Suter tritt ab

12. Dezember 2011 19:52; Akt: 12.12.2011 20:59 Print

Blocher übernimmt definitiv die BaZ

Nun ist klar, wem die «Basler Zeitung» gehört. Moritz Suter verlässt die BaZ. Der Verleger gibt seine Beteiligung an Rahel Blocher zurück, die Tochter von SVP-Nationalrat Christoph Blocher.

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Moritz Suter steigt als Verleger der «Basler Zeitung» aus. (Bild: Keystone)

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Nach sechs turbulenten Monaten zieht sich Moritz Suter bei der «Basler Zeitung» zurück. Der Verwaltungsratspräsident der BaZ-Gruppe hatte mit Rahel Blocher eine Vereinbarung, dass er dies nach dieser Zeit tun könne. Suter begründete seinen Ausstieg in einem Schreiben an die Mitarbeiter mit Meinungsverschiedenheiten. Sie seien so gross gewesen, dass seine Unabhängigkeit als Geschäftsführer von der Geldgeberin gefährdet gewesen wäre.

Suter hat Rahel Blocher nach eigenen Angaben als Alternative vorgeschlagen, mit eigenen Investoren das Darlehen an das Unternehmen auszulösen. Dies sei aber abgelehnt worden. Darum sei er nun per sofort von allen Funktionen des Konzerns zurückgetreten.

Ein Bundeshaus-Redaktor der «Basler Zeitung» meldete zudem auf Twitter, dass FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger neuer Verwaltungsratspräsident werde. Diese Information ist noch nicht bestätigt.

Versteckspiel der Besitzer

Zuvor hatte die Basler Regierung «rasch Transparenz» über die Eigentumsverhältnisse bei der BaZ verlangt. Medien seien für die Meinungsbildung in der Demokratie wichtig, begründete sie am Montag ihre Forderung. Auch die Druckerei sei weiterzuführen. Die Kantonsverfassung verpflichte die Regierung, die Unabhängigkeit und Vielfalt der Information zu unterstützen. Medien bildeten die Meinungsvielfalt ab und ermöglichten der Bevölkerung, sich eine eigene, unabhängige Meinung zu bilden. Dies sei bei der BaZ «nur möglich mit einer raschen Offenlegung der Eigentumsverhältnisse». Der Presserat hatte bereits im September Transparenz zum BaZ-Eigentum gefordert.

Seit Tagen waren weder Moritz Suter als BaZ-Verleger noch Christoph Blocher als kolportierter Geldgeber und Einflussnehmer bereit, auf Anfrage Stellung zu nehmen. Blocher liess auf seiner Website verlauten, dass er finanziell nicht beteiligt sei, aber: «Ich habe Einfluss bei der Basler Zeitung, das ist ja klar.» Dass er mit BaZ-Chefredaktor Markus Somm persönlich befreundet ist, ist derweil bestens bekannt.

Der «Tages-Anzeiger» hatte am Donnerstag von Geheimverträgen berichtet, mit denen Blocher die BaZ finanziere: Als Strohmann für ein 70-Millionen-Darlehen fungiere Ex-UBS-Chef Marcel Ospel, und Blocher könne alle Aktien von Suter zurückkaufen. Am Samstag schrieb der «Tages-Anzeiger» dann, Vertragspartnerin sei nicht Christoph Blocher, sondern seine Tochter Rahel.

Rote Zahlen und Besitzerwechsel

Die «Basler Zeitung Medien» steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Im Mai hatte sie einen Konzernverlust von 2,2 Mio. Fr. für das vergangene Geschäftsjahr ausgewiesen; 20,9 Mio. waren es im Vorjahr gewesen. Stellen waren abgebaut worden. Die teuer erneuerte Druckerei war nicht voll ausgelastet; Abschreiber belasteten die Rechnung.

Nach Jahrzehnten im Besitz der Basler Verlegerfamilie Hagemann war die BZM im Februar 2010 vom Tessiner Financier Tito Tettamanti und vom Anwalt Martin Wagner übernommen worden. Nach einem Wirbel um ein Beratungsmandat von Christoph Blochers Robinvest ging das Unternehmen im November 2010 an den Crossair-Gründer Moritz Suter über. Damals wurde Suter als Alleinaktionär bekannt gegeben.

(rme/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Siggi am 13.12.2011 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Medien auf dem linken Auge blind?

    Mir ist lieber ein Mann hat eine Zeitung als ein Konzern eine Medienübermacht. Schlussendlich wird der Kunde entscheiden ob er die BaZ weiterhin aboniert oder nicht. Ich frage mich, hätte der Kauf das gleiche Echo ausgelösst, wenn ein Linker die Zeitung gekauft hätte?

  • Bruno Schwager am 12.12.2011 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Unmöglich, Blocher als Verleger ! Objektiver Journalismus ade, Abo auflodern

    einklappen einklappen
  • e Bebbi am 13.12.2011 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Typisch linkes Basel....so typisch. Lassen sich verscheuchen nur weil Blocher die BAZ gekauft hat. Ich bin Basler...aber kein Linker. Denn das was in dieser Stadt abgeht, ist soooo lächerlich. Wann wird Basel wieder in die Mitte rücken? Wie soll man auf diese Stadt noch stolz sein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Noldi Schumacher am 14.12.2011 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Aktuell das 20Min.

    Frau Rahel Blocher verkauft ihre Aktien wieder. An wen das weiss nur sie. Tito Tettamanti steht im Gespräch! Was soll Blocher mit der BAZ, hat er doch jetzt ganz andere Sorgen, oder Schlappen zu bewältigen.

  • Heinrich Gretler am 13.12.2011 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Versteckspiel

    Schaut mal auf die Homepage der BaZ !!!!

  • Ex BAZ Leser am 13.12.2011 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Der Konsument entscheidet!

    Wir haben unser Abo umgehend gekündet.

    • M. Miller am 14.12.2011 18:16 Report Diesen Beitrag melden

      Neukunde

      ich dafür eins gemacht!

    einklappen einklappen
  • Rico3110 am 13.12.2011 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die BaZ hält sich raus!!!

    Schaut doch mal in die BaZ von heute: Kein einziges Wort zur Übernahme. Hat dort die Zensur schon Einzug gehalten??

  • Marc Hofer am 13.12.2011 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Zweite "Schande von Basel".........

    14'000 Basler/inen wussten diesen Sachverhalt schon vorher, sprich soviele Kunden haben der BaZ Neu "BloZ" vorgängig den Rücken gekehrt.