Für klein und gross

21. Juli 2014 05:29; Akt: 21.07.2014 05:29 Print

Ferienspass für armutsbetroffene Basler

von Lukas Hausendorf - Für Kinder armutsbetroffener Familien sind Ferienreisen oft ein Fremdwort. Der FamilienpassPlus oder die Kulturlegi der Caritas ermöglichen ihnen dennoch kurzweilige Abenteuer.

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In der Nordwestschweiz sind 63'000 Personen von der Armut betroffen. Initiativen wie der FamilienpassPlus oder die Kulturlegi ermöglichen Familien sowie Alleinstehenden eine soziale Teilhabe und viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. (Bild: Keystone/AP/Dpa/frank Leonhardt)

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Ferienzeit: Man trifft sich in der Badi oder macht einen Ausflug in den Zoo. Für die meisten ist dies so selbstverständlich wie ein Mal im Jahr mit der Familie zu verreisen. Doch Kindern aus armutsbetroffenen Familien sind selbst solche Erlebnisse oft verwehrt – ihren Eltern fehlt schlicht das Geld dafür.

Dem mit der Armut einhergehenden Verlust an Möglichkeiten sind in den betroffenen Familien auch die Kinder ausgesetzt. Und dies sind laut Statistik nicht wenige:In den Nordwestschweizer Kantonen sind es laut den vergangene Woche publizierten Zahlen des Bundesamts für Statistik 63'000 Personen, rund 12'000 davon leben in Basel. Für sie sind Angebote wie der FamilienpassPlus oder die Kulturlegi der Caritas besonders wichtig. Diese Karten ermöglichen eine günstige Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben auch jenen, die dafür eigentlich kein Geld mehr übrig hätten.

Der FamilienpassPlus wurde vor zehn Jahren parallel zum Familienpass lanciert. «Wir wollten damals in der Nordwestschweiz ein sozialpolitisches Zeichen setzen», sagt Geschäftsführerin Chantal Keller. Es ist eine Erfolgsgeschichte. Rund 2000 Haushalte in der Region besitzen einen FamilienpassPlus. Dabei sei die Stadt Basel überproportional vertreten. «Der Familienpass ist auch ein Mittel gegen die soziale Verarmung», so Keller.

Saisonal steigt die Nachfrage

In 15 Badis der Region stehen einer Familie damit je ein Gratiseintritt und in den städtischen Bädern grosszügige Rabatte auf Saisonkarten zu. Daneben gibts Vergünstigungen auf zahlreiche weitere Freizeitangebote. Das gibt es aber nicht geschenkt. Der FamilienpassPlus kostet 30 Franken im Jahr. «Das holt man aber X-Fach raus», erklärt Keller.

Ergänzend dazu bietet die Caritas beider Basel seit einem halben Jahr Menschen, die unter die Armutsgrenze fallen, die Kulturlegi an – gratis. Diese ist aber noch weit weniger bekannt als der Familienpass: Erst 200 Legis sind im Umlauf. «Das Angebot wird noch nicht so stark genutzt, wie wir uns vorgestellt haben», sagt Projektleiterin Karin Vonwil.

Erwachsene alleine gelassen

Während der Familienpass nur Familien Rabattvorteile gewährt und der Colour Key wie viele Rabattangebote nur für Jugendliche da ist, stehen alleinstehende Erwachsene oft im Regen. «Die Kulturlegi füllt hier eine Lücke», so Vonwil. Deshalb sei der Fokus beim Programm deshalb zurzeit mehr auf Inhalte für Erwachsene gelegt.

So werden vergünstigte Eintritte in Museen, an Konzerte der Sinfonietta oder in den Bird’s Eye Jazz Club angeboten. Auch kann man damit in einzelnen Restaurants vergünstigt essen. Damit die Kulturlegi bekannter und reger genutzt wird, ist nun eine kleine Werbeoffensive geplant. Karin Vonwil will sich stärker mit anderen Institutionen vernetzten, die Kontakt zu Armutsbetroffenen haben. «Mittelfristig soll die Zahl der Legis auf 2000 steigen», so ihr Ziel.