Basel

19. Juli 2018 19:03; Akt: 19.07.2018 19:06 Print

Klimawandel macht den Rhein zur Grossbaustelle

Rheinschwimmer müssen aufpassen: In Basel wird in den kommenden Monaten die Schifffahrtsrinne ausgebaggert. Notwendig macht das der Klimawandel.

Bagger auf dem Rhein: Weil der Fluss häufiger Niederwasser führt, muss die Schifffahrtsrinne tiefer gelegt werden. (Video: sda/Keystone)
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Auf dem Rhein schwimmt der Bagger auf: Mit schwerem Gerät wird in den nächsten Monaten im Stadtgebiet die Schifffahrtsrinne tiefer gemacht, damit die grossen Frachtkähne künftig auch bei niedrigerem Wasserstand verkehren können. Bauherrin sind die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH), die das Projekt am Donnerstag vor den Medien vorstellten.

Der Klimawandel macht den Rhein zur Baustelle

Wegen des Klimawandels führt der Fluss tendenziell immer weniger Wasser. Somit können die Schiffe weniger Fracht laden. Indem die Fahrrinne vertieft wird, haben die Schiffe mehr Spielraum und können mehr Fracht laden. Diese bauliche Massnahme ist denn auch im Bericht des Bundesrats zum Klimawandel aufgeführt.

Rheinschwimmer müssen aufpassen

Die Bauarbeiten werden laut der SRH bis Ende Februar 2019 dauern. Sie erstrecken sich über den Abschnitt zwischen der Dreirosenbrücke und der Birsmündung. Gestartet wird zwischen der St. Alban- und der Münster-Fähre. Auf diesem Abschnitt wird in den nächsten vier Wochen Felsmaterial, das in die Fahrrinne ragt, mit einem Bagger abgefräst und abgetragen. Zudem wird das gemischte Sediment aus gelöstem Fels und Kies auf der Sohle bewegt, um die neue Mindestfahrrinnentiefe zu erreichen.

Für die Rheinschwimmer bedeuten die Bauarbeiten erhöhte Vorsicht. Laut den SRH signalisieren rote Bojen den Bereich, in dem man bedenkenlos schwimmen darf. Ausserhalb dieses Bereichs ist es aus Sicherheitsgründen verboten. «Es wird zudem sogenannte gelbe Warschauerflossen auf dem Rhein haben, welche die Rheinschwimmer mit Warnschildern auf die Baustelle hinweisen», sagt SRH-Sprecher Simon Oberbeck. Die Rheinschwimmer müssten einen Abstand von 50 Metern zur Baustelle einhalten: «Sonst wird es gefährlich.»


Auf was müssen Rheinschwimmer achten? Sehen Sie es im Video. (Video: 20 Minuten/daf)

Die Arbeiten sind jeweils von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr im Gang. Warum muss gerade im Hochsommer im Rhein gebaut werden? «Das hat mit der Laichzeit der Fische zu tun», so Oberbeck. Diese dauere von März bis Juni. Deshalb werde von Juli bis im Februar gebaut.

Stein und Kies werden abgetragen und verschoben

Gemäss der SRH wird auf einer Fläche von insgesamt 140'000 Quadratmeter die Rheinsohle punktuell abgetragen. Bewegt werden 35'000 Kubikmeter Material, abgefräst rund 5000 Kubikmeter Fels. Der Wasserstand des Rheins soll sich durch das Projekt nicht verändern, weil das Aushubmaterial im Fluss verbleibt. Mit dem Kies sollen Uferzonen ökologisch aufgewertet werden.

Den Rhein «umbauen» wird die deutsche Firma Hülskens Wasserbau. Sie hat nach einer internationalen Ausschreibung den Zuschlag erhalten. Hülskens wird im Rhein einen 70 Tonnen schweren Hydraulikbagger einsetzen, der von einem 25 Meter langen Schiffskahn aus das Material aus dem Rhein holt. Das Gestein und der Kies werden mit einer Klappschute und einem Kranschiff transportiert.

Schiffsverkehr ist eingeschränkt

Auch die Schifffahrt muss während der Bauarbeiten diverse Einschränkungen in Kauf nehmen. So kommt es zeitweise zu Sperrungen. Für Güter- und Tankschiffe besteht teilweise Lotsenpflicht. Die Arbeiten sollen laut der SRH aber weder Erschütterungen noch Wellenschlag auslösen.

(sda/daf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinerle am 19.07.2018 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei

    was heisst hier Klimawandel die Schiffe werden immer grösser der Klimawandel ist nur der Vorwand unter anderem

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  • Schweizer80 am 19.07.2018 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    Oh Gott, das ewige gejammer über den Klimawandel! Immer die selbe Leiher! Und wir Schweizer sollen was ändern... mit Steuern natürlich!

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  • daaabr am 19.07.2018 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bereits verloren

    Ein Rennen welches der Mensch verliert! Die Natur baut sich schneller ab als der Mensch entwickelt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mohler Wilhelm am 20.07.2018 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eiszeit

    Die letzte Eiszeit war vor mehr als 10'000 Jahren. Seit dieser Zeit haben wir einen Klimawandel. Vor ca.15'000'000 (15 Millionen) war Europa Tropisch.

  • Basler am 20.07.2018 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Geschiebe im Rhein

    muss die Fahrrinne nicht eher wegen dem Geschiebe im fluss ausgebaggert werden? Klimawandel tönt einfach etwas plakativer. ich kann mir gut vorstellen, dass sich über die jahre im rheinknie einiges an Sedimenten und Geschiebe angesammelt hat. schade nur, dass dies eine deutsche Firma macht. auch auf Grossbaustellen herrscht der einkaufstourismus vor.

    • G. Pereu am 20.07.2018 14:52 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist wirklich so

      So ist es eigentlich bei allen Flüssen. Aber üblicherweise werden statt den Fluss auszubaggern einfach die Deiche erhöht - wenn überhaupt - oder noch lieber von Jahrhunderhochwasser wegen Klimawandel gejammert.

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  • c. galzer am 20.07.2018 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich unmöglich

    Unglaublich wofür der Klimawandel alles herhalten soll. Wer's glaubt! Haben wir ersten April?

  • reto aus basel am 20.07.2018 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    muss lachen

    Ich bin letzthin in ein Gewitter geraten und wurde Pflotschnass,der Klimawandel ist schuld daran,passierte mir auch vor ca 40 Jahren,aber da gab es noch keinen Klimawandel,übrigends,der Rhein in Basel wurde auch vor x Jahren ausgebaggert,und zwar von Schweizer Firmen

  • Pius Peter am 20.07.2018 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Umwelt

    Was ist eigentlich mit dem Waldsterben? War auch so eine Periode die wir sehr gut überstanden haben. Davon hört man auch nichts mehr.

    • c. galzer am 20.07.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      Umweltpanikkonzert der Medien

      Gab es nie, gibt es nicht, dann kam Ozonpanik, hat auch nicht gewirkt, jetzt ist CO2 und Klimwandel in und als nächstes kommt.... -Steuererhöhungen überall

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