Verladeaktion

17. Januar 2017 18:18; Akt: 17.01.2017 18:18 Print

Basler Trams machen sich auf die Reise nach Sofia

Das Staatssekretariat für Wirtschaft kauft den Basler Verkehrs-Betrieben 28 Trams ab und spendet sie der bulgarischen Hauptstadt. Am Dienstag wurden sie verladen.

Eines von 28 BVB-Trams, die in Sofia fahren sollen, wird an der Hochbergstrasse verladen. (Video: las)
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Seit Mitte 2016 sind 46 Düwag-Trams in Belgrad unterwegs, die früher für die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) fuhren. Ebenfalls ihren Dienst im Osten weiter tun sollen nun 28 sogenannte «Guggummere», die einst von der damaligen Schindler Waggon AG in Pratteln gebaut wurden. Sie wurden zwischen 1990 und 91 eingeführt und waren nach Einbau des Sänfteteils die ersten BVB-Trams mit Niederflurteil. Nach rund 26 Jahren und etwa 1,5 Millionen Kilometern pro Tram hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Fahrzeuge der BVB abgekauft und stiftet sie dem öffentlichen Verkehr der bulgarischen Hauptstadt Sofia.

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«Je nach Wartung und Einsatz können sie noch weitere 10 bis 15 Jahre fahren», sagt BVB-Sprecher Benjamin Schmid. Der Grund, wieso sie in Basel ausgemustert werden, seien die neuen Anforderungen, die die BVB an ihre Trams stelle. Ansonsten müsse man sie verschrotten. «Wir bereiten uns damit auch auf das Behindertengleichstellungsgesetz vor», erklärt er. Ab 2018 sollen im Regelbetrieb nur noch Niederflurtrams der Typen Combino und Flexity in Basels Strassen rollen.

Sofia braucht neue Trams

Laut dem Seco benötigt Sofia Electrotransport (SET), das dortige Pendant zur hiesigen BVB, dringend neue Trams, um seine alternde Flotte zu modernisieren. Zudem leide die Stadt zunehmend an einer überlasteten Verkehrsinfrastruktur. Doch dazu fehle das Geld. Die gespendeten Trams sollen den öffentlichen Verkehr aufwerten und damit die Lebensqualität in der Stadt verbessern.

Für das Projekt sind 3 Millionen Franken budgetiert. Das Seco kauft dabei der BVB die 28 Guggummere zum Restwert von je 30'000 Franken ab und bezahlt den Transport sowie Ersatzteile. Dies mache laut Schmid rund fünf Sechstel des Gesamtbetrags aus. Das sind zirka 2,5 Millionen Franken. Die restlichen Kosten teilen sich die bulgarischen Partner.

Altehrwürdige Gurken

Am Dienstag wurden die ersten zwei «Guggummere» (was auf Baseldeutsch Gurke bedeutet) im BVB-Instandhaltungszentrum an der Klybeckstrasse auf Sattelschlepper geladen und so zur Hochbergstrasse transportiert, wo sie von zwei Kränen auf Bahnwagen gehievt wurden. Auf diesen werden sie ihre Reise über Österreich, Ungarn und Serbien nach Bulgarien bestreiten.

Den Namen haben die grünen Gurken übrigens wegen ihres asymmetrischen Grundrisses. Laut Projektleiter Heinz Probst sei die besondere Herausforderung beim Verladen, dass die 31 Tonnen schweren Wagen einen flexiblen Teil haben und deshalb von zwei Kränen gleichzeitig gehoben werden müssten. «In der Luft bewegt sich das Tram wie eine Schlange», sagt er.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ilge am 17.01.2017 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Ausland noch top...

    ... hier brauchen wir natürlich immer die neusten, schönsten und vor allem teuersten Trämli. Sonst kann man ja die Preise nicht erhöhen und ohne den Luxus-ÖV ist eine Schweizer Stadt nicht repräsentativ genug...

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  • DANKE am 17.01.2017 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz & Steuern

    Jep ... CH Steuerzahler müßen für Alle Geschenke indirekt zahlen !

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  • franz am 17.01.2017 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Osten

    Alte Schweizer Busse und Trams sind begehrt und fahren im Osten noch jahrelang herum. Wie die alten VBZ Mirage Tram in Vinnitsa. Hier in der der anspruchsvollen Schweiz müssen immer die neusten und teuersten Fahrzeuge her.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 20.01.2017 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschütteln

    Einmal mehr kommt der Steuerzahler für ein Geschenk des SECO an eine ausländische Institution auf.

  • Stefanbasel am 19.01.2017 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    quer durch die Stadt

    Wieso werden die Fahrzeuge quer durch die Stadt transportiert? Am Depot Dreispitz gibt es eine Gleisanbindung. Dort wurden sie auch vor einigen Monaten verladen.

    • Basler Tram& Busbilder am 19.01.2017 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stefanbasel

      Ganz einfach ;) Die Trams mussten sowieso vom Dreispitz in die Hauptwerkstatt um transportfertig gemacht zu werden. (Danach hätten sie wieder durch die ganze Stadt zurück geschleppt werden müssen.) Ausserdem kann beim Dreispitz aufgrund der dortigen neu gebauten Häuser kein Kran für den Verlad mehr aufgestellt werden. ;) (Der Gleisanschluss dort verschwindet auch bald)

    • Stefanbasel am 20.01.2017 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Basler Tram& Busbilder

      Danke für den Hinweis.

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  • Adrian Büschi am 19.01.2017 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kriminaltourismus

    Ich finde gut das diese Trams ein zweites Leben haben! Aber ich habe in Problem damit, das die Trams in ein Land kommen wo die Leute Kriminaltourismus in die Schweiz betreiben! Vielleicht könnt hier auch mal Entwiklungsarbeit geleistet werden!

    • Schwachstrom Hirni am 19.01.2017 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Adrian Buschi

      Denkmal. Die Kriminaltouristen sind schon hier, also kommen Trams den richtigen Leute zugute. Oder hast du angst das dann nochmehr kriminelle mit dem Tram kommen ?!

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  • Luca Berger am 18.01.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    hmm..

    Diese Fahrzeuge sind gerade mal 26 Jahre alt! Ich verstehen nicht, warum diese "jungen" Fahrzeuge so früh abgegeben werden.

  • Luca Berger am 18.01.2017 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Schade :(

    Und ein weiteres Stück Schindler Tram verlässt uns :( Naja, immerhin bleiben die Cornichons in Basel. :D