Vergewaltigung in Basel

13. Februar 2020 16:49; Akt: 19.02.2020 14:43 Print

«Er hat geschworen, dass er unschuldig ist»

Am Mittwoch stellte sich ein 31-jähriger Portugiese in Zusammenhang mit der Vergewaltigung vom 1. Februar der Polizei. Seine Familie sagt: «Er hat die Tat nicht begangen.»

Bildstrecke im Grossformat »
Im Zusammenhang mit der Vergewaltigung einer Frau am 1. Februar in Basel ist am Mittwoch ein 31-jähriger Portugiese verhaftet worden. Er bestreitet den Tatvorwurf. Auch seine Familie glaubt an seine Unschuld. Dem Tatverdächtigen wird ein problematischer Alkoholkonsum nachgesagt. Er streamte seine Party-Exzesse der Tatnacht auf Facebook und teilte auf Social Media auch sonst nicht zu knapp Fotos und Videos von Trinkgelagen. Der Tatverdächtige stellte sich am 12. Februar freiwillig bei der Polizei. In Begleitung von Angehörigen erschien er am Vormittag auf der Clara-Wache. Der zweite Tatverdächtige ist ein 17-jähriger Portugiese. Er hält sich nach wie vor in Portugal auf. Nach ihm fahndet die Basler Staatsanwaltschaft noch. Unweit der Tramhaltestelle Voltaplatz an der Elsässertrasse kam es am Morgen des 1. Februar zur Vergewaltigung in einem Hauseingang. Zwei Tage nach der Tat meldete eine Person aus dem Umfeld der Familie die Tatverdächtigen bei der Polizei. Es handelt sich demnach um zwei Portugiesen im Alter von 17 und 31 Jahren. Der 31-Jährige bestreitet den Tatvorwurf, wie 20 Minuten aus sicherer Quelle erfahren hat. Nach dem zweiten Tatbeteiligten, bei dem es sich mutmasslich um einen Jugendlichen handeln soll, wird nach wie vor gefahndet. Gemäss Informationen von 20 Minuten hält sich der Teenager in Portugal bei seiner Familie auf. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaft für den Tatverdächtigen beantragt. Ermittler beschlagnahmten nach der Tat Aufzeichnungen der Überwachungskamera eines indischen Quartierladens. Ob darauf belastendes Material zu sehen ist, ist aber unklar. Auch Aufzeichnungen der Videoüberwachung im Tram wurden ausgewertet.

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Begleitung von Familienangehörigen stellte sich am Mittwochvormittag ein 31-jähriger Portugiese der Basler Kantonspolizei auf der Clara-Wache. Der Mann wurde gesucht, weil er verdächtigt wird, zusammen mit einem 17-Jährigen Landsmann am 1. Februar in Basel an der Elsässerstrasse eine Frau vergewaltigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat bereits mitgeteilt, dass sie für den Festgenommenen Untersuchungshaft beantragt.

Nun meldet sich die Familie des Mannes zu Wort. «Er ist kein Monster», sagt ein Familienmitglied. «Ich habe mit ihm geredet. Er beteuerte seine Unschuld und versprach, er werde der Polizei die Wahrheit sagen.» Dass er sich freiwillig gestellt hat, wertet die Familie denn auch als Unschuldbeweis.

Der Tatverdächtige ist geschiedener Familienvater. Das Verhältnis zu seinen Kindern und seiner Ex-Frau soll aber gut sein. Er sei gegenüber seiner Familie nie gewalttätig gewesen, sagt die Verwandte. «Auch wenn er getrunken hat, war er nie aggressiv.» Seine Kinder litten darunter, dass so schwere Vorwürfe gegen ihren Vater erhoben würden. «Er hat geschworen, dass er unschuldig ist», wiederholt das Familiemitglied.

Familie belastet jüngeren Mittäter schwer

Falls die Vergewaltigung sich so ereignet habe wie von der Basler Staatsanwaltschaft geschildert, ist für die Familie klar, dass der andere der Schuldige ist. Gemeint ist der mutmasslich 17-Jährige, nach dem die Staatsanwaltschaft aktuell noch fahndet. Auch die Jugendanwaltschaft wurde deshalb involviert. Der junge Mann soll sich nach wie vor bei seiner Familie in Portugal aufhalten: «Er hat sich ja nicht der Polizei gestellt», sagt die Familie.

Bei den portugiesischen Behörden ist bislang aber noch kein Rechtshilfeersuchen eingegangen, wie ein Sprecher der portugiesischen Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf Anfrage von 20 Minuten mitteilte.

(lha)