Kampagne verlängert

03. Juli 2014 17:23; Akt: 06.07.2014 11:40 Print

Der Drecksack hält Basel länger sauber

Dank dem Drecksack landen mehr Take-Away Abfälle im Kübel. Die Kampagne der Arbeitsgemeinschaft Basler Littering-Gespräche wird nun bis zum Ende der Sommerferien verlängert.

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Ihre Kampagne ist ein Erfolg. Die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Basler Littering-Gespräche Dieter Wullschleger (Migros), Dominic Stöcklin (Valora), Martin Gruber (Amt für Umwelt), Marc Etterlin (Stadtreinigung) und Guido Fuchs (Coop) schicken den Drecksack in die zweite Runde. (Bild: 20 Minuten/Lukas Hausendorf)

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Littering-Bekämpfung ist eine Sisyphus-Arbeit. Mehr Abfallkübel bringen irgendwann nichts mehr – manchmal hilft, es die Tonnen ganz zu entfernen. Gebühren zeigen gar nie Wirkung. Zu diesen Erkenntnissen gelangte eine Littering-Studie der Universität Basel im Jahr 2005. Seither wurde noch kein Patentrezept gefunden.

Der Drecksack, eine Kampagne der Arbeitsgemeinschaft Basler Littering-Gespräche, in der Vertreter von Kanton und Detailhandel die Problematik gemeinsam anpacken, scheint nun aber Wirkung zu zeigen. Mindestens was die Entsorgung von Take-Away Abfällen betrifft. «Verpflegungsabfälle landen vermehrt mit dem Sack im Container», sagt Dieter Wullschleger, Sprecher der Migros Basel. Aufgrund des grossen Erfolgs wird die Kampagne, die eigentlich nächste Woche zu Ende gegangen wäre, jetzt bis zum 14. August verlängert.

Mitte Mai wurde damit begonnen, die grünen Plasticksäcke an Verkaufsstellen für Take-Away Produkte in der Stadt zu verteilen. Von den rund 800'000 Säcken ist nun rund die Hälfte weg.

Die Botschaft bleibt hängen

Quantitative Belege für die Wirkung der Kampagne gibt es freilich nicht. «Die Mengen des liegengebliebenen Abfalls werden nicht erhoben», erklärt Marc Etterlin, stellvertretender Leiter der Basler Stadtreinigung. Seine Leute an der Front merken aber, dass die grünen Drecksäcke grossmerheitlich brav in den dafür vorgesehenen Mülltonnen entsorgt werden.

Ein Beleg dürften die ersten Ergebnisse einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz sein, welche die Kampagne wissenschaftlich begleitet. Von 300 zufällig befragten Personen kennen 60 Prozent den Drecksack. Und fast 90 Prozent davon wissen, dass es dabei um Littering-Bekämpfung geht. Das sei sehr beachtlich, meint Wullschleger.

Er glaubt auch an die Wirkung der Kampagne. «Dadurch, dass schon an den Verkaufsstellen mit der Abgabe des Drecksacks die Entsorgung thematisiert wird, werden die Konsumenten sensibilisiert.»

Erfolgsgeschichte mit Zukunft

Der Drecksack könnte auch nächsten Sommer das Stadtbild wieder prägen. Sollte es zu einer zweiten Auflage der Kampagne kommen, die heuer 110'000 Franken gekostet hat, will man aber mehr Partner ins Boot holen. Döner-Imbisse und Quartierläden sollen ebenfalls partizipieren. Dieses Jahr habe dafür die Zeit einfach nicht gereicht, so Projektleiter Martin Gruber vom Amt für Umwelt und Energie.

Ob die Kleinen wirklich mitmachen werden, wird aber nicht zuletzt eine finanzielle Frage sein. Die jetzt beteiligten Partner von Kanton und Detailhandelsketten berappen den Drecksack paritätisch. Die Bereitschaft von Quartierläden und Imbissbuden dafür auch das Portemonnaie zu öffnen, wird aber von vielen bezweifelt.

(lha)