Tod durch Gift

12. August 2018 12:15; Akt: 12.08.2018 13:52 Print

Grosse Trauer nach Tragödie in Museum

Wegen eines Todesfalls im Pharmaziemuseum kam es am Freitagabend zu einem Grosseinsatz in der Basler Innenstadt. Beim Toten handelt es sich um den Direktor Michael Kessler.

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Am Freitag um 17.30 Uhr wurden Rettungskräfte alarmiert, nachdem im Pharmaziemuseum der Universität Basel eine leblose Person aufgefunden wurde. Rasch war klar, dass der Tod durch ein Gift herbeigeführt worden ist. Vorsorglich wurden Spezialisten der Berufs- und Industriefeuerwehr aufgeboten, der Zugang zum Museum abgesperrt und Messungen vorgenommen. «Das war nötig, damit wir ausschliessen konnten, dass eine giftige Substanz nach aussen gedrungen ist», erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Peter Gill vor Ort dem «Regionaljournal» von Radio SRF.

Sehr rasch konnten die Ermittler Dritteinwirkung oder einen Unfall als Todesursache ausschliessen. Die Staatsanwaltschaft erteilte denn auch keine weiterführenden Auskünfte mehr, nachdem sie ihre Schlussmitteilung zum Einsatz in der Nacht auf Samstag versandt hatte und machte keine näheren Angaben zur Person, ausser, dass es sich um einen Mitarbeiter handelte.

Grosse Anteilnahme

Beim Toten handelt es sich um Michael Kessler, den Direktor des Museums, wie die «bz Basel» am Samstag unter Berufung auf mehrere Quellen aus dem persönlichen Umfeld Kesslers berichtete. Der langjährige Leiter des Museums war in seinem Fach bestens vernetzt und hoch geschätzt. Als Vorstandsmitglied der Safran Zunft war er auch im gesellschaftlichen Leben der Stadt verankert. Gross ist denn auch die Betroffenheit über dessen Suizid.


Kessler wurde mutmasslich von einem Mitarbeitenden des Museums aufgefunden. Er und zwei weitere Mitarbeitende wurden evakuiert und vorsorglich geduscht. Die Staatsanwaltschaft konnte später allerdings ausschliessen, dass wegen toxischer Substanzen je eine Gefährdung für Dritte bestanden hatte.

Umfangreiche Heilmittelsammlung

Im Pharmaziemuseum der Universität Basel lagern giftige Substanzen. Das Museum vermittelt die Geschichte der Heilmittel und ihrer Herstellung. Es verfügt gemäss Webseite über eine umfangreiche Sammlung früher gebrauchter Arzneistoffe aus aller Welt sowie historische Laboratorien. Es ist eines von zwei Museen, die die Universität Basel unterhält.

(lha)