28. April 2005 04:56; Akt: 27.04.2005 21:37 Print

Bierlauf: Behörden wollen Massenbesäufnis bremsen

Immer mehr Minderjährige besaufen sich am Münchensteiner Bierlauf. Jetzt reagieren die Behörden.

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«Der Bierlauf am 1. Mai ist für viele Junge längst Kult», stellt Peter Küng von der Stiftung Im Grünen besorgt fest. Zweierteams rennen mit einem Harass Bier vom Reinacher Schwimmbad in die Grün 80. Wer die fünf Kilometer zuerst – und mit leer getrunkenem Harass – bewältigt, gewinnt.

Was einst als Jux begann, hat laut Küng mittlerweile die Ausmasse «eines kolossalen Massenbesäufnisses» angenommen. Rund 800 Jugendliche – darunter auch eine steigende Zahl Minderjähriger – hätten im letzten Jahr am Lauf mitgemacht. Unzählige seien danach schwer betrunken in der Grün 80 herumgelegen, wo sich an schönen Wochenenden bis zu 10 000 Erholungssuchende tummeln.

«Allein die Schäden an der Vegetation und die Aufräumarbeiten kosten rund 10 000 Franken», weiss Küng. Sechs zivile Polizisten sowie Jugendarbeiter sollen am Sonntag dafür sorgen, dass sich keine Minderjährigen mehr am Bierlauf betrinken. Zum Schutz des Grundwassers – die Grün 80 liegt in einer Schutzzone – werden WC-Häuschen aufgestellt. «Wir können den Bierlauf weder bewilligen noch verbieten, da keine Organisation dahinter erkennbar ist», sagt Küng.

Jan Kirchhofer