Teure Bussen

28. Januar 2019 17:49; Akt: 29.01.2019 15:58 Print

Dieses Fahrverbot wird ständig ignoriert

Eine Signalisation führt zu Chaos am Basler Bankverein. Ein Fahrverbotsschild in Richtung Kunstmuseum wird regelmässig übersehen und führt zu teuren Bussen.

Hier sehen sie das Chaos am Bankverein. (Video: mis)
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Vom 21. Januar bis am 17. Februar wird der Verkehr in der Elisabethenstrasse in Richtung Wettsteinbrücke über die Aeschenvorstadt umgeleitet. Grund dafür sind Erneuerungen der Leitungen, Tramgleise und Haltestellen im Bereich Kunstmuseum, wie die Basler Verkehrs-Betriebe mitteilten. Während den Bauarbeiten ist dieser Bereich für Autofahrer tabu.

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Hätten Sie die Signalisation bemerkt?

Doch wie Beobachtungen von 20 Minuten vor Ort zeigten, herrscht am Basler Bankverein trotz den Verkehrsschildern «Rechtsabbiegen» und «Fahrverbot» ein totales Chaos. Dutzende Fahrer missachten die Signalisationen und fahren in die Verbotszone. Ein teurer Fehler, denn eine Radarfalle blitzt sogleich. Der Basler Polizei ist die Situation bekannt.

Sehen Autofahrer das Schild nicht?

«Wenn da ein Tram fährt, sieht man das Schild gar nicht», beschwert sich der Leser-Reporter Urs Osterwalder über die Sichtbarkeit des Signals «Rechtsabbiegen». Im Unwissen fuhr er am vergangenen Samstag weiter geradeaus, bis er dann mitten auf der Kreuzung das Fahrverbotsschild entdeckte. Wenden sei zu diesem Zeitpunkt längst unmöglich gewesen: «Man muss geradeaus fahren. Kein Mensch würde über eine doppelte Sicherheitslinie fahren oder mitten auf einer Kreuzung wenden.» Ein anderer Lenker habe das Verbotsschild zwar noch bemerkt, jedoch erst viel zu spät: «Er wollte dann rückwärts in die Kreuzung fahren, das ist gefährlich», findet er.

Er habe beobachtet, wie mindestens 15 Autofahrern der gleiche Fehler passiert ist. Gezwungenermassen mussten sie in die verbotene Zone fahren und tappten dann aber prompt in die Radarfalle. Auch Osterwalder wurde am Wochenende zur Kasse gebeten: «Die Busse kostete mich 100 Franken.»

Macht der Gewohnheit

Auch Verkehrspsychologe Urs Gerhard kennt das Problem: «Durch die Macht der Gewohnheit achten sich die Leute viel weniger auf Signalisationen», sagt er gegenüber 20 Minuten.ch Menschen seien sich eher gewohnt, geradeaus zu fahren und könnten dadurch die neuen Schilder rasch übersehen: «Gerade ältere Leute sind nicht mehr so wahrnehmungsfähig und vertrauen auf die Gewohnheit.» Natürlich gebe es auch Autofahrer, die das Verbot aus purer Dreistigkeit missachten, doch das sei wohl eher die Minderheit.

Wie kann man diesem Problem entgegenwirken? «Signaländerungen muss man immer gut kennzeichnen. So könnte eine Vorsignalisation vielen Autofahrern helfen», weiss Gerhard. Eine weitere Möglichkeit wäre, die verbotene Stelle klar abzusperren, damit Autofahrer schon von weitem erkennen, dass weiter vorne kein Durchgang mehr ist.

Hotspot für Verkehrschaos

Schon im August des vergangenen Jahres hatte ein Fahrverbotsschild weiter hinten in der Elisabethenstrasse für Verwirrung unter Autofahrern gesorgt. Seit November 2017 gilt dort eine neue Verkehrsführung, die Autofahrern vorschreibt, auf Höhe Kirschgartenstrasse rechts abzubiegen. Ab dort gilt in Richtung Bankverein nämlich ein Fahrverbot.

Hier sehen sie alle Baustellen 2019 auf einen Blick. (Karte: Google Maps/20 Minuten)


(mis)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Romano am 28.01.2019 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schelmdamerie

    Anstelle des Blitzers eine bessere Signalisation? Wäre doch gut. Man müsste weniger Bussen verteilen. Ein Schelm, wer jetzt etwas Böses denkt!

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  • Cleo am 28.01.2019 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Signalisation...

    sonst würde es ja funktionieren. Tja ich kann auch stehen bleiben vor jeder Tafel damit ich alle Logiken war genommen hab. Allgemein viel zu viele Schilder und von den zusätzlichen dazukommenden Wahlplakaten reden wir mal gar nicht. Schilderwirrwar

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  • René B. am 28.01.2019 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache

    Hauptsache ist doch dass hier Geld kassiert werden kann. Wenn es wirklich um die Sicherheit gehen würde, würde man das nämlich auch anders signalisieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf Näf am 06.02.2019 00:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dieses Fahrverbot wird ständig ignoriert

    Eigentlich missachten die Automobilisten, bis sie am Bankverein ankommen, bereits zweimal ein Fahrverbot. Dann müssen sie sich nicht wundern und können froh sein, dass sie nicht für alle Übertretungen einzelnen bestraft werden

  • ShaBijan am 03.02.2019 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm

    überall werden Verkehrskadetten aufgestellt komischerweise nur hier nicht Abzocke?

  • Willy Tell am 30.01.2019 02:55 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Dies ist alles nur Abzocke der Basler Regierung. Das Fahrverbot wurde absichtlich hinter dem Tram versteckt. Man will mit hohen Bussen die Autofahrer davon abhalten, in die Stadt zu fahren, so einfach ist das!

  • Nancy am 29.01.2019 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Fast- Fahrverbot in der Elisabethen

    Es ist wirklich nur Macht der Gewohnheit und auch noch das Navi. Durch die Elisabethen bis an Bankverein darf nur noch mit (Zubringer)-Bewilligung gefahren werden. Ich glaube nicht, dass so viele Fahrer die über diese Bankvereinkreuzung fahren die Bewilligung haben. Den Abbiegepfeil sieht man trotz Tram! Man fährt HINTER und nicht neben dem Tram.

  • Frankyyyy am 29.01.2019 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ihr könnt alle nicht fahren

    Leute, die normale Strasse, wo Autos normalerweise durchfahren, ist mit sperrgittern sbgesperrt. Damit der PW dort durch kann, hat er 1. schon ein Fahrverbot misssachtet und 2. MUSS dieser über das Tramgleis fahren, welches eine weisse Sperrfläche hat. 100. viel zu wenig

    • J. Grauert am 29.01.2019 19:28 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, doch

      Doch, fahren können sie, nur lesen u erkennen nicht. Finde ich sogar schlimmer.

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