Festnahme in Basel

25. Juli 2019 19:51; Akt: 26.07.2019 16:09 Print

Das ist der Mann hinter der 600-Kilo-Kokain-Lieferung

Drogenfahnder haben ein internationales Kartell zerschlagen, das unter anderem in Basel operierte. Drahtzieher ist ein Mann aus Zagreb, den die Behörden lange beobachteten.

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Ermittler in mehreren Ländern, darunter die Schweiz, haben einen Drogenhändlerring auffliegen lassen. Im Rahmen der «Operation Familia» wurden über eine Tonne Kokain sichergestellt und insgesamt 16 Personen festgenommen, wie Europol am Donnerstag meldete. Elf Verhaftungen gab es in Europa, weitere fünf in Hongkong.

Allein in Basel haben Drogenfahnder vergangenen Mai rund 600 Kilogramm Kokain im Wert von 18 Millionen Euro beschlagnahmt. Die Drogen sollen in einem Privatflug aus Uruguay via Nizza in die Schweiz transportiert worden sein, wie das Portal «Jutarnji» berichtet. Die Ermittler nahmen dabei drei Männer am Flughafen fest, als diese gerade 21 Koffer mit Drogen in mehreren Luxusautos umluden.

Der Mann mit den vielen Namen

Einer der drei in Basel Festgenommenen ist der 59-jährige Michael Dokovich, mutmasslicher Anführer eines Balkan-Kartells. Die kriminelle Bande operierte in Europa, Südamerika und Asien.

Dokovich stammt aus Podgorica, der Hauptstadt Montenegros. Er wurde erstmals Anfang der 1990er mit einer albanisch-jugoslawischen kriminellen Organisation in Verbindung gebracht. Seither soll er unzählige Aliasse angenommen haben, wie das Portal «Novilist» schreibt. So kennt man ihn auch unter den Namen Michael Bugatti, Michael Illyriani, Živko Jović oder Radovan Trzin. Sein wirklicher Name lautet allerdings Iljmija Frljučkić.

Die Behörden waren dem Boss und seinen Komplizen auf der Spur

Im Jahre 1994 soll sich Dokovich in Florida niedergelassen haben und die Tochter eines örtlichen Polizeibeamten geheiratet haben. Dabei gab er sich als Geschäftsmann aus. In Wirklichkeit soll er aber in einem Betrugsfall mit Geldautomaten beteiligt gewesen sein. Im Laufe der darauffolgenden Jahren soll Dokovich mehrere Male strafrechtlich verfolgt und sogar aus den USA ausgewiesen worden sein.

Die kroatische Behörde zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität (USKOK) kam Dokovich vor über einem Jahr auf die Spur. Die Ermittler hörten seine Telefongespräche ab, filmten seine Treffen mit Geschäftspartnern in seiner Villa in Zagreb. Die Behörden folgten auch der Spur von Dokovichs Komplizen, die im vergangenen Jahr dreimal nach Südamerika gereist waren.

Laut Europol starteten 2018 in Südamerika mehrmals Privatflugzeuge mit Kokain an Bord in Richtung Europa. Die Drogen wurden dann nach Asien – meist nach Hongkong und Macao – per Schiff gebracht.



(kle)