Laternen-Kunst

10. März 2014 02:19; Akt: 10.03.2014 11:32 Print

Fasnacht meets Hip-Hop: Graffiti statt Tradition

Die Olympia-Clique liess ihre Laterne vom Basler Graffiti-Künstler Tarek Abu Hageb gestalten.

storybild

Der Graffiti-Künstler Tarek Abu Hageb gestaltet die Laterne der Olympia-Clique (Bild: Tarek Abu Hageb)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Olympia-Clique hat ihre diesjährige Laterne von einem Nicht-Fasnächtler gestalten lassen: Der Basler Graffiti-Künstler Tarek Abu Hageb wandte eine Mischtechnik aus Malerei und Spraykunst an. «Ich konnte mein Wissen, das ich mir in der Graffiti-Bewegung angeeignet habe, anwenden und gleichzeitig Neues erlernen», so Abu Hageb. Die grösste Herausforderung war, die Laterne mit Goldfarbe so zu bemalen, dass diese am Morgestraich lichtdurchlässig ist. «Ich musste achtzehn verschiedene Goldtöne und ihre Kombinationen ausprobieren», so der Künstler.

Das Resultat ist in vielerlei Hinsicht aussergewöhnlich. Auch die Form entspricht nicht einer klassischen Laterne. Vorder- und Rückseite passen sich nämlich dem Bild an und nicht umgekehrt. Als Inspiration diente Abu Hageb der Künstler Charles Hindenlang, der ebenfalls Laternen gestaltete.

Olympia in Sotschi trifft auf Olympia-Clique

Das Sujet der Olympia-Clique sind die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Die Laternen-Malerei spielt mit typisch russischen Klischees: Eine Matrjoschka und das kommunistische Symbol mit Hammer und Sichel stehen für «Mutter Russland» und die vergangenen Werte «Fleiss, Macht und Stolz», wie Abu Hageb erklärt. Vor der Matrjoschka blicken Figuren mit einem traurigen Blick in die ungewisse Zukunft Russlands. Auf der anderen Seite sind verbrennende Arbeiterhände und ein aus dem olympischen Feuer auferstehender, leidender Bär zu erkennen. Diese sollen die «problematische Thematik der Olympischen Spiele» und somit die Gegenwart des Landes darstellen.

Gemeinsam mit dem Team der Sujet-Commission konnte Abu Hageb auch die Kostüme und Larven mitgestalten. Bei der Laterne liess ihm die Olympia-Clique freie Hand. «Die Zusammenarbeit mit ihm war spannend, da er nicht aus der Fasnachtskunst stammte und somit unbelastet an die Arbeit ging», sagt Niggi Safarik, Chef Fasnacht bei der Olympia-Clique. Ob weitere Projekte folgen werden, ist noch ungewiss.

«Es war das erste Mal, dass ich etwas direkt für die Fasnacht gestalten konnte. Ich habe viel gelernt und möchte dieses Wissen auch in anderen Bereichen der Kunst anwenden und umsetzen», so Abu Hageb.

(pjz)