Strafgericht BS

22. Oktober 2015 05:55; Akt: 22.10.2015 12:54 Print

Einbrecher (19) verprasst Beute im Europa-Park

Das Strafgericht Basel-Stadt verurteilte einen 19-Jährigen, der 2014 in mehrere Schulhäuser eingebrochen war, zu einer zehnmonatigen bedingten Freiheitsstrafe.

storybild

Der Einbrecher investierte seine Beute unter anderem in Ausflüge in den Europa-Park.

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Wir sind auf dumme Gedanken gekommen», gestand der Angeklagte seine Straftaten am Mittwochmorgen. Der 19-Jährige musste sich für eine Einbruchserie in vier Basler Schulhäusern verantworten. Der Beschuldigte erbeutete laut Anklageschrift mit seinen beiden Bandenmitgliedern Wertgegenstände und Bargeld im Gesamtwert von mindestens 9300 Franken und verursachte Sachschäden in der Höhe von insgesamt 4000 Franken.

Während drei aufeinanderfolgenden Nächten im Mai 2014 verschaffte sich der damals 18-Jährige mit zwei minderjährigen Kumpanen durch gekippte Fenster Zugang in das Letzi- und das Clara-Schulhaus sowie die Gymnasien Leonhard und Kirschgarten. Dort plünderte das Trio die Klassenkassen und steckte sonstige Wertgegenstände, wie eine Videokamera und zwei Louis-Vuitton-Taschen ein.

«Brauchten Sie das Geld?», fragte der Gerichtspräsident Lucius Hagemann den geständigen jungen Mann. Der Angeklagte verneinte: Er habe eigentlich genug Geld gehabt, sein Vater habe ihm den Lebensunterhalt bezahlt. Mit der Diebesbeute ermöglichte sich der Jugendliche ein luxuriöses Leben: Tagesausflüge in den Europa-Park, Taxifahrten, Shopping- und Beitzentouren lagen an der Tagesordnung.

Nervenkitzel gesucht

Der Verteidiger stellte die Anklage, die auf banden- und gewerbsmässigen Diebstahl lautete, in Frage. Die fünf Einbrüche, die während drei Tagen durchgeführt wurden, können keineswegs mit einer langen Deliktserie einer kriminellen Bande gleichgesetzt werden. «Es handelt sich offensichtlich um Jugendliche, die den Nervenkitzel suchten und Grenzen überschritten haben», argumentierte der Verteidiger. Er betonte die Einsicht seines Mandanten: «Dem Gericht sollte klar sein, dass seine Reue ernst gemeint ist.» In seinem Plädoyer forderte er gemeinnützige Arbeitsstunden statt einer Gefängnisstrafe.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten jedoch zu einer zehnmonatigen bedingten Freiheitsstrafe. «Ihr Verschulden wiegt schwer und die Taten tragen professionelle Züge», begründete der Richter das Urteil. Zudem muss das Einbrecher-Trio für rund 5700 Franken Schadenersatzzahlungen aufkommen. Der Verurteilte entschuldigte sich: Es tue ihm leid, dass er «Scheissdreck» gebaut habe. Die zweiwöchige Untersuchungshaft habe aus ihm einen neuen Menschen gemacht.

(jd)