Basel

11. Februar 2019 17:17; Akt: 04.03.2019 09:32 Print

Doppeltes Strassenschild lässt Leser rätseln

Wieso hängen in Basel zwei exakt gleiche Strassenschilder übereinander? Ein Leser-Reporter, der von einer Panne ausgeht, wird eines Besseren belehrt.

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«Da hat sich der Strassenschildbeamte aber rein gar nichts überlegt», dachte sich ein Leser-Reporter, als er in Basel nach dem Ausgang an zwei identischen Strassenschildern vorbei spazierte, die übereinander montiert wurden. Am nächsten Morgen zeigte sich: Der Mann hatte nicht etwa zu tief ins Glas geschaut und die Schilder doppelt gesehen. In der Nähe des Bahnhofs SBB, dort wo die Meret-Oppenheim-Strasse in die Margarethenstrasse mündet, gibt es tatsächlich ein Zwillingsschild.

Bei der Doppel-Beschilderung handelt es sich nicht um das Ergebnis menschlichen Versagens, sondern um zeitgenössische Kunst. Anita Staub vom Basler Bau- und Verkehrsdepartement klärt auf: «2013 wurden verschiedene Künstler mit der Aufgabe betreut, zum hundertsten Geburtstag der Künstlerin Meret Oppenheim an verschiedenen Stellen der Innerstadt mit temporären Installationen an die berühmte Baslerin zu erinnern.» Das Doppelschild stammt vom Basler Künstler Peter Suter.

«Über Kunst lässt sich streiten»

Die 1913 in Berlin geborene Oppenheim, die in der Kunstwelt auch als Muse der Surrealisten gilt, ist dem Leser-Reporter ein Begriff. Die Schilder-Kunst sieht er durchwegs positiv: «Es gibt ja die künstlerische Freiheit. Warum genau diese Schilder Kunst sein sollen, darüber lässt sich streiten», sagt er.

Seine Überraschung kann er aber nicht verbergen. An Kunst habe er nicht gedacht, als er das doppelte Lottchen-Schild gesehen habe. «Ich habe vermutet, dass man einem Beamten gesagt hat, hängt dieses Schild auf und am nächsten Tag kam ein anderer Kantonsmitarbeiter und hat, ohne sein Handeln zu hinterfragen, das gleiche Schild nochmal drüber gehängt», sagt er.

Ausstellung vorbei, Schilder dürfen bleiben

Die Doppel-Beschilderung hätte eigentlich schon lange abmontiert werden sollen. Das Oppenheim Gedenk-Jahr war schliesslich schon 2013. Aber laut Staub hat die Basler Bevölkerung die Schilder ins Herz geschlossen und darum dürfen sie bleiben. «Damit wurde auch dem Anliegen des Künstlers für ein Stehenlassen seines Kunstwerks am besagten Ort von Verwaltungsseite stattgegeben», so Staub.

(jd)