Digitale Berater

07. Januar 2019 17:51; Akt: 07.01.2019 18:06 Print

In dieser Bank wird man per Bildschirm beraten

Die Basler Kantonalbank eröffnete im Voltacenter ihre erste voll autonome Filiale. Kunden werden ab sofort nicht mehr physisch vor Ort beraten, sondern per Video.

So funktioniert die voll autonome BKB-Filiale. (Video: BKB)
Fehler gesehen?

Im Rahmen eines Pilotversuchs eröffnete die Basler Kantonalbank (BKB) ihre erste automatisierte Filiale im Voltacenter. «Wir wollen unseren Kunden ein erweitertes Leistungsspektrum anbieten, das ihren Bedürfnissen entspricht», erklärt BKB-Mediensprecher Patrick Riedo auf Anfrage. Seit Montag beraten die Mitarbeiter ihre Kunden nicht mehr persönlich vor Ort, sondern digital per Video.

Umfrage
Was halten Sie von voll autonomen Banken?

Grund für den Umbau der klassischen Filiale sei vor allem die abnehmende Besucherfrequenz durch das immer umfangreicher werdende Selbstbedienungsangebot, teilt die Bank mit. Neu ist laut Riedo aber nicht nur die voll autonome Technologie, sondern auch die individuellen Beratungsmöglichkeiten: «Wir haben festgestellt, dass in der Filiale immer weniger Kassengeschäfte in Anspruch genommen wurden, weshalb wir nun auch virtuelle Beratungsgespräche zu komplexeren Fragestellungen anbieten.»

Virtuelle Beratung per Video

Doch wie funktioniert die autonome Bank? «Die Räumlichkeiten sind mit Sensoren ausgestattet, die erkennen, wenn ein Kunde die Filiale betritt. Per Video wird der Kunde dann mit einem Mitarbeiter aus der Filiale BKB-Spiegelgasse verbunden und nach seinem Anliegen gefragt», erklärt Riedo. Identifiziert werden die Kunden mittels Kamera und Ausweis.

Wünscht der Kunde eine individuelle Beratung, wird er vom Mitarbeiter am Empfang in ein Beratungszimmer gebeten. Dort befindet sich ein Bildschirm, auf dem in Kürze ein weiterer Mitarbeiter erscheint und Fragen beantwortet. Zudem stehen den Kunden eine selbstbedienbare E-Banking-Station und gewöhnliche Bankautomaten zur Verfügung. Auch Neukunden können vom Angebot profitieren, wenn sie ein Konto eröffnen wollen.

Beratung per Knopfdruck in der BKB-Filiale

«Frage der Gewohnheit»

Bereits am Tag der Eröffnung nahmen einige Kunden das neue digitale Angebot in Anspruch, wie eine Kundenberaterin vor Ort weiss: «Die Kunden reagieren neugierig und interessiert.» Trotzdem sei noch deutlich zu spüren, dass viele mit der voll digitalisierten Beratung noch nicht so vertraut sind: «Ich denke, es ist eine Frage der Gewohnheit», so die BKB-Mitarbeiterin.

Für wen die virtuelle Beratung noch komplettes Neuland ist, der kann sich in den ersten Wochen das neue System klassisch von einer Mitarbeiterin vor Ort erklären lassen. Die Besprechungszimmer und die E-Banking-Station sind während sieben Tage in der Woche von sieben bis 21 Uhr durchgehend geöffnet. Beratungen sind jedoch nur werktags zwischen 8.30 Uhr bis zwölf Uhr und von 13.30 Uhr bis 17 Uhr möglich.

Selbstbedienungsbanken auch bei der BLKB

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) eröffnete ihre erste Selbstbedienungsbank mit Beratungen per Videotelefonie als Pilotprojekt in Lausen BL bereits im November 2015. Mittlerweile gibt es solche Filialen auch in Füllinsdorf, Münchenstein und Birsfelden. «Unsere Kunden haben gut auf die Selbstbedienungsbanken reagiert», so Deborah Jungo, Sprecherin der BLKB. Durch die Übergangszeit mit einem Mitarbeitenden vor Ort, hätten sich die Kunden schnell an das neue Format gewöhnt.

Genutzt werde die Videotelefonie hauptsächlich für kurze Beratungen. Als Neukunde ein Konto zu eröffnen sei allerdings nicht möglich. «Kunden können auch einen Termin vereinbaren, zu dem dann ein Berater persönlich in die Filiale kommt», so Jungo. Mit den Selbstbedienungsbanken reagiere man auf Veränderungen im Kundenverhalten.

(mis/lb)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. Gertsch am 07.01.2019 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mensch vor Maschine

    Bei diesen Banken werde ich nie eine Kundenbeziehung eingehen.

    einklappen einklappen
  • C. Duck am 07.01.2019 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    ein NO-GO bei m. Geld

    diese Bank werde ich meiden! Ich will die Menschen sehen, die mein Geld wollen!

  • Francesco am 07.01.2019 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    So nicht!

    Würde das meine Filiale im Aargau machen, dann wäre ich Blitz-weg! Rendite-Rendite immer mehr Rendite für die Aktionäre. Auf welchen Kosten? Auf dem Rücken der Mitarbeiter! So nicht!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jonni Murxirer am 09.01.2019 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Callcenter, HomeOffice auslagern..

    Die "Bankberater" sitzen also in einem Callcenter, den Hintergrund des Videochats, kann der Call Center Agend vermutlich selber hochladen, damit auch ja der Eindruck entsteht, das Call Center sei in der Schweiz, oder sogar im teuren Baselland oder Baselstat, könnte aber auch sein dass die Callcenter Mitarbeiter gar nicht mehr in einem CallCenter arbeiten sondern aus Kostengründen Homeoffice machen müssen. Irgend ein Managershenie wirts wohl bald in ein niedriglohn Land verschieben.

  • ExBanker am 08.01.2019 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ciao ciao Banken

    Wer braucht noch Banken bei digitalem Geld auf Blockchain. Ich freue mich!

  • C. Duck am 08.01.2019 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    miese Taktik der Banken

    Die Bankmanager, auch die der BLKB, behaupten, die Kunden wollen das so! Ich sehe immer längere Schlangen und Wartezeiten vor menschlich besetzten Schaltern, weil nur noch einer von drei Schaltern bedient wird. Mich hat noch kein Bänker gefragt was ich als Kunde wünsche. Servicewüste Schweiz greift mit Vollgas um sich. Die Banken kosten immer mehr, leisten immer weniger und Verantwortung übernehmen sie eh keine.

  • Ulrich Steiger am 08.01.2019 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Alles immer noch komplizierter

    Die Vertechnokratisierung nimmt langsam krankhafte Züge an! Hänge ich in Zunkuft auch bei der Bank in der Endloswarteschlaufe: "Derzeit sind ALLE unsere (1) Mitarbeiter/Innen besetzt". Sollte meine Bank es wagen, mich an ein Terminal zu schicken, um mit einem Mitarbeiter zu sprechen, bin ich weg!!!

  • H. Bähler am 08.01.2019 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Werbebeiträge

    Nur noch Werbung, Werbung, Werbung.