Buckten BL

06. Januar 2020 07:38; Akt: 06.01.2020 10:32 Print

Brandanschlag auf Halal-Schlachthof geplant

Die Polizei Basel-Landschaft hat bei der Kontrolle eines Areals in Buckten BL Brandsätze gefunden. Diese wurden nicht gezündet.

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Am Sonntag, 5. Januar, kurz vor 14 Uhr, erhielt die Polizei Basel-Landschaft die Information, wonach sich bei der Firma Halal Schlachthof und Fleischhandel in Buckten BL ein Brandanschlag ereignet haben soll.

Die erste Kontrolle vor Ort verlief negativ, bei einem weiteren Augenschein im Gebäudeinnern konnten schliesslich mehrere Brandsätze gefunden werden. Diese wurde laut Mitteilung der Polizei jedoch nicht gezündet, es entstand kein Schaden. Die Ermittlungen zu dem Vorfall wurden aufgenommen.

Bekennerschreiben aufgetaucht

Am Sonntagnachmittag kursierte bereits eine Meldung auf mehreren linksextremen Plattformen, wonach in dieser Fleischfabrik Feuer gelegt wurde, weil der Inhaber ein Unterstützer des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist: «Unser Ziel war der grösstmögliche wirtschaftliche Schaden für den Fleischfabrikbesitzer», heisst es in dem Schreiben.

Der Besitzer sei eine bedeutende Stütze für den «faschistischen Block in der Türkei», so das Schreiben weiter: «Mit dem gelegten Feuer rächen wir uns an ihm – Kampf dem Faschismus überall!»

Betrieb in Metzgerei läuft weiter

Bei der Firma heisst es allerdings, dass die von den Linksextremen als Inhaber bezeichnete Person schon seit April 2018 nicht mehr im Geschäft aktiv sei. Die Halal-Metzgerei habe mit dem Erdogan-Anhänger nichts mehr zu tun, auch sein Neffe habe das Unternehmen letztes Jahr verlassen.

Eine Angestellte vermutet, dass der Angriff ein Missverständnis war. Die Linksextremen hätten sich wohl schlecht informiert, sagt sie. Der Betrieb in der Halal-Metzgerei läuft ihr zufolge regulär weiter.

Besitzer prangere Schweizer Regimekritiker an

Die Linksextremen beziehen sich im Bekennerschreiben auch auf den Propaganda-Auftritt von Erdogan in Genf. Als der türkische Präsident im Dezember für das Globale Flüchtlingsforum der UNO in die Schweiz kam, trat er im Nobelhotel «Four Seasons» vor seine Anhänger.

An der Organisation der Veranstaltung sei auch der Schlachthof-Besitzer aktiv beteiligt gewesen, wird im Schreiben behauptet. Zudem habe er sich einen Namen gemacht, indem er in der Schweiz Leute anprangere, die sich dem Kurs der türkischen Regierung widersetzten.

«Der Kampf geht weiter»

Und weiter: «Es ist anzunehmen, dass er eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Überwachung von Menschen aus der Türkei spielt.» Der Schlachthof-Besitzer soll dabei sogar eine Schnittstelle zum türkischen Geheimdienst sein, so der Vorwurf im anonymen Bekennerschreiben.

Der Angriff sei in Solidarität mit allen, «die gegen den türkischen Faschismus kämpfen» erfolgt, so die Linksextremisten. Sie schreiben von einem internationalen Kampf gegen die Barbarei und «für eine hoffnungsvolle Zukunft jenseits von Kapitalismus, Imperialismus und Faschismus». Das Schreiben schliesst mit den Worten: «Der Kampf geht weiter.»

(kat)