Rheinfelden AG

12. Juli 2019 11:39; Akt: 12.07.2019 12:07 Print

«Die wollen nur wissen, ob sich Einbruch lohnt»

In Rheinfelden sind Männer unterwegs, die Fragen zu Sicherheit und Einbruch stellen. Anwohner vermuten dahinter eine neue Masche von Einbrechern.

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«Achtung! Im Quartier zwischen Kloos und Augarten schwirren Männer umher, die Fragen bezüglich Sicherheit und Einbruch stellen», warnt eine Rheinfelderin über Facebook. Sie vermutet dahinter eine Masche von Einbrechern. Die Warnung wurde zahlreich kommentiert. Ein User teilt mit, die Männer auch in Kaiseraugst gesehen zu haben. Einige raten, die verdächtigen Beobachtungen direkt der Polizei zu melden.

Gerade zur Ferienzeit ist die Angst vor Einbrechern in der Bevölkerung gross, wie die Reaktionen auf den Post zeigen. Ob es sich bei den Männern um Einbrecher handelt oder ob sie tatsächlich als Sicherheitsberater arbeiten bleibt unklar. «Es gibt Firmen, die solche Sicherheitsberatungen machen und von Haus zu Haus gehen», informiert Aline Rey, Sprecherin der Kantonspolizei Aargau, auf Anfrage. Meldungen wegen der Sicherheitsberater seien bisher noch keine bei der Polizei eingegangen. «Wir stellen aktuell keine Massierung von Einbrüchen im Gebiet Rheinfelden-Kaiseraugst fest», so Rey weiter.

Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche

Zeitgleich warnt die Kantonspolizei Aargau vor Telefonanrufen von falschen Polizisten. Eine 84-jährige Seniorin wurde Opfer der Masche, so eine Mitteilung der Polizei vom Freitag, 12. Juli. Sie übergab einem Betrüger Schmuck und Bargeld im Wert von etwa 40'000 Franken, nachdem er sie überzeugt hatte, dass die Wertsachen in ihrem haus nicht mehr sicher seien. Erst später schöpfte sie Verdacht und schaltete die Polizei ein.

Auch die Kantonspolizei Basel-Landschaft warnt in einer Medienmitteilung vom Donnerstag, 11. Juli, vor der Betrugsmasche. Aktuell häufen sich demnach auch in Baselland Meldungen aus der Bevölkerung über Telefonanrufe von falschen Polizisten. Innerhalb von nur drei Tagen seien 17 Meldungen eingegangen. Betroffen seien besonders die Gemeinden Wahlen und Münchenstein. Die Anrufer sprachen meist Hochdeutsch und gaben vor, Mitarbeitende der Kantonspolizei Basel-Landschaft zu sein. Sie behaupteten bestimmte Abklärungen – oft im Zusammenhang mit Einbrüchen – tätigen zu müssen, heisst es in der Mitteilung.

Die falschen Polizisten erkundigten sich nach Wertsachen im Haus, der finanziellen Situation der Bewohner, nach deren Anwesenheiten und ähnlichem. Neu an der Masche ist, dass die angerufenen Personen angewiesen wurden, nach einem Piepton die Nummer 117 zu wählen, so die Mitteilung. Daraufhin wurden sie mit einem schweizerdeutsch sprechenden angeblichen Polizisten aus Muttenz verbunden, der die Angaben seines Kollegen bestätigte.

Polizei berät kostenlos

Die Empfänger der Anrufe haben sich vorbildlich verhalten, indem sie nicht auf die Anweisungen eingingen und umgehend die Polizei informierten, heisst es. Die Polizei hat entsprechende Ermittlungen aufgenommen. Die Bevölkerung wird gebeten, keine Angaben gegenüber angeblichen Polizisten zu machen und bei verdächtigen Anrufen umgehend die Einsatzleitzentrale der Polizei Basel-Landschaft zu informieren.

Sicherheitsberatungen zum Thema Einbruch werden auch direkt von der Polizei angeboten. Bei der Kantonspolizei Basel-Landschaft sowie bei der Kantonspolizei Solothurn gibt es beispielsweise kostenlose und produktneutrale Beratungen zum Thema.

(lb)