Basel-Stadt

14. November 2018 05:47; Akt: 14.11.2018 05:47 Print

Bei Neumond kommen am meisten Kinder zur Welt

In den letzten fünf Jahren kamen in Basel-Stadt im Schnitt sechs Kinder pro Tag bei Neumond zur Welt. Dies sind laut Statistischem Amt mehr als während anderer Mondphasen.

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Das statistisch wahrscheinlichste Basler Neugeborene kam im September an einem Mittwoch bei Neumond zu Welt und heisst Lukas. Wie das Statistische Amt in einer Untersuchung der Geburtsdaten zwischen 2013 und 2017 herausgefunden hat, brachten Basler Mamis in diesem Zeitraum bei Neumond mehr Kinder zur Welt als bei Vollmond oder anderen Mondphasen.

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Während bei Neumond in Basel im Schnitt 6,1 Kinder pro Tag geboren werden, sind es bei Vollmond 5,4 und während anderer Mondphasen 5,6, wie aus der Erhebung des Statistischen Amts Basel-Stadt hervorgeht. Und noch was haben die Statistiker herausgefunden: Im September werden die meisten Babys geboren. Und der geburtenstärkste Wochentag war der Mittwoch.

«Man kann natürlich einfach neun Monate zurückrechnen. Dann sind wir bei der Weihnachtszeit», so Marina Jans vom Statistischen Amt Basel-Stadt über den geburtenstarken September. Man könne allerdings nur Vermutungen anstellen, dass die Advents- und Weihnachtszeit eine besonders beliebte Zeit bei Baslern ist, um Kinder zu zeugen.

Ebbe, Flut und Geburt?

Auch über den Zusammenhang zwischen Mondphase und Geburten, könne man anhand der Zahlen aus Basel-Stadt keine weiteren Aussagen machen. «Wir haben eine rein deskriptive Auswertung der letzten fünf Jahre vorgenommen und können keine weiteren Schlussfolgerungen daraus ziehen», so Jans.

Dass der Mond nicht nur für Ebbe und Flut verantwortlich ist, sondern auch Einfluss auf den Menschen zu haben scheint, bemerkten in Basel auch zwei Mitarbeiterinnen des Kundenzentrums der BVB: Bei Neu- und Vollmond beschweren sich mehr Kunden als sonst. Das Statistische Amt weist im Bericht auf zwei Studien hin, welche die Beeinflussung durch den Mond auf die Geburtenzahlen untersuchten.

Beide kamen zum Schluss, dass der Mond keinen Einfluss nimmt. Viele Hebammen und Gynäkologen glaubten jedoch, bei Vollmond mehr zu tun zu haben. Forscher führen dies darauf zurück, dass Menschen den Mond eher wahrnehmen, wenn er voll und rund am Himmel steht. Daher komme der Eindruck, dass in besonders stressigen Nächten immer Vollmond sei, so das Statistische Amt.

«Viele Geburten sind von aussen beeinflusst»

Die Basler Hebamme Sandra Aeby sieht keinen Zusammenhang zwischen Mondphase und Geburten. «Viele Geburten sind heutzutage von aussen beeinflusst. 35 Prozent der Geburten sind Kaiserschnitte. In anderen Fällen gibt es Geburtseinleitungen», sagt sie. Daher halte sie die Zahlen für wenig aussagekräftig.

Sie könne eher beobachten, dass wetterbedingte Druckverhältnisse einen Einfluss auf eine Geburt haben. «Dass im September mehr Kinder zur Welt kommen hängt sicher damit zusammen, dass neun Monate vorher Weihnachten ist. Es ist das Fest der Liebe, die Menschen sind friedfertiger und das merkt man auch neun Monate später bei der Anzahl der Geburten», so die Hebamme.

(lb)