Fleissiger Holzfäller

30. November 2017 05:55; Akt: 30.11.2017 05:55 Print

Der Biber rodet an der Birs derzeit im Akkord

Etwa 30 Biber haben sich im Baselbiet angesiedelt. Zum Wintereinbruch ist in Ufernähe kaum ein Baum mehr vor dem Nager sicher. Kein Problem, sagt die Expertin.

Im Sommer 2017 hat eine Leserin einen Biber im Basler St. Alban-Teich gesichtet. (Video: Leser-Reporter)
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Gleich reihenweise nagt ein Biber an der Birs in Münchenstein Bäume nieder – am liebsten seine Leibspeise Weiden. Jetzt, da der Winter naht, müssen Vorräte angelegt werden. «Jetzt ist gerade die Zeit, in der der Biber am aktivsten ist», weiss Astrid Schönenberger, Biberverantwortliche bei Pro Natura Baselland.

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Der Biber verursacht stellenweise einen regelrechten Kahlschlag am Ufer, wie aktuelle Bilder zeigen. Problematisch sei das nicht, winkt sie ab – im Gegenteil: «Die Weiden wachsen nach und die Umgestaltung fördert die Artenvielfalt», erklärt sie. Bei der Gemeinde gingen bislang auch keine Meldungen besorger Bürger ein, wie eine Nachfrage von 20 Minuten ergab.

Parkbäume mussten geschützt werden

Aber nicht überall ist der Hunger des Bibers unproblematisch. In der Grün 80, der Parkanlage der Migros, mussten Bäume vor dem Biber geschützt werden. Das ist jedoch ohne grösseren Aufwand möglich: Meist reicht schon ein Drahtgitter am Stamm. Da der Biber nicht klettern kann, zieht er dann einfach weiter.

Der Biber rodet an der Birs im Akkord

An der Birs sind mittlerweile mehrere der gefrässigen Nager ansässig. In der Reinacher Heide hat sich laut Schönenberger eine Familie niedergelassen, die schon zum vierten Mal Nachwuchs bekam.

Erfolgreiches Wiederansiedlungsprojekt

Die selbständige Rückkehr des Bibers in der Region wurde bis 2010 während zehn Jahren durch das Projekt «Hallo Biber» aktiv gefördert. Während über 200 Jahren war der Biber zuvor aus der heimischen Fauna verschwunden. Die Aktion ist ein Erfolg: Aktuell seien rund 30 Biber an Baselbieter Gewässern heimisch, vermutet Schönenberger. «Das sind aber noch nicht so viele.» Zum Vergleich: Im Kanton Zürich leben gemäss einer am Dienstag veröffentlichten Feldstudie von WWF und Pro Natura mittlerweile knapp 400 Tiere in gut 100 Revieren.

In der Region Basel wurden erst 15 Reviere ausgemacht. Der Biber erschliesst sich aber fortlaufend neue Gebiete entlang der Birs, der Ergolz und des Rheins. Feinde muss er dabei kaum fürchten – ausser den Menschen. «Sie werden häufig überfahren», sagt Schönenberger. An Orten, wo man um die Gefahr wisse, versuche man die Situation mit Hindernissen oder sicheren Wegen für den Biber zu entschärfen.


Ein Leser filmte im Sommer 2016 einen Biber an der Birs. (Video: Leser-Reporter)

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ChregiFCB am 30.11.2017 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vegan

    wer sagt das es kein Veganer war

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  • ForstyII am 30.11.2017 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rodungen

    Das Fällen von Bäumen stellt noch keine Rodung (Zweckentfremdung von Wald) dar.... Der Biber baut ja keine Autobahn oder Bahnlinie duch den Wald. :-) Und hinsichlich Holzschläge sind Holzschläge in der Regel auch keine Kahlschläge.

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  • Robo Cobo am 30.11.2017 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Der natürliche Feind fehlt

    Da haben die Verantwortlichen wieder nicht fertig gedacht. Man siedelt ein Tier wieder an, aber ohne sich genauer damit zu befassen. Wo ist der natürliche Feind des Biebers? Dieses Tier gehört nämlich auch wieder angesiedelt, damit der Bestand reguliert wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Biber am 30.11.2017 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst den Biber in Ruhe ...

    ... ist nämlich mein absolutes Lieblingstier: Fleissig, süss und total heimlich!

  • BIBERFAN am 30.11.2017 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut was der Biber da macht

    der Biber will an die feineren Äste der Weiden rankommen, um diese abzuschälen - es bleiben weisse Stecken zurück. Die gefällten Weiden schlagen sofort über Äste wieder aus. Zudem enthält die Rinde der Weiden SaIicylsäure- sprich Aspirin. Oder hat man schon jemals einen Biber mit Schnupfen angetroffen.

  • Nachbar am 30.11.2017 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre es ein Nachbar, wäre die Hölle los

    Wenn zwei das Selbe tun, ist es nicht das Gleiche. Werde bei meinem Nachbarn eine Sippe Bieber aussetzen :-)

  • Franz Müller am 30.11.2017 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Bäume am Ufer einfetten

    Ein Förster erzählte mir neulich, dass in der Ostschweiz gefährdete Bäume an Bächen und Flüsse neu mit einer stinkenden, teerartigen Masse eingefettet würden. Die Biber lassen die Bäume alle in Ruhe, geniale Ide!

  • patrick h. am 30.11.2017 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viele

    Und in einem Jahr liegt die Population bei 60, dann 120, dann über 200... nicht zu ende gedacht. Den Bibern geht es viel zu gut in unseren Breitegraden. Keine Feinde. Da muss der Mensch eingreifen! Einzige Alternative: Biber fallen Hunde an und dünnen deren Population etwas aus. So funktioniert Natur.

    • larissa am 30.11.2017 12:03 Report Diesen Beitrag melden

      an patrick h

      und was ist mit uns? ich denke wir vermehren uns noch viel extremer..bei fast 8 Milliarden

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