Basler Verkehrs-Betriebe

26. August 2018 15:39; Akt: 26.08.2018 15:39 Print

Mangel an Teilzeitstellen schreckt Frauen ab

In einem Vergleich des Frauenanteils der Mitarbeitenden schneiden die Basler Verkehrsbetriebe schlecht ab. Bei den Berner und Züricher Betrieben arbeiten mehr Frauen.

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Die Frauenquote bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) ist niedriger als bei anderen regionalen ÖV-Unternehmen. (Bild: 20 Minuten/las)

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Bei den Basler Verkehrsbetrieben (BVB) arbeiten weniger Frauen als bei den Berner und Zürcher Verkehrsunternehmen. Ein Vergleich im Mitarbeitenden-Magazin des Verkehrsunternehmens zeigt: der Frauenanteil bei den BVB liegt aktuell bei 15,3 Prozent, bei Bernmobil bei 16,4 und bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) bei 19,2 Prozent. Die Baselland Transport AG (BLT) hält mit einer Quote von 18 Prozent im oberen Bereich mit.

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Soll der Frauenanteil bei der BVB in Zukunft höher werden?

Laut Mediensprecherin Sonja Körkel ist ein leichter Anstieg des Frauenanteils bei den BVB festzustellen. 2012 waren es noch 14 Prozent, 2014 waren es zeitweise 16,1 Prozent. «Im Gesamtunternehmen BVB wurde die Rekrutierung von weiblichem Personal in den letzten Jahren einfacher, nicht zuletzt bei Stellen, die mit Teilzeitpensen ausgeschrieben wurden», so Körkel auf Anfrage. Auch zukünftig wollen die BVB vermehrt Teilzeitpensen ausschreiben.

Doch trotz leichtem Anstieg haben die BVB im Vergleich zu den VBZ immer noch weniger weibliche Mitarbeiter. Das bemerkt auch Kerstin Wenk, Vizepräsidentin der SP Basel: «Natürlich ist es wünschenswert, dass der Frauenanteil bei den BVB höher wird. Wie man bei den VBZ sehen kann, ist ein höherer Anteil an Frauen gut möglich, deshalb finde ich, dass man das in Basel auch anstreben sollte.»

Mehr Frauen durch Teilzeitstellen

Der höhere Anteil an Mitarbeiterinnen bei den VBZ könne möglicherweise damit zusammenhängen, dass das Unternehmen auch Teilzeitstellen im Fahrdienst anbietet. «Das Problem bei der Rekrutierung von Frauen für den Fahrdienst ist, dass die BVB in diesem Bereich grundsätzlich nur Vollzeit-Pensen vergeben», sagt Körkel. Im Laufe der Anstellung könne zwar auf ein Teilzeit-Pensum reduziert werden. Zunächst sei jedoch ein Vollzeit-Pensum nötig, um Erfahrungen im anspruchsvollen Linienverkehr sammeln zu können.

Im Bezug auf den Frauenanteil richteten sich die BVB nach der «Eignerstrategie für die Basler Verkehrs-Betriebe 2018–2021» des Kantons Basel-Stadt. Demnach ist der Anteil der Frauen «über die vierjährige Periode in allen Bereichen und auf allen Ebenen zu steigern, insbesondere auch in Führungsfunktionen. Wo betrieblich machbar, sind Teilzeitmöglichkeiten anzubieten.»

Die Schwierigkeiten für die Frauen bleiben damit aber bestehen. «Die BVB sollten attraktive Dienste gestalten, damit Frauen ihre Familie und die Arbeit unter einen Hut bekommen können. Momentan ist es schwierig, neben der Arbeit auch das soziale Umfeld zu pflegen», findet Wenk.

Schwierig Frauen für den Bereich Technik zu finden

Einzig im Bereich Human Resources sind die Frauen bei den BVB mit 66,7 Prozent (14 Mitarbeiterinnen) in der Überzahl. Im Bereich Technik arbeiten 5 Frauen, was nur knappe 2,8 Prozent der Mitarbeitenden in diesem Bereich ausmacht. «In technischen Disziplinen gestaltet sich die Rekrutierung von weiblichem Personal unverändert schwierig», so Körkel.

