Basel

10. Oktober 2019 04:52; Akt: 10.10.2019 04:52 Print

Auch der Beifahrer war zugedröhnt

Zwei Lenker mussten am Mittwochnachmittag bei einer Verkehrskontrolle in Basel ihren Führerausweis abgeben. In einem Fall wurden auch die Suchhunde im Auto noch fündig.

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Bei einer Verkehrskontrolle am Mittwochnachmittag zog die Basler Kantonspolizei zwei Lenker (35 & 45) aus dem Verkehr, weil diese unter Drogeneinfluss standen. Der Beifahrer des 45-Jährigen stand ebenfalls unter Drogen und im Fahrzeug stiessen Hundeführer auf Marihuana. Auch der 22-jährige Lenker dieses Lamborghinis, der am 1. Juni nach einer Fluchtfahrt vor der Polizei in Basel verunfallte, stand unter Drogen. Seinen Führerausweis hatte der Jungspund schon früher verloren. Fahren unter Drogeneinfluss ist in der Schweiz keine Seltenheit. Dass Autofahrer unter Drogeneinfluss am Steuer sitzen, kommt häufiger vor. Zwischen 2012 und 2018 stieg die Anzahl der Ausweisentzüge wegen Fahrens unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss von rund 2800 auf 4600, wie das TCS-Magazin «Touring» schreibt. Die Fachstelle ASN «Am Steuer nie» zeigt in einer Simulation, dass bei Fahrern unter Drogeneinfluss nur noch ein Teil des Gesichtsfelds aktiv ist. Die Betroffenen haben dann einen sogenannten Tunnelblick. «Schweizweit müssen wir mittlerweile leider fast täglich Automobilisten aus dem Verkehr nehmen, die unter Drogeneinfluss ihr Fahrzeug lenken», sagt Damian Meier, Präsident der Verkehrskommission der Polizeikommandanten KKPKS. Das gefährliche Verkehrsverhalten leitet sich von einem veränderten Umgang mit Drogen ab. Laut Meier ist der Verkehr auf der Strasse immer auch ein Abbild der Gesellschaft. «Der Drogenkonsum kommt verbreiteter vor als bis anhin.» Auch Koni Wäch, Präsident der Szeneorganisation Eve&Rave, stellt fest, dass Aufputschmittel an Partys mittlerweile sehr beliebt sind. Eve & Rave mache jedoch immer auf die Konsequenzen aufmerksam, so Wäch. «Wer Drogen konsumiert, hat eine verzögerte Reaktionsgeschwindigkeit und eine veränderte Wahrnehmung.» Larissa Caviezel starb mit 26 Jahren, weil ein mehrfach vorbestrafter Autofahrer bekifft beim Überholen frontal mit ihrem Roller kollidiert war. Larissa war am 18. Januar 2017 am frühen Morgen mit dem Roller von Domat/Ems nach Chur unterwegs, als ein Autofahrer bei einem Überholmanöver frontal in sie hineinfuhr. Die junge Köchin wurde 43 Meter entgegen ihrer Fahrtrichtung auf die Fahrbahn geschleudert und erlag ihren Verletzungen. F. musste mindestens dreimal sein Billett abgeben. Seit 1997 verursachte der Italiener drei Verkehrsunfälle und einen Beinaheunfall, für die er verurteilt wurde. Bei einem der Unfälle verstarb eine Person. Mehrere wurden verletzt.

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Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat während einer Verkehrskontrolle am Mittwochnachmittag zwei Lenkern wegen Fahrens unter Drogeneinfluss die Führerausweise vorläufig abgenommen und sie an die Staatsanwaltschaft verzeigt.

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Bei der Kontrolle auf der Schwarzwaldstrasse zwischen 13 und 15 Uhr lag das Augenmerk auf der Fahrfähigkeit der Verkehrsteilnehmer. Bei zwei Lenkern im Alter von 35 und 45 Jahren gab es Hinweise, dass sie unter Drogeneinfluss standen. Ein Vortest verlief in beiden Fällen positiv, wie die Polizei mitteilte. Bei beiden wurde eine Blutentnahme angeordnet.

Vorläufig mussten beide ihren Führerausweis abgeben. Je nach Ausgang des Bluttests drohen Bussen und definitive Massnahmen in Bezug auf ihre Fahrberechtigung, wie es in der Mitteilung heisst.

Beifahrer auch nicht mehr Fahrtüchtig

Beim 45-jährigen Lenker wurde zudem ein Atemalkoholwert von über 0,5 Promille festgestellt. Weil bei seinem 52-jährigen Mitfahrer wegen Drogenkonsums ebenfalls erhebliche Zweifel an dessen Fahreignung bestanden, wurde dieser dem Strassenverkehrsamt rapportiert. Im Fahrzeug des zugedröhnten Duos fanden Hundeführer der Eidgenössischen Zollverwaltung zudem Marihuana.


Fahren unter Drogeneinfluss? Eine Simulation zeigt die Auswirkungen. (Video: ASN)

(lha)