Basel

06. November 2018 16:55; Akt: 06.11.2018 16:55 Print

Diese Parksünde wird teuer für den Audi-Fahrer

Ein Falschparkierer blockierte am Dienstagvormittag den Tramverkehr in der Basler St. Johanns-Vorstadt während einer ganzen Stunde. Das kostet weit mehr als eine Ordnungsbusse.

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Um 10.52 Uhr ging bei der Leitstelle der Baselland Transport AG die Meldung über den Falschparkierer in der St. Johanns-Vorstadt ein. Ein nachlässig parkierter Audi versperrte bei der Johanniterbrücke der Tramlinie 11 in Fahrtrichtung Schifflände die Durchfahrt. Vom Halter des Autos keine Spur.

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«Also so ein Trottel», regte sich ein Passant lauthals auf. Ein Piketfahrzeug des Netzservices der Basler Verkehrsbetriebe wurde aufgeboten, mit dem Massstab wurde zentimetergenau festgehalten, wie schlecht der Audi-Fahrer parkiert hatte. Zwischenzeitlich wurden Polizei und zwei Ersatzbusse der BVB aufgeboten. Schliesslich musste der Audi abgeschleppt werden. Nach 67 Minuten konnte die Strecke wieder freigegeben werden.

«Es war ja nicht einmal ein Auswärtiger»

Streckenblockaden wegen Falschparkierern sind im Nadelöhr St. Johanns-Vorstadt ein Dauerbrenner. Laut BLT-Betriebsleiter Fredi Schödler kommt das im Schnitt einmal pro Woche vor. «Ganz so schlimme Fälle wie am Dienstag sind zum Glück aber seltener», sagt er. In der Regel seien die Fahrzeughalter auffindbar. In diesem Fall besonders ärgerlich: «Es war ja nicht mal ein Auswärtiger», so Schödler. Das Kennzeichen verriet: Der Parksünder war ortskundiger Basler und hätte ahnen können was ihm blüht.

Minutentarif 15 Franken

Eine saftige Rechnung. Für die ersten zehn Minuten verrechnet die BLT pauschal 150 Franken für ihren Aufwand, jede weitere Minute kostet 15 Franken. So allein kamen am Dienstagmorgen 1005 Franken zusammen. Fürs Abschleppen verrechnet die Polizei pauschal 415 Franken. Damit noch nicht genug: Die Ersatzbusse werden ebenfalls in Rechnung gestellt. Laut Schödler würden dafür noch mal 500 Franken fällig. «Das sind aber nicht die Vollkosten», wie bei der Medienstelle der BVB in Erfahrung zu bringen war.

Zuzüglich zu den 1920 Franken Aufwand wartet auf den Halter noch eine Ordnungsbusse von 80 bis 120 Franken. «Je nach Signalisation und konkreter Situation droht sogar eine Verzeigung», sagt Polizeisprecher Toprak Yerguz.

«Es ist halt einfach eng»

Auf städtischem Boden kommt es laut BVB wegen Falschparkierern zwei bis drei Mal pro Woche zu Tramblockaden. Fast die Hälfte davon entfällt offensichtlich auf die St. Johanns-Vorstadt. «Da kann man nichts machen», sagt Schödler. «Die Platzverhältnisse dort sind einfach eng.»

(lha)