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17. Januar 2017 05:49; Akt: 17.01.2017 15:48 Print

Crowdfunding ermöglicht Basler Unverpackt-Laden

Simone Häberle und Ivo Sprunger haben auf Wemakeit 38'ooo Franken für einen verpackungsfreien Laden gesammelt. Im Sommer wird der erste Basler Unverpackt-Laden eröffnet.

Lebensmittel ohne Verpackung einkaufen – das soll in Basel bald möglich sein. (Video: Wemakeit/ Abfüllerei Basel)
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Teigwaren, Gemüse, Kaffee oder Milch werden in Plastiksäckchen, Kartonschachteln oder im Tetrapack verkauft – einmal geöffnet, landet das Verpackungsmaterial im Abfall. In vielen europäischen Städten wie Berlin und auch in der Welschschweiz reagiert man auf die Sitte, alles zu verpacken: In Unverpackt-Läden kaufen Kunden Lebensmittel und andere Gebrauchsartikel ohne Hülle ein. Auch in Basel soll es bald einen ersten solchen Laden geben.

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«Mit unserem Laden wollen wir die Leute dazu animieren nachhaltig zu leben», erklärt Simone Häberle. Zusammen mit Ivo Sprunger, der gelernter Koch und Sozialpädagoge ist, beschäftigte sie sich zwei Jahre mit der Zero-Waste-Thematik und feilte am Konzept für die Abfüllerei Basel, den ersten Basler Unverpackt-Laden. «Basel braucht einen solchen Laden», so Häberle. Finanziert wird das Projekt zum grössten Teil via Crowdfunding. 419 Leute haben auf der Online-Plattform Wemakeit in den letzten 41 Tagen 38'000 Franken gespendet, den Rest bezahlen Häberle und Sprunger aus eigener Tasche.

Einfaches Laden-Konzept

Ähnlich wie die Läden in der Welschschweiz setzen die beiden auf ein einfaches Konzept: Die Kunden bringen ihre eigenen Behälter und Gebinde mit in die Abfüllerei oder kaufen Mehrwegbehälter wie Einmachgläser, Flaschen oder Stoffbeutel direkt im Laden. Die Produkte werden in grossen Einmachgläsern gelagert und direkt in den zuvor gewogenen Behälter gefüllt. An der Kasse wird nur das Gewicht des ausgewählten Produkts verrechnet.

«Die Leute kaufen soviel ein, wie sie effektiv brauchen», erklärt Sprunger. «So wollen wir auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen und die Leute zum Nachdenken anregen.» Im Sommer soll der Laden eröffnet werden. «Zu kaufen wird es zunächst nur eine kleine Auswahl an Früchten und Gemüse, ökologisch abbaubare Reinigungsmittel und Trockenprodukte wie Reis, Teigwaren, Mehl und Trockenfrüchte geben», so Sprunger. Die Produkte würden sie möglichst von regionalen Bauern und Lieferanten beziehen.

Resonanz ist gross

Die Idee des nachhaltigen Ladens kommt sehr gut an. Auf Facebook und via Mailverteilern machten Häberle und Sprunger Werbung für ihr Projekt. «Die Resonanz ist sehr gross und positiv», sagt Häberle. Den Baslern liege das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen, fügt sie an.

In geplanten Workshops und an diversen Events sollen Erwachsene und auch Kinder mehr über die Zero-Waste-Bewegung erfahren und sich mit Themen wie Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Bis es jedoch soweit ist, muss noch die geeignete Lokalität gefunden werden. «Sobald wir diese haben, können wir loslegen», sagen die Jungunternehmer.

(fh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • antonzum am 17.01.2017 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation nach Basel.

    Das finde ich eine wirklich gute Idee, echt! Habt ihr auch Pläne, in naher Zukunft nach Zürich zu expandieren?

Die neusten Leser-Kommentare

  • antonzum am 17.01.2017 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation nach Basel.

    Das finde ich eine wirklich gute Idee, echt! Habt ihr auch Pläne, in naher Zukunft nach Zürich zu expandieren?