Geschichte im Hosensack

30. Juli 2014 16:03; Akt: 31.07.2014 15:52 Print

Basler Stadtrundgang-App startet durch

von Lukas Hausendorf - Mit der App Fairytrails lässt sich das historische Basel auf interaktiven Stadtrundgängen erkunden. Das soll auch in Bern bald möglich sein.

Hörprobe aus dem interaktiven Stadtrundgang: Hier wird die Geschichte der Frau zu Spalen erzählt, welche die Besucher der Stadt bis heute vom Spalentor herab grüsst.
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Seit einer Woche steht die Vollversion von Fairytrails in den App-Stores von Apple und Google zum Download bereit. Dem ging eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne voraus, in der die vier Basler Initianten die nötigen Mittel zur Umsetzung ihrer interaktiven Stadtrundgänge sammelten. Professionell vertont und multimedial aufbereitet, bietet die App zwölf Posten, die den Nutzern kaum bekannte Basler Sagen und Legenden näherbringen.

Entwickelt wurde Fairytrails von der Basler Ethnologin Franziska Kissling und ihrem Freund Benjamin Loesch. Kissling fing an, inspiriert durch eine Vorlesung, die Sagen zu recherchieren. Softwareentwickler Loesch programmierte die App. Zwei Freunde kümmerten sich dann um Grafik und Fotos.

Jetzt, da die Vollversion fertig ist, wollen sie nicht aufhören. Für die Basler Sagensammlung ist bereits eine Dialektversion in Vorbereitung. «Wir hatten sehr viele positive Feedbacks, aber viele haben sich gewünscht, dass die Texte auf Baseldeutsch gesprochen werden», erklärt Loesch.

Andere Städte, andere Sagen

Mit zwölf Sagen und Legenden sind die Basler vorerst gut bedient. Darum haben Loesch und seine Mitstreiter bereits die Fühler über die Kantonsgrenze hinaus gestreckt. Eine weitere App ist in Vorbereitung. Wahrscheinlich bekommt die Bundeshauptstadt jetzt ihren eigenen interaktiven Stadtrundgang, der den Bernern ihre Sagen in Erinnerung ruft. «Wir haben dort schon jemanden gefunden, der die Storys machen will», so Loesch.

Offen sei zurzeit aber noch die Finanzierung. «Wir haben uns überlegt Stiftungen anzufragen oder nochmal ein Crowdfunding zu starten», sagt er. Allerdings sei auch schon überlegt worden, die App kostenpflichtig zu machen. Das wäre aber nicht im Sinne der Entwickler, die sie in Basel gratis anbieten.

App ist ein Kleinunternehmen geworden

Mit Fairytrails hat Loesch aber nicht nur eine App programmiert, sondern zugleich noch eine Geschäftsidee geboren. Die Plattform lasse sich auch für andere Rundgänge brauchen, erklärt er. So wurde schon Interesse gemeldet für einen Klimaweg. Die fremden Inhalte landen aber nicht auf der Basler Fairytrails-App. Es entsteht jeweils eine neue, auf den Kunden zugeschnittene Anwendung, die nach dem gleichen Prinzip wie Fairytrails funktioniert.