«Hätte jeden von uns treffen können»

22. März 2019 05:37; Akt: 22.03.2019 12:05 Print

Basler Quartier ist nach Bluttat fassungslos

Basler Schüler und Anwohner sind erschüttert, nachdem am Donnerstag ein siebenjähriger Junge im Gotthelf-Quartier niedergestochen und getötet wurde.

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«Surreal» – so bezeichnen viele Anwohner des Basler Gotthelf-Quartiers die Bluttat vom Donnerstagmittag. Auf offener Strasse war der 7-Jährige I.M.*, der alleine auf dem Heimweg von der Schule war, von einer älteren Frau niedergestochen worden. Er erlag im Spital seinen schweren Verletzungen. Die 75-jährige tatverdächtige Frau stellte sich später der Polizei.

Einige Anwohner hätten vor der Tat Kinderschreie gehört, berichtet der «Blick». Viele hätten sich dabei allerdings nichts gedacht, weil um diese Zeit immer Schulkinder unterwegs seien, die spielen und oft auch mal lauter werden würden.

Eine Frau sagte, sie könne sich nicht erklären, wieso niemand geholfen habe und der Junge alleine unterwegs gewesen sei. Um die Mittagszeit sei am St. Galler-Ring immer viel los – man treffe Eltern, Schüler und Spaziergänger an.

«Hätte jeden von uns treffen können»

Wie mehrere Quellen auch gegenüber 20 Minuten sagten, handelt es sich beim Opfer um einen Buben mit kosovarischen Wurzeln. Laut albanischen Medien soll die Familie des Buben aus der Ortschaft Lipjan stammen.

Die Basler Nachrichtenseite «primenews.ch» sprach am Tatort mit drei Teenagern. Als ihnen nach der Schule jemand vom Vorfall erzählt habe, glaubten sie es zunächst nicht, sagten sie. «Es hätte jeden von uns treffen können», meinte einer der drei. Auch sie kämen jeden Tag an dieser Stelle vorbei. Das Opfer haben sie persönlich nicht gekannt.

Klasse gesondert betreut

Wie die Nachrichtenseite weiter schreibt, werde die Klasse, welcher das getötete Kind angehört hat, gesondert betreut. «So ein Vorfall ist etwas vom Schlimmsten, was einer Schule, aber auch einer Familie überhaupt widerfahren kann», sagte Simon Thiriet, Sprecher des Basler Erziehungsdepartements.

Im Umfeld des Schulhauses habe die Polizei umfassende Befragungen durchgeführt. Laut der «Basler Zeitung» gingen die Ermittler der Kriminalpolizei von Haustür zu Haustür.

Der Grund des Angriffs und der Tathergang sind noch weitgehend unklar und Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei sowie des Instituts für Rechtsmedizin. Bestätigt wurde bisher lediglich, dass es sich bei der Tatwaffe um eine «Stichwaffe» handelt. Die Polizei sucht darum dringend Zeugen oder Personen, die Hinweise zur Tat geben können.


(scl)