Raubüberfall in Basel

03. März 2016 18:14; Akt: 03.03.2016 18:33 Print

Dealer stach Angreifer nieder – Freispruch

Das Basler Strafgericht hat einen 51-Jährigen vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung freigesprochen. Drei junge Männer hatten ihn mit einem Baselballschläger überfallen.

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Der Haupttäter wurde in zwei verschiedenen Fällen verurteilt. (Bild: Juri Weiss)

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Das Trio – zwei 21- und 22-jährige kroatische Cousins und ihr 23-jähriger Kollege aus der Ukraine – hatten ihren Dealer am 14. April 2015 in dessen Wohnung in Basel überfallen. Die Situation eskalierte, weil der Dealer nicht geplant mit einem Schlag mit dem Baseballschläger ausser Gefecht gesetzt werden konnte. Mindestens 14 Mal wurde der 51-Jährige mit dem Schläger getroffen – sechsmal davon am Kopf.

Der Dealer wehrte sich und konnte schliesslich einen Jagddolch ergreifen, mit dem er mehrmals auf den Angreifer einstach und ihn dabei lebensgefährlich verletzte. «Aufgrund der Situation ist ihr Handeln vollständig durch Notwehr zu rechtfertigen», sagte die Richterin bei der Urteilsbegründung am Donnerstag.

Längere Freiheitsstrafen

Der Haupttäter – er erlitt durch das Messer lebensgefährliche Verletzungen und musste notoperiert werden – wurde zu einer Freiheitsstrafe von 39 Monaten verurteilt. Er bleibt im vorzeitigen Strafvollzug. Seine beiden Komplizen erhielten teilbedingte Freiheitsstrafen von 3 Jahren respektive von 33 Monaten.

«Es ist ihre allerletzte Chance, das Gewalt-Milieu zu verlassen. Sie können sich rein gar nichts mehr erlauben», so die Richterin zu den Verurteilten. Der Haupttäter bekam zudem eine weitere Gefängnisstrafe von 15 Monaten, weil er zusammen mit zwei Mittätern im Juni 2013 einen Homosexuellen im Schützenmattpark verprügelt und am Auge verletzt hatte.

(aj)