Standarddeutsch

08. März 2011 21:07; Akt: 08.03.2011 21:07 Print

Der Dialekt ist am verstummen

von Anna Luethi - Kindsgi-Lehrer freunden sich immer mehr mit dem Standarddeutsch an, so eine neue Studie: Aus jedem fünften Kindsgi ist der Dialekt schon fast komplett verschwunden.

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Auch im Kindergarten Hirzbrunnen in Basel ist der Dialekt am Verschwinden. (keystone)

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Die Znünipause gibts nicht mehr, das Kindsgidäschli auch nicht: In den Basler Kindergärten ist der Dialekt am Verstummen. Seit August gilt die Sprachregelung «Standarddeutsch und Dialekt» – mindestens die Hälfte des Unterrichts erfolgt seither auf Hochdeutsch. «Die Lehrpersonen sind positiver eingestellt als früher», sagt Studienverfasserin Rahel Sacco. Sie hatte bereits letztes Jahr eine Studie verfasst – die Zahl der positiv gestimmten Lehrer nahm von 30 auf 40 Prozent zu. Die Regelung werde sehr unterschiedlich umgesetzt: In je 15 Prozent der 131 Basler Kindergärten gibt es Blockunterricht über mehrere Wochen oder tageweise Wechsel, in 19% nur Standarddeutsch.

«Es herrscht ein heilloses Durcheinander, die Rolle des Dialekts wurde nicht ­reflektiert», sagt Jost Müller, Co-Präsident der IG Dialekt. Die Resultate seien wohl absichtlich nun publiziert worden: Am 15. Mai wird über die Dialekt-Initiative abgestimmt. «Da kommt eine scheinbar positive Evaluation sicher im rechten Moment», so Müller.

«Dass die Evaluation nun publiziert wurde, hat keinen Bezug zur Abstimmung, sondern erfolgt im Rahmen des anfänglich festgelegten Zeitplans», kontert Crispin ­Hugenschmid, Sprecher des Erziehungsdepartements.

Zu den Resultaten könne er lediglich sagen, dass die steigende Zustimmung «erfreulich» sei.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Schweizer am 08.03.2011 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz abbauen

    Gut so! Schliesslich ist die Schweiz ein so kleines Land dass wir unsere Eigenheiten duch Staatsvorschrifen schnellst möglich aufgeben sollen. Gaddafi hat ja bald keine Chance mehr unser Land an die Nachbaren aufzuteilen, also machen wir es selber :-)

  • Peschä am 09.03.2011 01:38 Report Diesen Beitrag melden

    Verlust der Schweizer Kultur

    Es wäre schön, wenn sich all die rot-grünen Politker auch für die Kultur der Schweiz interessieren würden. Durch Migration und Anpassung der Schweiz an Einwanderer geht unsere eigene Kultur immer mehr verloren. Was ist denn "erfreulich" daran, wenn unsere Dialekte verloren gehen?

  • Patsie am 08.03.2011 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    Warum müssen wir uns an die Ausländer anpassen?

    Ich als Schweizer finde es beschämend, dass WIR uns an die Ausländer anpassen müssen. Bei meinen Kindern wird leider auch nur Hochdeutsch gesprochen mit Fatalen folgen. Die Kinder sprechen nun ein Gemisch aus Schweizer Dialekt und Hochdeutsch, dank dieser Problematik müssen beide in die Logopädie und die Gosse sogar in die Sprachheilschule.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.Huxley am 09.03.2011 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Kultur

    Was hat das ganze mit einem Verlust der CH-Kultur zu tun? Dialekt wurde noch nie in der Schule vermittelt. Und es ist ohne weiteres möglich beide Formen sprechen zu lernen. Wenn unsere Schüler also unsere offizielle Amtssprache richtig beherrschen sollen, muss man ihnen auch ein Gefühl für die Sprache lehren.

    • Noro am 10.03.2011 13:56 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt nicht

      Die Sprache war schon immer ein wichtiger Indetifikationspunkt. Wieso sprechen wohl Ausländer ihre Muttersprache zu Hause? Auch dann, wenn sie problemlos Mundart sprechen könnten? Mundart ist ein wichtiger Bestandteil der schweizer Kultur. Es ist auch ein Unterscheidungsmerkmal zu den Deutschen. Hier in der Schweiz wird kein Schriftdeutsch gsprochen, sondern nur geschrieben. Dies aus dem simplen Grund, dass man die verschiedenen Dialekte nicht vereinheitlicht schreiben könnte. Schauen Sie sich doch mal andere Länder an in denen viele verschiedene Dialekte gesprochen werden.

    • Vreni Leibundgut am 22.03.2011 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      Schweizer Kultur

      Sehr geehrter Herr Huxley Auf ihre erste Frage kann ich Ihnen als Kindergärtnerin mit 25 jähriger Erfahrung nur antworten: " Sehr viel!" Auf der Kindergarten-Stufe lernen die Kinder mit der Sprache umzugehen, sie zu gebrauchen, auch in Konfliktsituationen. Auf dieser Schulstufe wo vorwiegend durch das Erleben gelernt wird, hat der Dialekt eine grosse identificative und integrative Rolle. Auch ist die Kindergartenzeit sehr prägend. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Kinder während zwei Jahren Zeit bekommen sich im Dialekt zu stärken und sich darin verwurzeln können.

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  • Verena am 09.03.2011 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Nun...

    Rot-Grün wählen,Zukunft und schweizer Werte stehlen. Anscheinend hat unsere eigene Kultur im Multikulti Wahn der Linken und Grünen nichts mehr verloren.

  • multikulti am 09.03.2011 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Mundart

    Und da wunderen sich viele, dass die SVP starken Zuwachs verzeichnet

  • Peschä am 09.03.2011 01:38 Report Diesen Beitrag melden

    Verlust der Schweizer Kultur

    Es wäre schön, wenn sich all die rot-grünen Politker auch für die Kultur der Schweiz interessieren würden. Durch Migration und Anpassung der Schweiz an Einwanderer geht unsere eigene Kultur immer mehr verloren. Was ist denn "erfreulich" daran, wenn unsere Dialekte verloren gehen?

  • Karin am 09.03.2011 00:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr seid schlecht informiert

    Die CH-Dialekte waren schon mehr als einmal fast verschwunden. Zum Beispiel vor dem ersten Weltkrieg. Die neueste Mundart-Welle startetete ungefähr 1960. Das ist noch gar nicht so lange her. Bis dahin war damals auch Standarddeutsch vorherrschend. Die Dialekte kommen und gehen *g*

    • Hansueli am 09.03.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht

      Stimmt nicht, schon vor 1960 waren z.B. Fasnachtzettel auf Dialekt geschrieben. Die nicht Dialekt-Sprecher kommen, aber gehen nicht wieder weg

    • Basilius am 11.03.2011 12:30 Report Diesen Beitrag melden

      Informationsmangel?

      Liebe Karin, auf welchen Informationen und Erkenntnissen basieren denn deine Aussagen? Bin Jahrgang 1941 und wäre deshalb doch recht prädestiniert dafür deine Wellentheorie um 1960 zu bestätigen, wenn es sie real gegeben hätte - da war aber nichts. Was sich damals hingegen zunehmend zu entwickeln begann, war der Aufsprung und der Ritt auf die Anglizismenwelle.

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