die derzeitige Epidemie setzen Forschungsgruppen vor allem darauf, die Wirksamkeit bereits existierender Medikamente gegen Sars-CoV-2 zu prüfen. Bereits in klinischen Studien getestet wird beispielsweise ein Wirkstoff namens Remdesvir, der ursprünglich gegen das Ebolavirus gedacht war. Andere Ansätze beruhen auf Wirkstoffen, die das Eindringen des Virus in die Zelle verhindern sollen. Im Rennen sind beispielsweise Mittel gegen Malaria, Grippe und Krebs.

Da Viren sich anpassen und resistent gegen Medikamente werden können, wird es mittel- bis langfristig allerdings mehrere Wirkstoffe gegen Sars-CoV-2 brauchen. Daher stellt die Kandidatenliste der Basler Forschungsgruppe eine wertvolle Grundlage dar.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • claudia am 09.03.2020 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO

    Toll solche Forscher bei uns zu haben! Ein grosses Dankeschön

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  • Schmo am 09.03.2020 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Basel

    Gut gemacht in Basel... ... aber die hatten ja auch Zeit da sie nicht an der Fastnacht mussten...*Ironie aus*

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  • El Mac am 09.03.2020 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht vermischen

    Einerseits steht im Titel Impfstoff, andererseits im Inhalt dann Medikament und was tatsächlich gemeint ist, ist wohl eine Therapie. Ich bitte um Genauigkeit! Das sind alles verschiedene Dinge. Impfstoff ist präventiv, eine Therapie soll aber den Krankheitsverlauf verbessern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl Demmler am 10.03.2020 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Mr.

    Es gibt doch schon ein Medikament,siehe Japan,China

  • Speedyb am 10.03.2020 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf Ansage?

    Das war ja irgentwie klar das irgentwann so eine Meldung kommt

  • Phoenix am 09.03.2020 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Geld oder Leben

    Dann kauft es eine Pharmafirma und es kostet 2 Million pro Tablett oder du stirbst ?

    • Rösli am 10.03.2020 08:20 Report Diesen Beitrag melden

      Einfach blöd

      Armer Mensch, kauf die Windeln und schweig.

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  • Raffi am 09.03.2020 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Die große Frage

    Die Welt wird immer verrückter, doch immer mehr Menschen durchschauen die Agenda der Hintergrundmächte. Die große Frage lautet nicht, wie gefährlich ist das Coronavirus, sondern wie gefährlich ist der Wahnsinn der Kabalen.

  • Daniel am 09.03.2020 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Armselig und dumm

    wie versucht wird durch Lügen und Hypothesen neue Geschäftsfelder zu schaffen. Wird aber leider nicht aufgehen, denn die Wahrheit ist nicht mehr wegzuräumen.