65 Kinder in Basel

29. Februar 2020 11:29; Akt: 29.02.2020 11:29 Print

Das bedeutet die Corona-Quarantäne für die Kinder

Für über 60 Kinder bedeutet die Infektion ihrer Kita-Betreuerin nun 14 Tage Hausarrest. Der Kanton betreut die betroffenen Familien engmaschig.

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Die Kindertagesstätte Neumatten in Riehen bleibt vorerst geschlossen, nachdem eine Betreuerin positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die junge Frau war erst kürzlich aus Mailand zurückgekehrt. Die Betreuerin ist der achte bekannte Fall. Auch ihr Partner hatte sich angesteckt. Neben dem Betreuungspersonal der Kita wurden auch die Kinder und deren Familien unter Heimquarantäne gestellt. Richard Neher ist Professor am Biozentrum der Universität Basel und Experte für die Verbreitung von Viren. Für ihn ist klar, dass sich die aktuelle Epidemie nicht mehr aufhalten lässt. In den nächsten Tagen rechnet er mit einer schnellen Zunahme der Anzahl Erkrankungen. 36 Barttypen – doch welche davon sind mit Atemschutzmasken kompatibel? Die US-Gesundheitsbehörde CDC zeigt auf, welche Styles am sichersten sind. Um sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus zu schützen, setzen viele Menschen auf Masken, wobei man zwischen Hygiene- und Atemschutzmasken unterscheiden muss. Die einfachen (Bild) sind nach zwei bis drei Stunden durchgefeuchtet. Daher müssen sie dann spätestens ausgetauscht werden. Nur so können sie leisten, wofür sie gedacht sind: die Übertragung von Erregern durch Sekrettröpfchen zu verhindern. Schutz für den Träger bieten sie jedoch nicht. Anders : Je nach FFP-Schutzklasse schützen sie vor ungiftigen Stäuben (FFP1), vor giftigen Stäuben (FFP2) oder vor giftigen und gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosolen (FFP3). Um sich vor dem Virus Sars-Cov-2 zu schützen, wird zu FFP3 geraten. Momentan sind die Masken fast überall ausverkauft. Bei Sars-Cov-2 (Bild) handelt es sich um ein Virus, nicht um ein Bakterium. Der Unterschied? Während Bakterien Einzeller mit eigenem Stoffwechsel sind, die sich selbst reproduzieren können, bestehen Viren nur aus einer Eiweisshülle, in der sie ihre Erbsubstanz aufbewahren. Um sich zu vermehren, sind sie auf einen Wirt (Zellen) angewiesen. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Behandlung: Gegen Bakterien verwendet man Antibiotika, die die Zellwand zerstören oder die Vermehrung hemmen. Gegen Viren werden spezielle Medikamente, sogenannte Virostatika, eingesetzt, die das Eindringen des Virus in einen Wirt verhindern oder das Erbgut des Virus zerstören. (Im Bild:Sars-Cov-2-Partikel) Ersteres beschreibt den Moment der Ansteckung, in dem der Erreger in den Organismus eindringt und diesen im Folgenden stört. Das verrät auch der lateinische Ursprung. Das Wort «infectio» bedeutet so viel wie Vermischung, Verunreinigung, Vergiftung. Die Inkubation (von lateinisch «incubatio») beschreibt dagegen die Zeit, die zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht. Während dieser vermehren sich die Keime und die Erkrankung etabliert sich im Körper. Bei Covid-19 geht man von einer Inkubationzeit von bis zu 14 Tagen aus. In seltenen Fällen kann sie aber auch bis zu 24 Tage dauern. Der lateinische Ursprung ist auch die Erklärung dafür, warum es beispielsweise infizieren heisst und nicht infiszieren, wie häufig zu hören ist. Auch heisst es Desinfektion und nicht Desinfikation. Bei Ersterem handelt es sich um ein Anzeichen einer Krankheit. Das heisst um eine für eine bestimmte Krankheit charakteristische Erscheinung. Der Ausdruck stammt vom Griechischen «sýmptoma», was Zusammenfall, vorübergehende Eigentümlichkeit bedeutet. Auch der Begriff Syndrom stammt aus dem Griechischen. Konkret vom Ausdruck «syndromé», der «das Zusammenlaufen, Zusammenkommen» bedeutet. Und tatsächlich beschreibt ein Syndrom exakt das: ein Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammenkommen von verschiedenen Symptomen ergibt. Ersteres beschreibt eine zeitlich und örtlich in besonders starkem Masse auftretende und ansteckende Erkrankung. Darunter fällt etwa Bei einer Pandemie handelt es sich dagegen um eine Epidemie besonders grossen Ausmasses, die ganze Landstriche und Länder erfasst. Ihre Bezeichnung stammt aus dem Griechischen von «pan» für «alle, jeder» und «demos» für «Volk». (Im Bild: Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 grassierte) Heisst es nun ? Erlaubt ist beides: Ein Virus kann sowohl ein Neutrum als auch maskulin sein. Allerdings empfiehlt der Duden den sächlichen Artikel. Der Ausdruck Virus stammt aus dem Lateinischen, wo «virus» Schleim oder Gift heisst. Das lateinische Substantiv ist ein Neutrum, was den sächlichen Artikel im Deutschen erklärt. Beim kommt es auf die Kombination von Einseifen, Reiben, Abspülen und Trocknen an, sonst bringt es nichts. Das heisst: Die Hände nass machen, dann einseifen, am besten mit Flüssigseife. Die Hände reiben, bis es schäumt. Dabei Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingernägel und die Handgelenke nicht vergessen. Anschliessend gut abtrocknen. Es heisst und nicht Karantäne, wie manch einer schreibt. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort «quarantaine» ab, was eine Zeitspanne von 40 Tagen bezeichnet. So lange dauerte früher die Hafensperre für Schiffe mit seuchenverdächtigen Personen.

