Fast-Food für Veganer

24. Februar 2014 20:56; Akt: 24.02.2014 20:57 Print

Burger-Multis erhalten pflanzliche Konkurrenz

von Lukas Hausendorf - Ein Basler Start-up will mit veganen Burgern die Schweiz erobern. Hinter der Fast- Food- Revolution steckt der Initiant, der eine fleischlose Uni Mensa forderte.

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Als Doktorand der Chemie gelangte Jens Hermes (30) im Herbst 2012 zu nationaler Bekanntheit, als er das Fleisch aus dem Menüplan der Mensa der Universität Basel streichen wollte. Jetzt will er den Schweizer Fast-Food-Markt umkrempeln und hat dazu das vegane Start-up «Captain Plant» gegründet. Als eingefleischter Burger-Fan stand er nach der Umstellung seiner Ernährung plötzlich vor einer Marktlücke. So entschied er: «Wenn ich meinen Doktor hab, mache ich eine vegane Fast-Food-Kette auf.» Das habe er aus einer Laune heraus mal so gesagt an einem Abend. Die Idee liess ihn aber nicht mehr los.

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Jetzt bereitet er mit seinen Mitstreitern Randy Cush und Christina Schürch, einem Chemiker und einer Soziologin, in einem Basler Hinterhof die pflanzliche Burger-Revolution vor. Seine Geschäftspartner sind gleichgesinnte Veganer. Chemiker Cush (40) hängte für das Abenteuer Unternehmensgründung einen gut bezahlten Job bei der Syngenta an den Nagel. Und Schürch (23) wird, wenn alles gelingt, einen Start nach Mass ins Berufsleben haben, sobald sie ihr Studium abgeschlossen hat.

Erstes Lokal nur der Anfang

Noch von Hand werden Bratlinge für die Anlässe produziert, bei denen sie als Caterer gebucht werden. Der Healthy Hook basiert auf Linsen, Amaranth, Reis und Leinsamen mit indisichen Gewürzen. Der Purple Pan gibt es mit Kräutern, Kohlrabi, Lauch, Randen und anderem basierend auf Tofu, Reis, Hirse und Gerste.

Schon dieses Jahr will Captain Plant das erste Lokal in Basel eröffnen. «Dafür suchen wir noch ein geeignetes Lokal und einen Gastroprofi», sagt Hermes. Denn sein Team besteht vorerst nur aus Quereinsteigern. Die Businesspläne für ihr «Social Franchise» sind aber vielversprechend und haben bereits mehrere Nachhaltigkeitspreise wie den «innovate4climate» des WWF gewonnen.

Nach dem Motto «think big, start small» soll es nicht nur bei einem Captain Plant Restaurant bleiben. Nein, die ganze Schweiz soll mit Filialen überzogen werden. Man wolle den Burger des 21. Jahrhunderts unter die Leute bringen, meint Hermes. Und dabei auch ein bisschen von der weniger nachhaltigen Konkurrenz abkucken, die schon den ganzen Globus erobert hat. «Man muss ja nicht gleich das Rad neu erfinden», sagt er.

Fleischverzicht boomt

Die Zielgruppe für die pflanzlichen Tex-Mex- und Captain-Burger wird jedenfalls immer grösser. Der vegane Stammtisch in Basel wachse rasant, so Hermes. «Es ist eine Boombranche.» In Deutschland ist es ein Marktsegment, das rund 20 Prozent pro Jahr wachse. In urbanen Gebieten der Schweiz dürfte es ähnlich sein. Auch in Basel haben in den letzten Jahren immer mehr Gastronomen Veganer als Zielgruppe für sich entdeckt.

Der pflanzliche Burger darf aber auch von gesundheitsbewussten Karnivoren verzehrt werden. Man arbeite sogar mit einer Ernährungsberaterin zusammen, erzählt Hermes. Es sei die gesunde Alternative zu einem weltbekannten Produkt für die breite Masse, verspricht er. «Und klimafreundlich obendrauf.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fleischfresser am 24.02.2014 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wenns schmeckt, why not

    Ich esse gerne Fleisch (am liebsten vom Grill oder heissen Stein), kann aber auch gut einige zeit ohne sein. Habe einige sehr gute Freunde die vegetarisch oder zum Teil auch vegan leben. Ich war schon oft zum Essen eingeladen und noch nie hat es nicht super geschmeckt. Reine Körnlipicker sind die alle nicht! Was aber alle gemeinsam haben: Sie akzeptieren, dass ich nicht so konsequent fleischlos lebe wie sie. Wer eine fleischlose Uni Mensa fordert soll sie selber aufziehen und damit Erfog oder Misserfolg haben.

  • Claudia am 25.02.2014 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    immer zuerst probieren

    ich esse zwar auch Fleisch liebe aber auch Gemüse...also wenns schmeckt wieso nicht mal einen Gemüseburger oder so.

  • achim am 24.02.2014 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Glutenfrei Vegan

    Sehr gute Initiative, viel Erfolg. Ich komme dann zum Essen wenn das auch glutenfrei ist. Muss ich dafür 15 Jahre abwarten?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris Schläpfer am 26.02.2014 22:18 Report Diesen Beitrag melden

    Vegi Burger

    Eine Vegane Fast Food Kette??Ich glaube nicht das hier ein Bedürfnis besteht.Ein Boom kommt und geht!

  • Donna am 26.02.2014 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Fleischlos ja, aber kein Fleischersatz

    Ich habe kein Problem damit ab und zu fleischlos zu essen. Was ich dann aber sicher nicht brauche, sind Fleischersatzprodukte. Ich würde niemals einen solchen Burger bestellen. Wenn ich kein Fleisch will, esse ich einen Salat, eine Pizza oder ein Müsli.

  • Jerome am 26.02.2014 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    An Vegis

    Bitte liebe Vegetarier und Veganer. Lebt wie Ihr wollt, aber lasst und normalen Menschen mit Eurer Propaganda in Ruhe. PS: es ist natürlich Fleisch zu essen (und somit normal). Peace

  • Fritz am 26.02.2014 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Gar nicht soo schlecht

    Veganes Essen ist eigentlich gar nicht schlecht, mann muss es nur mit Hackfleich vermengen, mit Rahm verfeinern und zum Schluss mitKäse überbacken ==>> LECKER ;)

  • maja naef am 25.02.2014 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Geldmacherei

    Was will er denn anbieten Chemie-Burger? Kocht mehr selber, dann braucht es diese Imbissstuben gar nicht.