Basel

06. Dezember 2018 05:45; Akt: 06.12.2018 07:47 Print

Die Welt aus Sicht eines selbstfahrenden Autos

Auf Facebook ist ein Video einer Fahrt durch Basel aus der Perspektive eines autonomen Fahrzeugs zu sehen. Der Macher erklärt 20 Minuten, was es damit auf sich hat.

So nimmt ein selbstfahrendes Auto den Basler Stadtverkehr wahr. (Video: Academy of Robotics)
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Ein Video der Academy of Robotics auf Facebook macht den Anschein, dass ein selbstfahrendes Auto durch die Strassen von Basel fährt. Tatsächlich fuhr das Sichtsystem eines solchen fahrerlosen Autos durch die Stadt.

«Wir haben das Gehirn unserer selbstfahrenden Autos aus Grossbritannien nach Basel gebracht», erklärt Entwickler William Sachiti, der beim Swiss Innovation Forum 2018 zu Gast in Basel war. Das «Gehirn» wurde an einem Mietwagen montiert, mit dem man dann durch die Stadt fuhr.

Zukünftig illegal für Menschen, Autos zu lenken?

«Was man im Video sieht, ist, was ein selbstfahrendes Auto sehen würde, wenn es durch Basel fährt», erklärt Sachiti auf Anfrage. Der Erfinder sieht die Zukunft des Transports so: «Ich sehe selbstfahrende Autos überall. Und eine Zukunft, in der es für Menschen illegal ist, Autos zu lenken.»

Sein Video zeige, dass autonome «Lenker» menschliche Fahrer schon jetzt zumindest in einem Punkt übertreffen: Sie sähen zeitgleich mehr auf der Strasse. Das System kann in Echtzeit nicht nur andere Autos, sondern Velofahrer, Trams, Fussgänger, Bänke und andere Objekte erkennen, so Sachiti. «Besonders interessant ist, dass das Sichtsystem des Fahrzeugs Menschen als solche identifizieren kann, auch wenn sie sich im Tram befinden», sagt er.

Sachitis Zukunftsvision

Der Wechsel zum fahrerlosen Transport werde mit einzelnen ausgewählten Strassen beginnen. Dann würden ganze Stadtteile in Fussgängerzonen umgewandelt und schliesslich wären nur noch autonome Fahrzeuge erlaubt. Auf Autobahnen werde es extra Fahrstreifen für selbstfahrende Autos geben und später würden alle Strassen nur noch so befahren, so Sachitis Zukunftsvision.

«Vor 15 Jahren war das populärste Handy ein Stein namens Nokia 3310», sagt er. Damals sei es den meisten Menschen auch unvorstellbar gewesen, dass man in bereits 15 Jahren hochmoderne Smartphones besitzt. «Wir, die in dieser Industrie arbeiten, können die Zukunft mitgestalten und sagen, dass es in 15 Jahren der einzige Weg sein wird, von A nach B zu kommen», so der Erfinder.

Autonome Fahrzeuge sind noch nicht erlaubt

Noch ist das Fahren mit automatisierten Fahrzeugen auf öffentlichen Strassen nicht erlaubt. Deswegen braucht es für die Durchführung von Pilotversuchen eine Ausnahmebewilligung. «Diese müsste beim Bundesamt für Strassen Astra beantragt werden», informiert Toprak Yerguz, Sprecher des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements.

(lb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simba74 am 06.12.2018 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ok, lässt sich nicht aufhalten, aber

    ich warte auf den Tag an dem Hacker böswillig Fahrzeuge umprogrammieren und diese als Waffe einsetzen. Horror pur. Schrecklich.

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  • Don Höfi am 06.12.2018 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstfahrende Autos

    Zur Zeit glaube ich es ist gesünder selber zu fahren.

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  • OliverD am 06.12.2018 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Künstliche Intelligenz

    Es wird wohl so sein, dass wir in absehbarer Zukunft das Auto nicht mehr selber lenken (dürfen). Ob wir das so wollen oder nicht, liegt aber trotzdem bei uns Konsumenten. Die generelle Entmündigung durch den rasanten Fortschritt ist jedoch genau zu beobachten. Spätestens bei Erreichen der technologischen Singularität kann es für die Menschheit und deren Fortbestand kritisch werden. Die künstliche Intelligenz treibt zum Beispiel in den letzten paar Tagen ihr Unwesen an den Börsen. Handelsprogramme (mit KI ausgestattet) haben an der Wallstreet am Montag Abend und diese Nacht in Asien "unerklärliche" Verkaufsprogramme ausgelöst.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Achim K. am 06.12.2018 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fahr Fahrrad

    Aus sicherheitstechnischer Sicht eventuell sogar richtig, wenn nur noch selbstfahrende Autos fahren, aber trotzdem die totale Entmündigung. Wie soll man da zu einer Demo kommen wenn der Staat das nicht will ?

  • Pablo am 06.12.2018 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Aufmerksamkeit

    So aufmerksam wie ich autofahre entgeht mir sicher weniger als diesem Computer. Dann noch einen gesunden Sicherheitsabstand und vorallem, ich erinnere mich ja das ich vorher ein Fahrzueg oder Velofahrer überholt habe und schaue darum auch bei Spurwechsel/Abbiegen zurück weil der noch dort sein könnte. Und auch das Verhalten der mitfahrenden kann man einschätzen, man bemerkt ein komischens Verhalten und weiss schon vorher der biegt jetzt dann ab oder macht sonstige kapriolen. Vorsicht (Abstand, Geschwindigkeit angepasst, Rundumsicht, Erinnerung, Gefühl) damit fährt man umfallfrei!

  • R.B. am 06.12.2018 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dinge selber Steuern

    Ich wundere mich immer wieder über solche Visionen. Persönlich liebe ich es, Dinge(Auto, Mottorrad, Boote ect.) selber zu Steuern und zu kontrollieren. Die Vorstellung dass wir dies nicht mehr dürfen und folgende Generationen nicht mehr können ist mir ein absolutes Grauen. Ich hoffe, ich bin nicht der einzige der so denkt.

  • DD am 06.12.2018 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals!

    Ich will mal so ein auto fahren sehen, wenn es richtig schneit und man fast nichts mehr erkennen kann... und dann können wir die sache wohl abhaken.... ich vertraue keiner technik mein leben an, die auch noch ferngesteuert werden könnte...

  • Gio Perez am 06.12.2018 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kritisch dem gegenüber

    Computer sehen nicht. Computer erkennen etwas. Aber was und wie sie es erkennen ist trotzdem noch eine Glückssache, da die Wahrscheinlichkeit dass sie auf Unvorhergesehenes, Unbekanntes oder Ähnliches falsch reagieren ist extrem hoch.