Studie beweist

11. Februar 2019 12:28; Akt: 11.02.2019 13:00 Print

Das Glück hält weniger lange, als man glaubt

Die Folgen von Lebensereignissen, etwa einer Hochzeit oder eines Todesfalls, werden überschätzt. Das haben Forscher der Universität Basel herausgefunden.

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Wichtige Lebensereignisse wie eine Heirat oder der Tod des Partners wirken weniger lange nach, als Betroffene glauben. Menschen können offenbar ihr eigenes Wohlergehen schlecht vorhersagen, berichten zwei Basler Forscher.

Menschen würden systematisch überschätzen, wie lange sich ein wichtiges Ereignis in ihrem Leben auf ihr Wohlbefinden auswirkt. Das berichten Reto Odermatt und Alois Stutzer von der Universität Basel. Ihre Studie mit 30'000 Teilnehmenden widerspricht damit der grundlegenden Annahme der ökonomischen Theorie, dass Personen in der Regel korrekt vorhersagen können, was ihnen wie viel Nutzen bringt.

Odermatt und Stutzer nutzten für ihre Studie Daten aus einer wiederholten Befragung von Personen in Deutschland und fokussierten sich dabei auf Menschen, die gerade grosse Lebensereignisse erlebt hatten. Bei diesen verglichen sie, wie hoch die Befragten kurz nach dem Ereignis ihre Lebenszufriedenheit in fünf Jahren einschätzten und wie sie ihre tatsächliche Zufriedenheit fünf Jahre später beschrieben.

Effekt schwindet rasch

Zwar liessen positive Ereignisse wie eine Heirat die Lebenszufriedenheit stark ansteigen und negative Ereignisse wie der Tod des Partners oder Invalidität liessen sie stark sinken, wie die Uni Basel am Montag mitteilte. Jedoch hielt dieser Effekt weniger lange an, als die Betroffenen glaubten. Davon berichten die Forscher im Fachblatt «Journal of the European Economic Association».

Ein Dämpfer dürfte dies für frisch Vermählte sein: Sie überschätzen demnach systematisch, wie zufrieden sie fünf Jahre später sein werden. Hoffnung machen könnten die Resultate aber jenen, die Partnerin oder Partner verloren haben, arbeitslos oder invalid geworden sind. Diese Gruppe der Befragten glaubte, ihre Lebenszufriedenheit werde viel länger deutlich eingeschränkt bleiben, als dies tatsächlich der Fall war.

Gewöhnung nicht bedacht

Grund für die Fehleinschätzung könnte sein, dass Menschen beim Blick in die Zukunft zu wenig den Effekt der Gewöhnung berücksichtigen, vermuten die Forscher. Neue Umstände verlieren mit der Zeit das Besondere und prägen das Wohlbefinden weniger, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn.

Obwohl die Befragten nach einer Reihe von Lebensereignissen mit ihrer Einschätzung für die Zukunft daneben lagen, gab es doch Ausnahmen: Nach Trennung oder Scheidung vom Partner lagen die Teilnehmenden durchaus richtig, wie ihr Befinden einige Jahre später sein würde.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • van de weed am 11.02.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    LIEBE....

    Man muss an einer Beziehung eben auch arbeiten wollen und nicht gleich die Flinte ins Korn werfen wenn es nicht so geht wie man sich egoistischer Weise vorstellt. Sobald die Beziehung nicht mehr mit der eigenen Ego-Vorstellung zusammenpasst lässt man sich wieder scheiden...was für eine Welt!

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  • P. Zuger am 11.02.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2019 Egoisten Gesellschaft

    Leider produzieren während der Phase der Verliebtheit, die meisten Leute schon Kinder. Alleinerziehende Mütter gibt es daher immer mehr. Die Menschen sollten 2 Jahre damit warten, dann ist die Verliebtheit weg und die Leute fangen an normal und realistisch zu denken. Leider gibt es immer mehr Beziehungsunfähige Leute. Früher haben Ehepaare noch für eine Beziehung gearbeitet und Probleme miteinander gelöst.

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  • Dennis K. am 11.02.2019 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Höhen und Tiefen

    Nach Höhen und Tiefen bin ich mit meiner besseren Hälfte nun 19 Jahre zusammen und ich werde wohl mit ihr alt werden. Die Tiefen haben uns zusammengeschweißt und nicht wie bei Vielen das Ende bereitet. Man muss an seiner Beziehung arbeiten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • C.H. am 16.02.2019 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Auch die andere Seite erwähnen

    Interessant, das die meisten vom Lebensereigniss der Heirat/Liebe schreiben. Wirklich einschneidend ist der Tod einer nahestehenden Person. Der ist un­wi­der­ruf­lich und für den Rest des Lebens begleitend.

  • J. Wick am 12.02.2019 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wärme ist wichtiger

    Dieser Beitrag schreibt mir aus der Seele. Ich war auch immer auf der Suche nach dem (Liebes-)Glück und bin beinahe immer auf optische Blender reingefallen. Heute weiß ich, dass ein gutes Herz und innere Wärme wichtiger sind als hübscher Beifahrerschmuck.

  • Daniel Kolz am 12.02.2019 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur zum Spaß angebendelt ohne Gefühle

    Da ich schon Enttäuschungen hinter mir hatte mit den Frauen, war ich teilweise auch gemein zu ihnen. Es kam schon vor, dass ich mit jemanden anbendelte aber keinerlei Gefühle für sie hatte. Ich wollte mir nur vergnügen. Ich weiß, es war sehr unfair. Heute bin ich bodenständig und treu, da ich weiß, was ich habe.

  • insiderbaselbs am 12.02.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    internetexperten2.0

    früher früher... ich lese nur früher und egoistisch blablabla... ja früher blieben die menschen aus gesellschaftlichen gründen zusammen und sicher nicht aus eigenem willen. meinst du die hadice aus dem Iran, welche geschlagen wird möchte sich nicht trennen? hmm wieso macht sie es nicht? ach ja weil sie nicht egoistisch ist klar.... allesexperteniminternet

  • Immer wenn sie Pillen nahm am 12.02.2019 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dr. Jeckyll und Mrs. Hyde

    Bin heute glücklich in einer guten Beziehung. Doch das war nicht immer so. Meine Exfreundin nahm immer Pillen und danach war sie wie Dr. Jeckyll und Mrs. Hyde. Denke da natürlich nicht gerne zurück. Da hätte es auch nicht mit daran arbeiten zu einem guten Ergebnis geführt.