Wachsende Beliebtheit

07. Juni 2014 20:58; Akt: 07.06.2014 20:58 Print

Basler Mode-Blogs, die man sich merken sollte

Zwei Baslerinnen stecken viel Herzblut in ihr Hobby. Die Mode-Bloggerinnen reisen dafür quer durch Europa und erhalten positive Feedbacks.

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Blogs gibt es wie Sand am Meer – die meisten sind kaum bekannt und dienen nur als Internet-Tagebuch. Zwei Baslerinnen sind mit ihrer Blogs aber auf bestem Weg, aus ihrer Freizeitbeschäftigung Profit zu schlagen. Sie schreiben über ihren Alltag und Mode, werben für verschiedene Produkte und können damit ihren Kontostand aufbessern oder zumindest ihren Kleiderschrank füllen.

Evelyne Wyss (21) ist Studentin und bloggt seit fast einem Jahr neben ihrer Ausbildung. «Ich dachte nie daran, einen Modeblog einzurichten. Die Idee dafür bekam ich, als ich für eine finnische Frau in Thailand ein Kleid entwarf. Sie empfahl mir, einen Blog anzufangen», so Wyss.

Sie habe tolle Erfahrungen durch das Bloggen gemacht und lerne viele neue Leute in der Modewelt kennen. Besonderen Spass machen ihr die gemeinsamen Shootings mit ihren Freunden. Wyss ist im Kontakt mit verschiedenen Designern und arbeitet mit sechs «Longterm»-Partnern wie Anna Studio oder Nordbron zusammen. Sie lässt sich mit deren Accessoires, Kleidern und Schuhen fotografieren und schreibt zudem in ihrem Blog für und über diese Modelabels. Ihrer Meinung nach, muss sie noch ein ganzes Stück wachsen, bevor sie anfangen kann, viel Geld fürs Bloggen zu verlangen. Dafür kann Wyss die zugeschickten Produkte behalten: «Das ist manchmal fast besser als Bargeld, da ich das Geld sowieso wieder für Kleider ausgeben würde.»

Kreativität, Individualität, Leidenschaft

Auch Leandra Melanie Comment (20) verdient neben ihrer Lehre als Handelskauffrau hie und da ein paar Franken mit Werbebannern oder bezahlten Posts auf ihrem Blog elyhana.com. «Das reicht bei weitem nicht, um davon zu leben, was aber auch niemals in meinem Sinn wäre», erklärt sie. Seit zwei Jahren investiert Comment sehr viel Freizeit und Herzblut in ihr Steckenpferd. Mit ihrem speziellen Kleidungsstil und den roten Haaren fällt sie auf. In der Zwischenzeit habe sie eine Stammleserschaft gewonnen. Sie freut sich über den Austausch mit ihren Lesern und anderen Bloggern.

Obwohl Comment bereits nach Paris an die Winter/Frühlings-Präsentation von La Redoute konnte, ist das Bloggen mehrheitlich ein Hobby. Ihr zufolge geht es dabei um Kreativität, Individualität und Leidenschaft: «Wer nur der Geschenke wegen bloggt, sollte lieber damit aufhören.»

Modeblogger halten das Zepter

Ulrike Langbein, Lehrbeauftragte am Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, sieht in Modeblogs noch viel mehr als ein einfaches Steckenpferd: «Alles was mit Mode zu tun hat, besitzt eine Ausdrucksqualität. Mode ist immer auch Inszenierung. Es geht um Selbstdarstellung und die Kommunikation mit der Aussenwelt.»

Durch ein Medium wie das Internet können die Aspekte der Kommunikation und Selbstdarstellung ein viel grösseres Publikum erreichen, so Langbein weiter. Mit einem Modeblog bilde man sich eine eigene Meinung und präsentiert diese.
«Ein toller Nebeneffekt ist, dass die Herrschaft über die Meinungsbildung in der Modewelt den grossen Modejournalen weggenommen wird. Jetzt haben die Modeblogger das Zepter in der Hand», sagt Langbein.

(pjz)