1247 Kilometer zu Wasser

25. Juli 2014 05:53; Akt: 25.07.2014 14:43 Print

Extrem-Schwimmer setzt Expedition ab Basel fort

von Valeria Happel - Ernst Bromeis versucht es ein zweites Mal: Der Wasserbotschafter durchschwimmt unter härtesten Bedingungen den Rhein von der Quelle am Oberalppass bis nach Holland.

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Der Extrem-Schwimmer und Wasserbotschafter Ernst Bromeis führte seine Rhein-Expedition 2014 am Donnerstag in Basel fort und passierte dabei die Dreiländerbrücke. (Bild: Dorothee Meddens)

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Am Donnerstagmorgen gegen acht Uhr hat Bromeis sein Abenteuer in Basel fortgesetzt. Begleitet wird der Langstreckenschwimmer auf der 1247 km langen Strecke von einem Kanuten, einem Logistiker, einem Rheinkapitän und einer Dokumentarfilmerin. «Ich konnte in den letzten Tagen schöne Distanzen zurücklegen», sagt er.

«Jeder überstandene Tag ist ein Erfolg», so sein Sprecher Christian Gartmann. 427 Kilometer hat Bromeis insgesamt bereits zurückgelegt. Kurz vor Breisach (D) beendete er gestern nach 45 Kilometern gegen 17 Uhr seine Tagesstrecke. Am Freitagmorgen geht die Expedition zur Mündung weiter.

Aufgrund der anhaltenden Hochwassersituation wurde es für den 46-jährigen Extrem-Schwimmer in Basel gefährlich. «Der Rhein ist noch gewaltiger als sonst. Der hohe Pegel erfordert sehr hohe Konzentration und viel Kraftaufwand», sagt Bromeis. Trotz Wetterbesserung wünscht sich der Schwimmer aber noch höhere Temperaturen: «Das Wasser ist nun zwar wärmer als in der ersten Woche, aber ein paar weitere Grad mehr wären für den Energiehaushalt des Körpers sehr positiv.»

Gefahr von Hochwasser

Am 21. Juli steckte Bromeis wegen Hochwassers in Laufenburg (AG) fest – ohne ein Begleitboot war das Weiterschwimmen zu gefährlich. Dank zwei Kanuten, die ihn begleiteten, erreichte er am Dienstag Basel.

Die Rheinsperrung kam dem Langstreckenschwimmer dann geradezu gelegen, denn pausieren wollte er in der Kulturstadt ohnehin. «Basel ist für mich speziell: Hier habe ich Sport studiert und es leben gute Freunde hier.» Mit drei Freunden schwamm er trotz Ruhezeit noch am selben Tag vom Tinguely-Museum bis zum Dreiländereck. «Ein tolles Erlebnis», fügt er an.

Das Wasser ist die Botschaft

Am 7. Juli hatte der Grenzschwimmer die Expedition 2014 gestartet – bereits seine dritte. Seit 2007 ist er zudem Wasserbotschafter und Gründer des Projektes Das Blaue Wunder. Mit seiner sportlichen Leistung hat Bromeis vor allem eines im Sinn: «In diesem Jahr mache ich darauf aufmerksam, dass der freie Zugang zu Wasser ein von der UNO anerkanntes Menschenrecht ist», erklärt er. Die tiefe Verbundenheit zum Element sowie der hohe Einsatz für die lebenswichtige Ressource rühren aus seiner Kindheit her: «Ich bin in den Bergen aufgewachsen. Wasser hat dort eine besondere Bedeutung.»

Die Bodensee-Strömung, die tiefen Wassertemperaturen sowie die hohen Wasserstände machten ihm sein Unterfangen jedoch zunächst nicht leicht. «Der Rhein ist eben eine Naturgewalt», sagt er.

Der Rhein ist der Abschluss seiner Trilogie: «2008 begann ich mit dem Durschschwimmen der 200 Seen in Graubünden. 2010 folgten die grössten Seen aller Kantone der Schweiz. Der Rhein – also Europa – ist der logische Abschluss.»

Hartes Training für zweiten Versuch

Dies ist auch der Grund, weshalb er das Rhein-Abenteuer nun ein zweites Mal versucht. 2012 lief es nicht ganz so gut für den gebürtigen Graubündner. Gesundheitliche Schwierigkeiten aufgrund extremer Temperaturen hatten ihn bei seinem ersten Versuch kurz nach Basel an seine Grenzen gebracht und zum Aufgeben gezwungen.

Dieses Mal soll dies nicht passieren – Bromeis hat wie ein Triathlet für diese Expedition trainiert und dabei keine Stunden gezählt. Seine längste Trainingseinheit machte er zwei Wochen vor dem Start: Er schwamm dabei 3,8km, radelte 130 km und ging anschliessend noch 33 km zu Fuss.