Ausstellung «Going West»

02. Juli 2014 16:20; Akt: 03.07.2014 13:45 Print

Basler Museum zeigt 100 Jahre Lucky Luke & Co.

von Samuel Hufschmid - Millionenfach via Tageszeitungen verbreitet, prägten Comics das Bild vom Wilden Westen kräftig mit. Das Cartoonmuseum Basel widmet der 100-jährigen Geschichte eine Ausstellung.

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«Über jede Telefonkribbelei von Picasso wird heute eine Dissertation geschrieben, aber mehr als 100 Jahre Comic-Geschichte sind praktisch unerforscht», sagt Comic-Sammler Alexander Braun. Entsprechend aufwendig waren die Vorbereitungsarbeiten für die neue Ausstellung im Basler Cartoonmuseum, die am Donnerstag Vernissage feiert.

Für einige verschollen geglaubte Originalzeichnungen des Comiczeichners Frank King musste Braun zu dessen 75-jähriger Nichte in den US-Bundesstaat Mississippi reisen. «Die alte Dame hatte die Originalzeichnung ihres Onkels in einer verstaubten Kartonschachtel aufbewahrt und war begeistert, dass sich jemand dafür interessiert.»

Indianer wurden wilden Tieren gleichgesetzt

Über 100 Originalzeichnungen mit Western-Comics zeigt das Cartoonmuseum Basel in der Ausstellung «Going West», darunter auch sechs Werke von «Lucky Luke»-Zeichner Morris. Während die Helden wechseln, sind die Geschichten in Western-Comics über die Jahrzehnte dieselben geblieben: schiessfreudige Cowboys, hinterlistige Indianer, Zug- und Banküberfälle sowie Schlägereien und Trinkgelage in den Saloons.

Anfang des 20. Jahrhunderts, als Comicstrips dank ihrer millionenfachen Verbreitung in Tageszeitungen und ohne Konkurrenz durch Radio und Fernsehen ein Massenmedium waren, wurden Indianer häufig wilden Tieren gleichgesetzt und als grosse Gefahr dargestellt. Insbesondere europäische Comiczeichner setzten sich ab den 30er-Jahren aber auch zunehmend gesellschaftskritisch mit der Vertreibung der Ureinwohner auseinander.

Auch Schweizer Wild-West-Zeichner

Die Ausstellung, die bis am 2. November offen ist, bietet nicht nur einen Überblick über die Evolution der Comic-Techniken, sondern auch über jene der Wahrnehmung der Western-Saga. Sie ist für ein breites Publikum konzipiert; der Teil über den Schweizer Western-Comic-Zeichner Derib etwa ist speziell auf Kinder ausgerichtet.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt am 02.07.2014 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache

    Finde ich eine gute Sache. Zeichnen ist "nur" das Eine, aber eine Zeichnung in eine Geschichte widerzugeben ist viel schwieriger. Die Comicszeichner haben grossen Respekt verdient - meiner Meinung nach sind Comiczeichner talentierter als Künstler.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 02.07.2014 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache

    Finde ich eine gute Sache. Zeichnen ist "nur" das Eine, aber eine Zeichnung in eine Geschichte widerzugeben ist viel schwieriger. Die Comicszeichner haben grossen Respekt verdient - meiner Meinung nach sind Comiczeichner talentierter als Künstler.