«Brunnen gehn»

14. Dezember 2019 11:34; Akt: 15.12.2019 10:59 Print

Hier «bädele» zmitzt im Winter Leute im Brunnen

Am Mittwochabend planschten in Riehen BS bei Regen und vier Grad Aussentemperatur Menschen im Dorfbrunnen.Verantwortlich dafür ist «pro fontaines chaudes». Was steckt hinter dem Verband?

Die beiden Brunnenheizer Noemi und Quirin erzählen im Video von ihrem aussegewöhnlichen Beruf und davon, was hinter dem Brunnen gehn steckt. (Video: 20min/mhu)
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Es ist der 11. Dezember. Es regnet. Das Temperaturthermometer misst höchstens vier Grad – und im Brunnen im Riehener Dorf BS sieht man schon von weitem ein paar Menschen munter vor sich hinplanschen. Einige Leute bleiben neugierig stehen: «Brunnen gehn» steht auf einem Plakat, das dort hängt.

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Hast du auch schon einmal in einem Brunnen gebadet?

Das «Brunnen gehn» ist eine Art «Badekultur» und ein «Ritual», wie die Veranstalter von «pro fontaines chaudes», dem Schweizer Verband für Brunnenheizen, das Ganze nennen. «Wichtig ist uns, dass Menschen dieses Ritual erleben und beleben», sagt die 25-jährige Noemi, die am Mittwochabend vor Ort und «Brunnenheizerin» ist.

Wie man das Projekt wahrnimmt, sei es als Kunst, Entspannungsort oder anderes, ist jedem selbst überlassen. Was jedoch jeder sieht, ist der selbstgebastelte Holzofen, der seit dem Jahr 2017 bereits vor verschiedenen Brunnen der Schweiz aufgebaut war und für 39 Grad heisses Wasser sorgt.

Wie wird für das warme Nass in den Brunnen gesorgt?

Eine Pumpe führt das Wasser vom Brunnen zum Ofen und wieder zurück; angetrieben wird sie mechanisch über ein Velo. Die Brunnenheizer sind, bis alles aufgebaut ist und das Wasser die ideale Temperatur hat, bis zu 16 Stunden vor Ort, sagt Quirin, der sich zu ihnen zählt.

Rund acht bis neun Leute pro Brunnen seien dadurch beschäftigt, so der 27-Jährige. Zusätzlich würden diese Saison 12 weiter Brunnenheizer ausgebildet. Zur Zeit sei der Verband noch dabei den Beruf eidgenössisch zertifizieren zu lassen und damit eine eigene Lehre anbieten zu können, steht auf der eigenen Website. «Wenn Du aber möchtest, können wir Dir – in einer der Schweizer Sektionen – gerne eine Schnupperlehre anbieten. Melde Dich dafür per E-Mail oder empfehle es weiter», heisst es weiter.

«Ich bin extra aus Bern angereist, um hier baden zu können»

Wie ernst das mit der Ausbildung zu nehmen ist, ist jedem selbst überlassen. Aber abgesehen davon, scheint sich der hohe Aufwand der Brunnenheizer zu lohnen: Denn meisten Besuchenden gefällt die Heiz-Aktion. «Ich bin extra aus Bern angereist, um hier baden zu gehen», sagt zum Beispiel der Brunnen-Geher Peter Köbi. Eine andere Besuchende meint: «Es ist fast wie in einem Hot Tub, nur etwas spezieller, so mitten in der Stadt oder eben im Dorf, mit dem ganzen Verkehr drumherum.»

Wird bald der Trevi Brunnen aufgeheizt?

Da der Verband «pro fontaines chaudes» auf Unterstützung von Gönnern angewiesen ist, läuft noch bis Sonntagabend ein Crowdfunding – damit in der Saison 2019/20 erneut Brunnen im Winter zu Badeorten verwandelt werden können.

Für (grosszügige) Spender würden als Dankeschön Belohnungen wie ein «gRuss» vom Ofen, ein Fittness-Probeabo oder bei einer Spende von einer viertel Million gar ein Bad im Trevi Brunnen in Rom winken, ist augenzwinkernd auf der Website zu lesen.

Hier «bädele» mitten im Winter Leute im Brunnen

(mhu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • edith am 14.12.2019 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute Idee

    Eine tolle Idee, dieses Ritual wieder aufleben zu lassen. Kulturell interessant.

  • Glob am 14.12.2019 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scherz?

    Ein Eidgenössischer Beruf?! Ist doch ein scherz?

    einklappen einklappen
  • Herbert Hochuli am 14.12.2019 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Brunnen

    An Lissa Glaubst Du ein normaler Hündeler lässt bei diesen Temperaturen seinen Hund im Brunnen baden?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aldointernationale am 15.12.2019 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    neue Traumberufe

    Verspäteter Artikel zum 1. April? Als nächstes wird noch eine Lehre als Funkenhexe mit eidg.Abschluss angeboten?

  • Phil Krill am 15.12.2019 04:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... hoffentlich ...

    ... zum Titel "Truck rutscht in eisig kalten Lake Michigan" - hoffentlich ist der Truck nicht erfroren ...

  • Jugni Van Kaaren am 15.12.2019 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bade lieber woanders.

    Ehrlich gesagt bade ich viel lieber im schönen Thermalbad in Zurzach oder zuhause in der Badewanne, oder wenn es längt am Strand in Ajman, Phuket oder in Punta Cana. Aber sicher nicht im Dorfbrunnen. Es ist mir zu kalt und die Leute schauen mir zu.

  • Susi F. am 14.12.2019 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brunnenheizerinnen...

    Schon wenn ich das nur höre Brunnenheizerinnen dabei war er am Holz einfüllen und nicht die Madam.Und da hat niemand was dagegen,sind doch alle so auf Greta getrimmt wegen Umweltbelastung mit Holz feuern.

    • Jugni Van Kaaren am 15.12.2019 00:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Susi F.

      Hui ist mir das zu kalt.

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  • marco am 14.12.2019 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brunnä goh

    Coolw Idee sollte aber in Basel nicht brunnä Goh oder so heissen?