Auktion

15. November 2018 20:27; Akt: 19.11.2018 07:40 Print

Das Startgebot für diesen Ferrari beträgt 1 Franken

Wird ein Ferrari zum finanziellen Debakel für einen Baselbieter Garagisten? Das tiefe Startgebot soll viele Interessenten locken, der Erlös soll auch einem wohltätigen Zweck zukommen.

Stéphane Thommen bietet auf Ricardo diesen Ferrari für einen Franken an. (Video: mis)
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Einen Ferrari für nur einen Franken kaufen? Da muss es doch einen Haken geben. Aber tatsächlich gibt es keinen, denn Stéphane Thommen, der Inhaber und Geschäftsführer vom Autohaus Bölchen Cars AG in Wittinsburg, versteigert einen Ferrari des Models California zu diesem sagenhaften Preis. «Die Idee ist mir spontan gekommen», sagt er gegenüber 20 Minuten. Er macht aber keinen Hehl daraus: «Natürlich dient das unglaubliche Angebot auch als Promotion für mein Autohaus, das auf den Verkauf von Sportwagen spezialisiert ist.» Seit Donnerstagabend ist das Angebot auf Autoricardo online. Ricardo gehört wie 20 Minuten zur Mediengruppe Tamedia.

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Wie viel Geld für ihn am Ende tatsächlich herausspringen wird, steht für Thommen aber nicht an erster Stelle: «Mir ist es ganz egal, zu welchem Preis das Auto verkauft wird.» Natürlich sei er mit seiner Idee ein grosses Risiko eingegangen, doch das habe er bewusst gemacht. «Mit meiner Berufserfahrung bin ich überzeugt, dass das Auto zu keinem günstigeren Preis verkauft wird, als das ich es damals gekauft habe», sagt Thommen überzeugt.

Gute Gewinnchancen

Ob das unschlagbare Angebot aber tatsächlich potentielle Käufer anlocken wird, steht noch in den Sternen. Laut Simon Marquard, Mediensprecher von Ricardo, hat die Auktion aber gute Chancen: «Eine Auktion gerade für Luxusartikel mit tiefem Startpreis zieht normalerweise sehr viele Bieter an und meistens wird ungefähr ein üblicher Marktpreis erzielt.»

Das wäre für Thommen ein Gewinn, denn der Marktpreis des Ferraris liege bei rund 90’000 Franken. «Der Neupreis des Ferraris liegt bei 312'000 Franken. Es handelt sich um einen 2010er Jahrgang», so Thommen. Laut Marquard gab es schon einmal eine ähnliche Auktion mit Luxusfahrzeugen, die zu sehr niedrigen Preisen angeboten und auch erfolgreich verkauft wurden.

«Fairer Kauf» für guten Zweck

Thommen liegt eine Sache aber noch viel mehr am Herzen als der Gewinn: «Wenn mehr als 80'000 Franken für das Auto geboten werden, spenden wir den Erlös an die Hilfsorganisation Kinderkrebs Schweiz.» Wenn unter dem genannten Betrag geboten wird, will er trotzdem 1000 Franken spenden.

Zudem ist ihm das Verhältnis zu seinem potentiellen Kunden wichtig: «Viele Autohändler betrügen ihre Käufer. Mit diesem Angebot will ich diesen Ruf in der Autobranche wieder auflockern und dem Kunden einen fairen und transparenten Kauf bieten.» Deswegen verspricht er seinem Käufer schon jetzt, dass dieser den Ferrari mit Kilometerstand 85'600 vor dem Kauf ausführlich und live betrachten kann. «Das Fahrzeug ist frisch geprüft von der Motorfahrzeugkontrolle, war im Ferrari-Service, hat eine Vignette und steht voll getankt bereit», so Thommen weiter.

(mis)