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Nachdem eine Betreuerin der Riehener Kindertagesstätte Neumatten positiv auf das Coronavirus getestet wurde, müssen mindestens 100 Personen im Kanton Basel-Stadt unter Quarantäne gestellt werden. Das sind neben rund 65 Kindern und circa 15 Betreuungspersonen der Kindertagesstätte noch etwa 25 Personen aus dem privaten Umfeld der Kinder, wie beim Basler Gesundheitsdepartement am Freitagmorgen zu erfahren war.
«Alle Betroffenen werden von uns telefonisch kontaktiert», erklärte Departementssprecherin Anne Tschudin auf Anfrage. Noch habe man nicht alle erreichen können.

Für die Heimquarantäne werden die betroffenen Familien mit Masken ausgerüstet. Personen mit Erstkontakt mit der positiv getesteten Kinderbetreuerin sind angewiesen worden, zu Hause zu bleiben. «Personen unter Quarantäne sollen nicht unter Menschen gehen», sagt Tschudin.

Fachleute rufen täglich an

«Ärzte und weitere Fachpersonen informieren und beraten die Betroffenen», so Tschudin. Diese erkundigen sich bei sämtlichen Quarantäne-Fällen täglich nach deren Gesundheitszustand.

Christoph Berger ist Leiter der Abteilung Infektiologie am Kinderspital in Zürich. Müssten weitere Kitas unter Quarantäne gestellt werden, stellt Berger sich den Ablauf so vor: «Wird ein Kind positiv auf das Virus getestet, wird die betroffene Kita telefonisch darüber informiert.»

Danach gehe es darum, die Personen, mit denen die Kinder Kontakt hatten, ausfindig zu machen: «Das sind in erster Linie deren Eltern sowie Kinder und Angestellte, die gleichzeitig in der Krippe waren. Sollten weitere Kinder vom Virus betroffen sein, ist die Gefahr bei den Eltern hoch, dass das Kind das Virus auf sie übertragen hat. Deshalb müssen in einem solchen Fall wohl auch die Eltern für 14 Tage isoliert werden.»

Eltern übernehmen Betreuung in der Quarantäne

Die Quarantäne bedeutet in diesem Fall, dass Eltern und Kinder 14 Tage zu Hause bleiben müssen. Dass die Kinder das schlecht aufnehmen würden oder gar Angst hätten, glaubt Berger nicht. Im Gegenteil: «Ich denke, ein Kind, das 14 Tage mit seinem Eltern zu Hause ist, freut sich in erster Linie über die Zeit, die es mit seinen Eltern verbringen kann», sagt Berger. Die Betreuung werde deshalb auch von den Eltern wahrgenommen. Ärzte kommen erst dann wieder ins Spiel, wenn Kinder oder Eltern ebenfalls Symptome einer Erkrankung zeigten. «Dann müssen weitere Tests gemacht werden. Und genau aus diesem Grund sind sie ja 14 Tage zu Hause – um zu verhindern, dass sie das Virus verbreiten, falls sie selber davon betroffen sein sollten.»

Bei Kindern verläuft der Krankheitsverlauf in der Regel mild. Im Fall des neuen Corona-Erregers können dazu aber noch keine zuverlässigen Aussagen gemacht werden. Eine erhöhte Gefährdung bestehe aber definitiv bei älteren und chronisch kranken Personen.

(lha/dgr)