Strafgericht BL

10. September 2019 19:02; Akt: 12.09.2019 07:50 Print

Er soll sie geschändet haben, während sie schlief

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33-jährigen Türken vor, eine langjährige Freundin geschändet zu haben, während sie schlief. Am Donnerstag muss er sich vor dem Strafgericht verantworten.

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Der in der Region Basel wohnhafte Beschuldigte (33) wird sich am Donnerstag, 12. September dem Vorwurf der Schändung vor der Dreierkammer des Baselbieter Strafgerichts stellen müssen. Er soll in einer Nacht Ende Oktober 2017 an einer schlafenden Frau, mit der er befreundet war, den Geschlechtsakt vollzogen haben.

Die Frau hatte ihn zu sich nach Hause eingeladen, weil sie die erste Nacht in ihrer neuen Wohnung nicht alleine verbringen wollte. Nachdem die beiden ins Bett gegangen waren, habe er mit ihr kuscheln wollen, sie aber nicht mit ihm. Als sie nach zwei Uhr morgens schlief, habe er sie zunächst begrapscht und sei danach von hinten mit seinem Penis in die Scheide der Frau eingedrungen. So schildert die Staatsanwaltschaft die Ereignisse in der Anklageschrift.

In dem Moment wachte sie auf

Erst als sein Penis in ihrer Scheide gewesen sei, sei die Frau aufgewacht. Zwar habe sie seine Hand weggedrückt, mit der er ihr an die Brust habe greifen wollen. Doch den Geschlechtsakt, den der Beschuldigte bis zum Samenerguss fortgeführt habe, habe sie über sich ergehen lassen, während er sie an der Hüfte festhielt.

Danach habe sie sich die Hose hochgezogen und sei wortlos aufgestanden, um sich dem Beschuldigten zu entziehen, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter.

Entscheidet die Glaubwürdigkeit?

Bei Sexualdelikten, die lange zurückliegen, stehen selten konkrete Beweise zur Verfügung, um das Geschehene zu rekonstruieren. Deshalb müssen die Gerichte ihre Urteile in solchen Fällen oft basierend auf der Glaubwürdigkeit der Aussagen der Beteiligten fällen.

Und selbst wenn eine sexuelle Handlung objektiv nachgewiesen werden kann, ist das kein Beweis dafür, dass sie nicht einvernehmlich war. Auch in einem solchen Fall ist das Gericht gefordert, ob das mutmassliche Opfer oder der mutmassliche Täter glaubwürdiger ist.

Dem Mann droht ein Landesverweis

Gemäss dem Strafgesetzbuch wird Schändung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Weil es sich um ein Katalogdelikt handelt und der Beschuldigte türkischer Staatsangehöriger ist, droht ihm zudem ein Landesverweis.

(las)