Ärger über Kontrolle eskaliert

20. Juli 2019 07:46; Akt: 20.07.2019 07:46 Print

Brandstifter fackeln in der Nacht Blitzkasten ab

Die Anlage der Basler Polizei brannte lichterloh. Das Radar dürfte vielen motorisierten Verkehrsteilnehmenden ein Dorn im Auge gewesen sein: Sie wurden reihenweise von ihm geblitzt.

In der Nacht auf Freitag, den 19. Juli, wurde in Basel ein Blitzer in Brand gesetzt. Das Radar war vielen Verkehrsteilnehmenden ein Dorn im Auge, da sie reihenweise in die Fotofalle tappten. Jetzt wurde das Radar abtransportiert und genauer auf Schäden untersucht. (Video: Telebasel)
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In der Nacht auf Freitag, 19. Juli, kurz nach Mitternacht, kippten Unbekannte einen Brandbeschleuniger über ein Blitzradar in Basel und zündeten es anschliessend an. Ein Leser-Reporter sass im Tram und entdeckte das Radar, das zu diesem Zeitpunkt schon in Flammen stand: «Plötzlich war ein Explosionsgeräusch zu hören und es gab eine grosse Stichflamme. Das war ein beunruhigendes Gefühl», sagt er.

Im Vorfeld sorgte genau dieser Blitzer für Unmut. Seit dem 3. Juli wurden damit Autofahrer im Baustellenbereich auf der Binningerstrasse diszipliniert. Auf dem kurzen Abschnitt gilt Tempo 30, reihenweise Automobilisten und Töfffahrer bemerkten das aber zu spät und rasselten in die Fotofalle. «Eigentlich handelt es sich dort um eine 60er-Zone. Plötzlich, für eine Strecke von nur 50 Metern, wechselt die angegebene Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h. Das ist eine Sauerei», ärgerten sich Leser.

Hass-Blitzer von Basel geht in Flammen auf

Hat der Blitzer das Inferno überlebt?

Sollten wütende Auto- oder Töfffahrer hinter dem Brandanschlag stecken, dürften die sich jetzt nochmal ärgern: Die Staatsanwaltschaft schliesst zur Zeit nicht aus, dass der Blitzer demnächst wieder im Einsatz stehen könnte.

Gemäss der Medienmitteilung konnte die Berufsfeuerwehr Basel-Stadt den Brand rasch löschen. «Diese Radar-Semistationen sind sehr robust gebaut. Durch den Brand entstanden äusserliche Beschädigungen», sagt Kriminalkommissär René Gsell auf Anfrage.

Polizei hofft, dass Geschwindigkeit eingehalten wird

«Die beschädigte semistationäre Radaranlage wird zur Schadensbeurteilung und Reparatur vom jetzigen Standort entfernt», erklärt Toprak Yerguz, Mediensprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt. «Weil die anderen Anlagen zurzeit ebenfalls in Betrieb sind, können wir noch nicht abschliessend sagen, ob und wann dort wieder eine Anlage stehen wird», so Yerguz. Man hoffe jedoch, dass, auch aufgrund der medialen Berichterstattung, das Tempolimit 30 eingehalten werde – mit oder ohne Radaranlage.

Personen, die mehr zum Vorfall, der sich um etwa 00.15 Uhr an der Binningerstrasse vor dem Dorenbachviadukt ereignet hat, wissen, sind gebeten, sich bei der Staatsanwaltschaft oder dem nächsten Polizeiposten zu melden.

(kom)