Tausende Datensätze

20. März 2019 09:45; Akt: 20.03.2019 10:23 Print

Basler Polizei outete Verkehrssünder im Netz

Bis vor kurzem stellte die Kantonspolizei Basel-Stadt Details zu Verkehrsbussen auf ihre Homepage. Nach Kritik krebst sie nun zurück.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Während Jahren publizierte die Kantonspolizei Basel-Stadt im Netz die persönlichen Daten von Verkehrssündern. Wie die «Basellandschaftliche Zeitung» berichtet, waren Name, Adresse, Art und Zeitpunkt Tausender Vergehen öffentlich einsehbar – bis am vergangenen Montag, als die Zeitung die Polizei damit konfrontierte.

«Bei der Einführung des Online-Bussenschalters haben die involvierten kantonalen Stellen eine Güterabwägung vorgenommen zwischen der Art von Daten und dem Schutzmechanismus auf der einen und der Benutzerfreundlichkeit auf der anderen Seite», erklärte darauf Polizeisprecher Martin Schütz. Dabei habe man sich bewusst für eine Methode mit hoher Benutzerfreundlichkeit entschieden.

Kantonaler Datenschützer ist nicht einverstanden

Die Praxis sorgt beim kantonalen Datenschützer für Kritik: «Dass zusätzlich zur Autonummer auch Namen und Adressen der Halter angezeigt werden und dass diese automatisiert abgefragt werden können, das geht nicht», sagte er zur Zeitung. Weil die Polizei ihrerseits aber bereits gehandelt habe und die Personendaten nicht mehr angezeigt würden, sei eine Intervention nicht nötig gewesen. «Wir prüfen derzeit gemeinsam weitere Massnahmen, um maschinelle Abfragen zu verunmöglichen.»

Die Kapo gesteht ein, dass es «nicht geschehen dürfe, dass tausende Datensätze automatisiert eingelesen werden können». Trotzdem verteidigte Bernhard Frey, Leiter Abteilung Verkehr, gegenüber der Zeitung das Vorgehen: Ursprünglich sei nämlich die Autonummer nötig gewesen, um eine Abfrage zu tätigen.

Heikle Daten seien nicht online gewesen

«Als wir aber auch Fussgängern und Velofahrern die Möglichkeit bieten wollten, ihre Ordnungsbussen online zu bezahlen, wurde die Autonummer weggelassen», so Frey. Bei anderen Vergehen mit heikleren Daten, etwa Fahren in angetrunkenem Zustand oder Raserdelikten, sei eine Online-Abfrage grundsätzlich nicht möglich.

(pam)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Seppi am 20.03.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Denunzieren, Blossstellen, Bestrafen

    Willkommen in der Schweiz

    einklappen einklappen
  • Jetzt reichts am 20.03.2019 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Baschis Buben

    Die Jungs um Baschi Dürr reiten im gestreckten Galopp von einer Panne zur anderen, ohne dabei das kleinste Fettnäpfchen zu übersehen und nicht kopfüber hineinzuspringen. Nachdem beim Teslar schon niemand an Datenschutzaspekte gedacht hat und die Fahrzeuge deshalb nach wie vor innder Garage stehen, wurden auch hier Datenschutzaspekte einfach weg diskutiert, obwohl das Dateschutzgesetz just die Strafdaten als besonders schützenswert definiert. Gespannt auf die nächste Runde. Was wird wohl als nächstes polizeilich umdefiniert, damit es passt?

    einklappen einklappen
  • Quo Vadis am 20.03.2019 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrssünder im Netz

    Big brother is watching you (all the time).

Die neusten Leser-Kommentare

  • eden65 am 21.03.2019 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anzeigen!

    Jedem steht es frei, die Polizei wegen Datenschutzverletzung anzuzeigen! Vielleicht kommen die Herren in Basel dann mal wieder auf die Welt! Scheint mir eine sehr grosse Unorganisation unter Herrn Dürr zu sein!

  • Wilhelm Tell am 21.03.2019 00:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Datenschutz

    Ich bitte um die benutzerfreundliche Offenlegung der persönlichen Daten von Baschi-Gessler....

  • Leo us Züri am 20.03.2019 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Meiner Meinung nach sollten nicht die Verkehrssünder auf dem Netz ersichtlich sein sondern Mörder, Diebe, Schläger usw. am liebsten mit Foto damit man gewarnt ist wenn man so einen sieht.

  • Joe Schwarz am 20.03.2019 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Töpfchen böses Töpfchen

    Für Verkehrssünder ist es also problemlos möglich aber bei Vandalismus und Gewaltverbrechen gilt der Datenschutz. Alles eine Frage der Prioriäten, oder?

    • Gero F am 20.03.2019 15:14 Report Diesen Beitrag melden

      Prioritäten Liste

      Richtig alles eine Frage der prioritäten. Erste Priorität in der CH: Schütze die Täter 2. Priorität Schütze die andern Täter 3. Priorität Schütze die Zugezogenen Täter. 4. Priorität: Lasse alles auf Kosten, und zu Lasten der Eidgenossen beurteilen.

    • genugistgenug am 20.03.2019 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      Guter Kommentar

      Genau so sehe ich das auch und es REICHT mir!

    einklappen einklappen
  • Candy1980 am 20.03.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wait! What???

    Bitte?? Man kann keine Schweizweite DNA Datenbank machen wegen Datenschutz aber eine Datenbank wo JEDER sehen kann, wann ich wo zu schnell gefahren bin, das geht dann??? Auch wenn nur Kantonal! Relation bitte!!!