Dieses Problem bestätigt auch Andreas Büttiker, Direktor der BLT: «Bei Rekrutierungen achten wir darauf, speziell auch Frauen anzusprechen und zu gewinnen. Leider melden sich nur relativ wenige Frauen für Job-Angebote im technischen Bereich, als Buschauffeusen und als Kader», sagt er. Schlussendlich spiele bei der Einstellung jedoch nicht das Geschlecht die zentrale Rolle, sondern die fachliche und charakterliche Eignung.

(lb/mis)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jerry92 am 26.08.2018 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Die BVB sollten attraktive Dienste gestalten, damit Frauen ihre Familie und die Arbeit unter einen Hut bekommen können. Und der Mann hat keine Familie? Dass die Frau zuhause bleibt und der Mann arbeiten geht ist veraltet. Beide Geschlechter tragen gleichermassen die Verantwortung für Beruf und Familie. Wenn man mehr Teilzeitstellen schafft, dann für Mann und Frau.

  • KaspAirLi am 26.08.2018 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt auch Probleme als Mann...

    Als ich mich bei der BVB bewerben wollte, meinte mein Berater auf dem RAV: Diese Bewerbung ist aussichtslos... die BVB stellt nur Männer aus dem Elasss ein...? Die sind billiger! Eine Aussage vom Arbeitsamt!

  • BÄERLI am 26.08.2018 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tramchauffeur

    Schlechtes Betriebsklima, schlimme Arbeitszeiten,sowie schlechtbezahlter Job vor allem für Frauen die Fam. und Kinder haben nicht zu empfehlen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Didi Weidmann am 26.08.2018 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Engstirnige Personalpolitik

    "Vollzeitpensum sei erforderlich um Erfahrung im Liniendienst zu sammeln!" So ein vollkommener Quatsch. Diese Leute, die so einen Mist rauslasen sind einfach intellektuell behindert und nicht genügend flexibel. Es wird an der Zeit, dass es in diesen verkrusteten Strukturen zu einem Umdenken kommt. Es wird zukünftig wegen der Automatisierung weniger Arbeit geben, also macht es Sinn, die verbleibende Arbeit besser auf mehr Schultern zu verteilen und das geht nun mal am besten mit reduzierten Pensen!

  • BÄERLI am 26.08.2018 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tramchauffeur

    Schlechtes Betriebsklima, schlimme Arbeitszeiten,sowie schlechtbezahlter Job vor allem für Frauen die Fam. und Kinder haben nicht zu empfehlen.

  • Jerry92 am 26.08.2018 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Die BVB sollten attraktive Dienste gestalten, damit Frauen ihre Familie und die Arbeit unter einen Hut bekommen können. Und der Mann hat keine Familie? Dass die Frau zuhause bleibt und der Mann arbeiten geht ist veraltet. Beide Geschlechter tragen gleichermassen die Verantwortung für Beruf und Familie. Wenn man mehr Teilzeitstellen schafft, dann für Mann und Frau.

  • Tina Stettler am 26.08.2018 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frauen und Teilzeitstellen

    Immer noch wie gleich wie vor 30 Jahren. Da muss sich endlich mal ein Wandel vollziehen. Auch Frauen sollten Vollzeit arbeiten können und nicht zugunsten der Familie kürzer treten. Es müssen nicht mehr Teilzeitstellen geschaffen werden sondern andere Familien-Modelle gelebt und andere Betreuungsangebote, wie Tagesschulen ect. geschaffen werden, damit die Frauen gleichberechtigt sind und gleiche Karrierechancen haben wie die Männer.

  • KaspAirLi am 26.08.2018 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt auch Probleme als Mann...

    Als ich mich bei der BVB bewerben wollte, meinte mein Berater auf dem RAV: Diese Bewerbung ist aussichtslos... die BVB stellt nur Männer aus dem Elasss ein...? Die sind billiger! Eine Aussage vom Arbeitsamt!